Kerschowski & die Blankenfelder Boogie-Band

 

"Kerschowski" war der Name einer von Lutz Kerschowski Anfang 1985 in Ostberlin gegründeten Rockband. Zur Band gehörten Lutz Kerschowski (voc), Lexa Thomas (bg), Jörg Mischke (key),  Jörg „Wilkie“ Wilkendorf (g), Tina Tandler (sax) und Thomas „Pille“ Pilz. Später übernahm Kay Lutter (ex-Freygang) den Bass und „Delle“ Krise das Schlagzeug. Krise hatte zuvor bei „Passion“, der „Jonathan-Blues-Band“ und „Jessica“ getrommelt.

Musikalisch orientierte sich die Band an Bruce Springsteen. Im Repertoire der Band nahmen seine Titel, von Lutz Kerschowski mit deutschen Texten versehen, einen breiten Raum ein, ergänzt durch deutschsprachige Eigenkompositionen und weiteren mit deutschen Texten versehenen internationale Hits.

Begonnen hatte man im Vorprogramm von „Pankow“ und sorgte schon kurze Zeit darauf selbst für volle Häuser. Charakteristisch für die Band waren ihre ehrliche, urwüchsige Musik, Texte, in denen sich das Publikum wiederfand und der Verzicht auf eine aufwendige Bühnenshow. „Kerschowski“ legte besonderen Wert darauf, den Kontakt zum Publikum nicht zu verlieren und galt nicht zuletzt deswegen als Geheimtipp unter den ostdeutschen Rockmusikanhängern. Erstaunlicherweise erhielt die Band schon kurze Zeit nach der Gründung vom ostdeutschen Plattenlabel „Amiga“ eine Einladung. Ursprünglich war eine Single geplant. Letztlich nahm man dann die 1986 veröffentlichte LP „Weitergehen“ auf, die schon kurz nach dem Erscheinen vergriffen war.

 

Lutz Kerschowski, immer auf der Suche nach neuen musikalischen Wegen, sammelte schon 1987 versierte Musiker wie Cäsar, „Boddi“ Bodag, Heiner Witte, Marcus Schloussen und Jürgen Ehle um sich und gründete die „Blankenfelder Boogie-Band“. Hatten die gemeinsamen Proben anfänglich Sessions-Charakter,  entwickelte sich das Projekt sehr schnell zu einem Band-Projekt mit hohem Niveau. Bereits kurze Zeit später sorgte  „Kerschowski & die Blankenfelder Boogie-Band“ für ausverkaufte Häuser und spielte 1988 im Vorprogramm von Rio Reiser in der Seelenbinder – Halle. „Amiga“ machte daraufhin Kerschowski erneut ein Angebot zu Plattenaufnahmen, was dieser ablehnte. Man legte Wert darauf auch auf Tonträger unverfälscht „rüber zu kommen“ und entschloss sich deshalb die Platte, unter erheblichen Aufwand, in einem improvisierten Garagen-Studio selbst aufzunehmen. Abgemischt wurde diese 1989 veröffentlichte LP übrigens im Studio von Rio Reiser in der Bundesrepublik. Die Ereignisse des Jahres 1989 und Zwistigkeiten untereinander sorgten letztlich für das „Aus“ dieses interessanten Bandprojektes.

 

Kerschowski wurde darauf Mitglied in der Band Rio Reisers und dessen engster Freund, verwaltet nach dessen Tod seinen musikalischen Nachlass und komponiert heute vor allem Filmmusik.

„Delle“ trommelt heute bei „Renft“, „Blue Stift“, Thomas Putensen und „Polkaholix“.

Kay Lutter macht inzwischen bei „In Extremo“ gehörig Lärm.

Wilkendorf arbeitet heute als Tonmeister und Miscke gehört dem von Reinhard Repkes gegründeten „Club der Toten Dichter“ an. Tina Tandler und Lexa Thomas kennen sich bereits seit dem gemeinsamen Musikstudium in Weimar und arbeiten auch heute noch gelegentlich zusammen (Musiktheater Rumpelstil). Tina hat sich inzwischen dem Jazz zugewandt, veranstaltet in Zingst und Berlin Jazzveranstaltungen und hat seit 2006 eine eigene Band.