Ich finde, es ist unbedingt berichtenswert, wenn junge Musiker antreten um den Sound der 1970er Jahre am Leben zu erhalten, denn so oft kommt das nicht vor. Einige von ihnen, beispielsweise „Double Vision“ oder „Footsteps“,  machen das sogar richtig gut. International sind es vor allem Olli Brown oder „The Brew“. Inzwischen haben sich auch die jungen Holländer von „De Wolff“ in Deutschland vorgestellt.

Derzeit ist in aller Munde, was Berlin nicht kann bzw. nicht hat. Gute Musiker hat Berlin allemal; auch seine Youngster. Mit „The White Dukes“ legt Berlin sogar noch einen oben auf.

Im Frühjahr 2008 trafen sich ein paar gerade Mal 10 bzw. 11jährige Jungen (Jahrgang 1997). Sie beschlossen in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten und fortan gemeinsam Musik zu machen. Damals nannte man sich „F.A.L.E.“ und coverte von „AC/DC“ bis Hendrix. Mindestens genauso lange ist es her, dass ich Adrian Dehn und seine Freunde im Vorprogramm der „East Blues Experience“ erstmals auf einer Bühne erlebt habe. Das war noch in der „Jägerklause“, einem traditionsreichen Laden, den es schon längst nicht mehr gibt. Inzwischen steht Adrian quasi als Dauergast mit EBE auf einer der Bühne.

Schon zwei Jahre später bestand das Repertoire von Adrian Dehn (voc, g), Leo Vaessen (dr) und Toni Schmidt (bg) fast ausschließlich aus eigenen Songs, durch die Bank weg Gitarrenrock im Stile der 1970er Jahre. Und das ist gut so! Inzwischen nennt man sich „The White Dukes“, hatte die ersten Auftritte, vor allem als Begleitband von Pico Rock.

Nun sind sie angetreten, um die großen Bühnen zu erklimmen. Das Zeug dazu haben sie; sozusagen von Kindesbeinen an. Haben sie doch alle drei bekannte Vorbilder. Adrian – der Name verrät es – ist der Sohn von Ronny Dehn. Papa Dehn trommelt neben der „East Blues Experience“ derzeit bei „Silly“ und den „Zöllnern“. Leo ist der Sohn von Uwe Hassbecker (Silly) und hat bereits in der legendären Band seines Vaters getrommelt. Und Toni ist gewissermaßen „Meisterschüler“ von „Jäcki“ Reznicek, der einst bei EBE und „Pankow“ den Bass bediente und es heute vor allem bei „Silly“ tut. Seit 1991 hat Reznicek eine Professur an der Hochschule für Musik in Dresden und hat mehrere Basslehrbücher publiziert.

(Mai 2012)