Panta Rhei

…nannte sich eine 1971 gegründete Rockband, die, wenn sie auch nur kurze Zeit Bestand hatte, als Beweis für das hohe musikalische Niveau der DDR-Rockmusik an zuführen ist. „Panta Rhei“ galt nach dem Ende der Beatära in der DDR als eine der führenden Bands der Ostszene. Die Band um Herbert Dreilich orientierte sich sehr stark an „Blood, Sweat and Tears“ und „Chicaco“, und wurde zur damaligen Zeit auch von mir - neben „SOK“ und der ungarischen Band „Bergendy“ - favorisiert. Das Repertoire von „Panta Rhei“ reichte neben am Jazz orientierten Rocknummern über Balladen bis hin zu reinen Soul- und Bluesstücken. Die Band hatte von Anbeginn eigene Stücke im Programm. Teils tanzbare Nummer, aber auch experimentelle Konzertstücke, die fast alle durchweg vordere Plätze in den DDR-Hitparaden erlangten. Songs wie „Play with fire“, „Alles fließt“, „Losverkäufer“, „180 Tage“ oder „Blues für John Henry“ sind mir noch im Gedächtnis geblieben. Beim DDR-Label „Amiga“ erschien 1973 eine Langspielplatte. Eine weitere LP „Die frühen Jahre“ veröffentlichte „Amiga“ 1981, lange nach dem Ende der Band. „Panta Rhei“ wurde 1975 aufgelöst, nachdem innerhalb der Band Uneinigkeit über die weitere musikalische Entwicklung bestand. In 2001 und 2008 erschienen bei „Buschfunk“ bzw. „Sechzehnzehn“ zwei CDs.

Zur Urbesetzung gehörten: Herbert Dreilich (g, voc), Ullrich Swillms (p, org), Hans-Henning Protzmann (bg), Johannes Lemke (dr) und Joachim Schauch (as, fl). Noch im Gründungsjahr stieß Veronika Fischer zur Band. Sie hatte 1971 bei „Stern Meißen“ begonnen, wo sie ihre Vorliebe zu schwarzer Musik entdeckt hatte und vor allem Aretha Franklin coverte. Bei „Pantha Rhei“ bekam sie, dank Dreilich, den Blues und entdeckte Janis Joplin. Ab 1973 kam es zu häufigen Besetzungswechseln, sodass Kontinuität und Qualität von „Panta Rhei“ langsam verloren ging. Nachdem Ausscheiden von Lemke kam Frank Hille (1949 bis 2004), der in der DDR mehrfach als bester Schlagzeuger geehrt worden ist. Weitere Mitglieder waren die Bläser Ralf Stolle, Bernd Richter, Rudolf Ulbricht, Lothar Kehr und Konrad Körner.

Mit Ausnahme der Bläser machten alle Bandmitglieder in ihren Nachfolgebands „Karat“, „Veronika Fischer & Band“, „4 PS“ und „Pankow“ Karriere. Doch mit der deutlichen Hinwendung zu Mainstream erlosch das Interesse meinerseits. Und das sicherlich nicht nur bei mir. Dies gilt übrigens auch für die Nachfolger von Renft und „Klosterbrüder“. Noch Schlimmer empfand ich übrigens die Abwanderung des ehemaligen Bürkholzsängers Hans-Jürgen Beyer, der einst als Chris Farlow der DDR gehandelt wurde, in den Schlagerbereich.

(Mai 2009)

"Panta Rhei" ist wieder da!

Anfang 2015 gründete Henning Protzmann gemeinsam mit seinem langjährigen Begleiter Matthias Hessel eine neue Formation, die er "Henning protzmann's Panta Rhei" nannte.

Siehe Hier!

(August 2015)

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