Es war im Frühsommer 2011, als ich mal wieder auf der A 13 in Sachen Blues unterwegs war. Und da passierte, was ich eigentlich tunlichst vermeide. Ich MUSSTE rasten.

Also steuerte ich die nächste Autobahntankstelle an, parkte den Wagen und ging zu den Toiletten. Verschlossen!

Ich betrat die Tankstelle, wartete einen günstigen Moment ab und fragte diskret nach den Toilettenschlüsseln. Die junge Dame am Tresen aber rief lauthals nach ihrer Kollegin: „Heike, der junge Mann hier will den Toilettenschlüssel.“ Sofort richteten sich alle Augenpaare auf mich. Nun hätte ich ja den Schlüssel dezent verbergen und schleunigst verschwinden können. Aber wie? Statt eines Schlüsselanhängers baumelte ein Riesenmonstrum von Plastikflasche am Schlüssel. Nicht genug! Ich wollte gerade die Tankstelle verlassen, als die nette Dame hinter mir herrief: „Damentoilette“. Ungläubig fragte ich nach. Sie blieb hartnäckig.

No problem! Ich suchte also die Damentoilette auf. Um eventuellen weiteren Peinlichkeiten aus dem Weg zu gehen, verschloss ich vorsichtshalber die Tür von innen. Es kam wie es kommen musste. Im Minutentakt versuchte man von außen die Toilettentür zu öffnen. Ich beeilte mich, um diesen ungastlichen Ort so schnell wie möglich verlassen zu können. Als ich die Tür öffnete traf mich fast der Schlag. Vor der Tür wartete eine Schlange von etwa 30 Damen. Es war wohl gerade ein polnischer Reisebus eingetroffen. Ich bedeutete den Damen, dass ich die Toilette verschließen müsse und den Schlüssel bei der Kassiererin abzugeben hätte. Prompt trotteten die 30 Damen im Gänsemarsch hinter mir her.

Die Moral von der Geschichte: Das gab es früher alles nicht, denn da gab es keine Toiletten auf den Parkplätzen!