Modern Blues

… war eine Amateurband aus Erfurt. Gegen Ende der 1960er Jahre war auch in der DDR die Beat-Ära zu Ende. Man suchte nach neuen musikalischen Wegen. In Thüringen begann sich um Jürgen Kerth und anderen Musikern eine starke Bluesszene zu entwickeln.

„Modern Blues“ entstand aus der Rockband „Die Drei“. In dieser Band spielten Christian Gernot Arnold (voc, g), Uwe Hemme (dr) und Jürgen Klein (bg). Man spielte ausschließlich Songs von „Cream“, Hendrix und anderen westlichen Stars nach. Anfang 1970 kamen „Waldi“ Weiz  (g) und Thomas Ludwig (org). Den Bass spielte Jürgen K. Hultenreich und Sängerin wurde die damals erst 16jährige Angelika Weiz. Man wandte sich nun deutlich dem Blues zu und dokumentierte dies auch mit dem neuen Namen der Band. Anders als in Berlin, war der Thüringer Blues von Anfang an tiefschwarz. Fernab von den Metropolen, vorwiegend in privat bewirtschafteten Dorfgasthöfen ging Woche für Woche freitags und sonnabends die Post ab. Auch „Modern Blues“ orientierte sich am authentischen, schwarzen Blues und coverte vor allem Muddy Waters, John Lee Hooker, „Howlin“ Wolf. Ende 1971 verließ "Waldi" Weiz die Band und gründete später „ergo“. Das bedeutete auch das vorläufige Ende von „Modern Blues“.

Aber schon Anfang 1972 formierte Arnold die Band neu. Neben Arnold und Ludwig spielten fortan Eberhard „Eddi“ Förster (voc, dr), Edgar Janta (bg) und der Geiger Chan Koy. Man nannte sich einfachheitshalber „Modern Blues II“. Janta hatte früher schon mit Arnold und Hemme in der Beatband „Moonlights“ gemeinsam gespielt. 1973 wechselte Arnold zu „Universum“ und besiegelte damit das endgültige Ende von „Modern Blues“. Zeitweilig gehörte auch Elke Hemme zur band.

Chris Arnold blieb bis 1979 bei „Universum“, war später solistisch tätig, wurde schließlich mit einem Auftrittsverbot belegt und ging später in die Bundesrepublik. Inzwischen ist er wieder in Thüringen ansässig und spielt als „Rock-Blues One Man Band“ vor allem Songs von Hooker, Clapton, „CCR“ bis zu den Stones.

Janta spielte später bei „ergo“, „Pro Art“, „Pasch“ und ist inzwischen verstorben.

Bei „ergo“ landete auch Thomas Ludwig.

Uwe Hemme ist heute selbständiger Musikelektroniker.„Eddi“ Förster, der am 1.11.10 verstarb, wechselte mit Arnold zu „Universum“. Diese Band wechselte 1980 ins Profilager und nennt sich heute „The Golden Sixties Band“.

Jürgen K. Hultenreich lebt heute in Berlin und ist als Maler und Schriftsteller der Kunst treu geblieben.