Mit 16 Jahren gründete im Jahr 1972 Karl „Kalle“ Aschenbach (g, voc), ein weiteres Thüringer Urgestein, seine erste Band und nannte sie schlicht „Kalles Band“. Zur Band gehörte außerdem der Schlagzeuger Klaus Müller und den Bass bediente Wolfgang „Mackie“ Weyh. Fortan rockten die drei jungen Musiker durch den Süden der DDR und ließen an den Wochenenden auf den Sälen des Thüringer Waldes „die Puppen tanzen“. Ihr Idol hieß Jimi Hendrix. Gecovert wurde was gerade westwärts der Elbe angesagt war (Hendrix, Grand Funk Railroad, Johnny Winter, Edgar Winter); „verschönert“ durch ellenlange Improvisationen. Der Ärger mit den staatlichen Behörden war vorprogrammiert und Spielverbote „wegen Verbreitung kapitalistischer Unkultur“ keine Seltenheit.

1974 holte man mit Waldemar „Waldi“ Luck einen Organisten und mit Heinz Rolf „Rudi“ Sutor einen Sänger in die Band. Die Gruppe „Tramp“ war geboren. Als Weyh mit der Staatsmacht „angeeckt“ war und eine längere Haftstrafe antreten musste, kam für ihn Volker „Vater“ Trautvetter. 1978 wurde „Kalle“ zum Wehrdienst in der NVA eingezogen. Für ihn kam Frank Rohmais (g) in die Band. Mit der veränderten Besetzung änderte sich auch das musikalische Profil. „Tramp“ wurde leiser.

Aschenbach gründete nach Beendigung seines Wehrdienstes „Liederjahn“, kehrte zum Rock ‘n Roll zurück und landete schließlich bei „Travelling Blues“.

„Tramp“ entwickelte sich in den 1980er Jahren immer mehr zu einer reinen Folkrockband, spielte vorwiegend Titel von Dylan und Young mit ausreichendem Freiraum für Improvisationen, und ergänzte das Repertoire durch eigene Titel. Inzwischen waren auch die Medien auf die Band aufmerksam geworden. Die Band hatte sogar einige Gastspiele im östlichen Ausland.

Mit der politischen Wende in der DDR war auch diese Band in Vergessenheit geraten. Anfang der 2000er Jahre sammelte Waldemar Luck neue Musiker um sich und wagte einen Neuanfang. „Tramp“ covert heute vor allem Rockklassiker von Dylan bis CCR; hat aber auch Titel wie „Kling Klang“ (Keimzeit) oder „Am Fenster“ (City) im Programm. Zur aktuellen Besetzung gehören neben Luck: Dieter Rohmeiß (g, fl), Hans-Joachim Ziegler (bg, g, voc) und Manfred Storch (dr).