Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass ich mit besonderer Aufmerksamkeit die Leipziger Szene beobachte. Und da hat sich etwas getan, was der übrigen Blueswelt (fast) verborgen geblieben wäre, wenn da nicht das world wide web wäre. Am 30. Oktober 2011 erschien bei dem Leipziger Label "RUM Records/Löwenzahn" eine beachtenswerte Bluesscheibe. "Out Of Pain" ist das Debütalbum von Thomas Hanke und Plaintive Cry. Die Record Release Party fand am 31. Oktober 2011 im "UnterRock" statt. Wo sonst?

Aufgefallen war mir der junge Hanke bereits zum Sommernachtsblues mit „Mama Basuto“ am 26. August 2011 in der „Parkbühne Geyserhaus“. Hanke ist seit 1988 Berufsharper. Dies dürfte in der DDR wohl einmalig gewesen sein. Bekannt geworden ist er allerdings erst einige Jahre später mit dem Blues Duo „Last Fair Deal“.  Nach dessen Auflösung im Jahr 2007 entstand „Plaintive Cry“. In dieser Formation wird Thomas Hanke (harp) begleitet von Rick Ulrich (voc, g) und dem Kontrabassisten Manfred Hellmuth. Ulrich kennt man als langjährigen Begleiter von Sängerin und Songschreiberin Heike May.

„Out Of Pain“ beinhaltet elf englischsprachige Songs. Freunden des geradlinigen, schnörkellosen Blues sei diese Scheibe wärmstens empfohlen. Erzählt werden vorzugsweise traurige, wehmütige Alltags- und Lebensgeschichten. Aber sie erinnert auch an hervorragende Bluesmusiker wie Muddy Waters. Mit der Interpretation von „When The Rain It Pours“ wird an Charlie Musselwhite gedacht. Und „Get Off My Cloud“ ist natürlich Mick Jagger und Keith Richards gewidmet. Das meisterliche Harpspiel Hankes und die beeindruckende Stimme Ulrichs transportieren auf dieser CD glaubhaft Bluesfeeling pur. Viel Spaß beim Hören.

(Januar 2012)

Hanke (rechts) mit "Codse" Malditz im August 2011