Mugge, Mucke oder gar Mukke

 

Wie denn nun? Mir scheint, es gibt weit mehr sprachliche Barrieren zwischen Ost und West, als nur den Goldbroiler oder das Viertel vor Zwölf.

Während man im Westen Deutschlands von je her einen Gig veranstaltet oder bestenfalls eine Mucke, spricht man im Osten von einer Mugge und meint dasselbe. Oft genug wurde ich gefragt, woher diese Unterschiede kämen. Ich wusste es nicht; kannte ich doch nur die Mugge.

Doch es gibt eine Erklärung. Diese fand ich ausgerechnet aufder Webseite der Leipziger Ostrockband „P 70“. Hätte man doch annehmen können,der Begriff Mugge sei eine sächsische Variante. Doch weit gefehlt. Unter Mugge versteht man demnach ein Musikalisches Gelegenheitsgeschäft. Dieser Begriff stammt doch tatsächlich aus einer DDR-Honorarordnung aus den 1950er Jahren und erlebte in den 1970er Jahren mit dem Entstehen einer ausgeprägten Rock- und Bluesszene in Ostdeutschland,besonders im Amateurbereich, seine Renaissance. Eine zeitgemäße Übersetzung wäre dann wohl eher "Musik gegen geringes Entgeld".

Hingegen könnte der in den alten Bundesländern gebräuchliche Begriff von Mukke abgeleitet worden sein. Mukke stammt aus dem Rotwelsch und bedeutet soviel wie Betteln. Eine Hinleitung zum Straßenmusikanten erscheint im Bereich des Möglichen. Vielleicht ist aber die Mucke auch nur von "Aufmucken" im Sinne von Aufbegehren abgeleitet. Das gefiele mir schon besser!

(März 2011)