Raumer 39 Beat

Text u. Musik: Wolfram Bodag


Schweiß treibt Schweiß

Die ganze Bude glüht

Es ist stickig heiß

An der Wand klebt’n Land

Wo irgendjemand mal den Rock’n Roll erfand

Ein Land aus Stein...

Hinterm Tresen

Steht’n Wesen

Der hat alles durch

Was mal Scheiße war

Macht den besten Kaffee

Seine Waffe

Ist’n alter Bass

Aus einem sechziger Jahr

Ein Bass aus Stein...

Auf der Bühne steht

n’ Trio, das nie untergeht

Die spiel’n seit zwanzig Jahr’n

Das alte Zeug

Und das geht...

In der Ecke

tanzt’n Typ

Der sollte Taxi fahrn

Nicht auf Weiber starrn

Knautschlack-Elli

Kommt daher

Und räumt dem Taxifahrer

Die Taschen leer

Da hat sie Mut

Das kann sie gut

Was soll sein

Der tanzt wie’n Stein

Der tanzt wie’n Stein

’n Kerl wie’n Stein

’n blöder Stein

Auf der Bühne...

Und die Band haut rein

Als käme sie aus dem

Land aus Stein

Route 66 – die Gitarre macht’n Knicks

Und die Band haut rein...

Taxi –Steinmann spricht von Liebe

Knautschlack-Elli kriegt’n Griebe

Sie rennt aufs  Klo drückt die Pickel raus

Der Spiegel weint

 

Ramba Zamba - krachevoll

Jetzt tobt der Beat

Und alle

Fühlen sich wohl

Route 66 – und Elli macht’n Knicks

Keine Ahnung, was sich Engerling - Frontmann Bodag dabei dachte, als er „Speiche“ in diesem Song als Wesen bezeichnete. Aber eine lebende Legende ist das Gründungsmitglied und Bassmann der Kultband „Monokel“ mit Sicherheit.

 

Noch weniger Ahnung habe ich, ob Speiche’s Kneipe in irgendeinem Berlin - Reiseführer aufgeführt ist. Ich jedenfalls führe meine Berlin-Gäste mit Sicherheit in diese Kneipe mitten im Szenebezirk „Prenzlauer Berg“.

 

Als die Berliner Mauer fiel, zog es Jörg „Speiche“ Schütze aus seinem „Westberliner Exil“ zurück in den Osten, wo er im Hinterhaus der Raumer 39 eine Wohnung bezog. Ein Jahr später eröffnete er im Vorderhaus seine Kneipe, die sich inzwischen neben dem „Garbaty“ in Pankow längst zu einem ultimativen Treffpunkt der Ostberliner Blues- und Rockszene entwickelt hat. In erster Linie ist die Raumer 39 eine Kneipe, eben DER Szenetreffpunkt. Manch einem mag das Ambiente mit all dem Schnick - Schnack an den Wänden weniger gefallen. Dennoch ist der„Laden“ meist gut besucht. Übrigens, ob sein Kaffee wirklich so gut schmeckt wie „Boddi“ behauptet, kann ich nicht beurteilen. Das Hefeweizen jedenfalls schmeckt.

 

Regelmäßig gibt es auch Live-Musik. Meist sind es Lokalmatadoren. U. a. haben auf der kleinen Bühne schon Pascal von Wroblewsky, Eb Davis, Hatti St. John, Harry Blochel und Nina T. Davis gestanden. Aber damit ist nicht genug; Nunmehr schon seit ein paar Jahren sendet www.rockradio.de, präsentiert von Peter Thinius,  jeden Dienstag zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr live aus Speiche’s Kneipe.

 

Speiche’s Rock und Blueskneipe

Raumerstraße 39

10437 Berlin

Tel.: 030/444 5624

 

(April 2012)


Bekanntermaßen feierte "Speiche" am 27.Oktober 2011 auf der Bühne der Kulturbrauerei seinen 65. Geburtstag. Gäste waren ja ausreichend gekommen.

Inzwischen hat er sich sozusagen selbst in den Ruhestand versetzt und den Platz hinter dem Tresen verlassen. Aufs Altenteil wird er sich aber noch lange nicht setzen, geht doch seine Band ab August richtig lange auf Tour.

Der neue Mann hinter dem Tresen ist kein Unbekannter. Wolf hat lange, sehr lange das "Garbaty" in Pankow am Leben erhalten. Neue Besen kehren gut... Nicht doch! Es bleibt wie es war! Gut so!

(September 2012)