Blues Vital

Diese Amateurband entstand 1972 aus der ältesten Beatformation Thüringens: „The Polars“. Gründer und Kopf von „Blues Vital“ war Wilfried „Willie“ Woigk (voc, bg). Woigk hatte sich zuvor quasi durch die gesamte Thüringer Beatszene gespielt: "Garage Players", "Spotlights", "The Polars" (später Wostoks), "Reiner-Fritzlar-Combo" und "Gruppe 72". 

 

Zur Urbesetzung von "Blues Vital" gehörten weiterhin Robert Albracht (g, voc), Thomas „Tommy“ Abendroth (key, voc), Wolfgang "Atze" Klawonn (sax) und Axel Weidemann (dr). Schon nach kurzer Zeit verließ Weidemann die Band. Für ihn kam Michael Schwandt.

1973 gab es weitere Umbesetzungen in der Band. Abendroth und Schwandt gingen zu Horst Krüger. Schwandt wechselte 1976 zu „Karat“, wo er heute noch trommelt. Neu in die Band kamen von der Erfurter Band „Nautiks“ Werner Zentgraf (g) und Siegfried „Stifte“ Hörger (dr). Als Albracht seinen Wehrdienst bei der NVA ableisten musste, kam für ihn Ulrich Faßhauer. Albracht wechselte später nach Weimar zu „Elefant“. Weitere Mitglieder der Band waren Ferdinand Schmidt (dr), Axel-Glenn Müller (fl, sax, voc) und Bärbel Müller.

 

Im Repertoire der Band waren anfangs ausschließlich Nummern westlicher Bands ("Colloseum", "Cream", "Tast" und B.B. King). Zunehmend entstanden eigene Titel. Daraufhin wurde „Blues Vital“ 1973 zu den Weltfestspielen nach Berlin „delegiert“ und errang diverse nationale Preise (u.a. den 1. Platz bei der "1. Tanzmusikwerkstatt im Oktober 1972 in Frankfurt/Oder), sodass man auf die Band aufmerksam geworden war und einige Rundfunkaufnahmen eingespielt werden konnte. „Der Blues von der Flüchtigkeit der Zeit“ (Text und Musik stammen von Klawonn) schaffte es sogar auf den Amiga-Sampler „Hallo 8“. 1975 erlangte die Band Profistatus. Dies war Anlass auch das Profil der Band zu ändern. Der Sound wurde rockiger. Die Veränderungen machte man durch einen neuen Namen deutlich. Fortan trat die Band unter den Namen „Vital“ auf; konnte aber nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen.


„Vital“ spielt seit 2005 in folgender Besetzung.

Werner Zentgraf (voc, g)

Heinz Jürgen „Gotte“ Gottschalk (voc, g)

Stefan Rahnsch (voc, bg)

Reiner Fritzlar (key, sax, voc)

Wieland Götze (dr).


Nach Meinungsverschiedenheiten in der Band verließ Woigk 1983 „Vital“, formierte die Band „The Polars“ neu, gründete die Band „Pasch“, mit der er zurück zum Blues fand, und spielte bis zu seiner Übersiedlung in den Westen in beiden Bands. 1992 kehrte er zurück in den Osten. Er betreibt heute die Agentur „Eastside Promotion“ und spielt bei „The Polars“, „The Lazy Dogs“, „Surfbeat“ und „Update“. Letztere ist aus „Pasch“ hervor gegangen.


Auch Axel Glenn Müller spielte zeitweilig bei „Blues Vital“, stieg danach bei Klaus Lenz ein und entwickelte sich zu einem der führenden DDR-Jazzer.


Axel Weidemann schloss 1973 sein Studium an der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar ab und wurde Berufsmusiker. Er spielte u.a. im Orchester Alfons Wonneberg und dem Tanz- und Schauorchester Rostock. Die 'Wende' in der DDR erlebte er als Mitglied des Orchesters Jo Kurzweg, dem er bis 1991 angehörte. Im gleichen Jahr zog er in die Nähe von Berlin und unterrichtet im Fach Schlagzeug an den Musikschulen in Eberswalde und Bernau. Neben dem Television Show Orchester Berlin (1991 bis 1998) spielte er auch bei den „Eberswalder Musikanten“. Seit 2010 lebt er auf der Insel Usedom. Der Musik ist er auch hoch im Norden treu geblieben. Aktuell spielt Weidemann bei "Swing for Fun" und in der Rostocker Band "Fritzings Dixie Crew". Gelegentlich kann man ihn auch bei der "Haff Big Band" aus Ückermünde am Schlagzeug erleben.


Klawonn spielte noch bis 1985 in diversen Thüringer Bands, ging dann zu „Hot String Club“ und hat sich seit 2006 mit der Band „Frau Helga & die heißen Saiten" dem Schlager zugewandt.


(Januar 2014)