Rosa Laub

… ist der Titel der ersten – von zwei – ostdeutschen Rockopern. Beide wurden von Horst Krüger komponiert und arrangiert, der auch die musikalische Gesamtleitung innehatte. Das Libretto von „Rosa Laub“ stammt von Waldtraut Lewin. Uraufgeführt wurde die Rockoper am 6. Juli 1979 am „Volkstheater Rostock“. Die Nachricht über dieses Ereignis wurde vom rockbegeisterten DDR-Publikum mit Interesse und Skepsis zugleich aufgenommen; war dies doch für DDR-Verhältnisse ziemlich ungewöhnlich, wenn auch der Name Krüger zu dieser Zeit schon längst für Qualität stand. Jedoch sollte es noch bis 1987 dauern bis ich das Werk sah. Damals wurde „Rosa Laub“ am Berliner Metropol Theater neu inszeniert. 

Krüger (dr, bg) zählt zu den bemerkenswertesten DDR-Musikern. Anfang der 1960er Jahre begann er beim „Berluc-Quintett“ als Schlagzeuger, wechselte aber schon 1962 zum Jazz, wo er in den Formationen von Klaus Lenz den Bass bediente. 1968 wandte er sich der Rockmusik zu und gründete seine erste eigene Band, die anfangs als Sextett, später als Septett auf den Bühnen des Landes stand. Doch der Durchbruch kam 1973 mit der „Horst Krüger Band“. Diese Band war so etwas wie eine Kaderschmiede für DDR-Rockmusiker. Zur Band gehörten u. a. Michael Heubach (Automobil, Lift), „Gotte“ Gottschalk, Bernd Römer (Karat) und Tamara Danz (Silly). Spätestens mit der von Heubach komponierten „Tagesreise“ machte diese Band auf sich aufmerksam. Dieser Titel, den Heubach später bei „Lift“ neu arrangierte, gehört – in meinen Augen – zu den besten DDR-Rocksongs. 1976 löste Krüger die Band auf und arbeitete fast ausschließlich als Komponist.

Das Interesse des rockbegeisterten Publikums an „Rosa Laub“ galt primär der Musik. Für die sorgte die Rostocker Amateurband „Badister“. Zu der 1969 gegründeten Band gehörten: Reinhard Möller (keyb), Knut Benedict (bg, voc), Hans Joachim Seering (dr, voc), Wolfgang Fennel (g, voc/bis 1975), Johannes Bergmann (g, voc/ab 1974) und Michael Möller (voc, v, perc/ab 1974). Benedict und Seering hatten übrigens vor „Badister“ schon gemeinsam mit Wolfgang Ziegler (ex-WIR) in der besonders im Norden der Republik bekannten Beatband „Baltics“ gespielt. Der heutige Musikproduzent Reinhard Möller ist meines Wissen das einzige noch im Musikgeschäft tätige ehemalige Bandmitglied. „Badister“ spielte liedhafte, mit plattdeutschen Texten versehene Rocknummern. Der 1979 auf einem AMIGA-Sampler veröffentlichte „Stotterer-Blues“, dürfte wohl die bekannteste Eigenkomposition gewesen sein. Ein Teil der 22 Rosa-Laub-Songs wurden 1982 bei AMIGA auf Langrille gepresst. Die Band lieferte übrigens auch die Musik als Waldtraud Levin 1977 das Popmusical „Auf Glas gemalt“ der Polin Katarzyna Gärtner in Rostock auf die Bühne brachte. 

 

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