Das Kundenbuch. Blues in Thüringen

Michael Rauhut, Dr. phil. (geb. 1963 in Altdöbern) ist spätestens seit dem Erscheinen der „Bibel“ der DDR-Blueser und –Tramper Bye, bye Lübben-City ein Begriff in der Ostbluesszene.

Der studierte Musikwissenschaftler Rauhut war u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungszentrums für populäre Musik an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie des Instituts für zeitgeschichtliche Jugendforschung Berlin, und gilt als exzellenter Kenner der DDR-Rock und Bluesszene. Veröffentlicht hat er inzwischen 7 Bücher, darunter u.a. Beat in der Grauzone, Rock in der DDR 1964 bis 1989 und das Freygang-Buch.

Am 1. Juli 2011 veröffentlichte die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen seine neueste Publikation, die sich erneut mit der reichhaltigen Geschichte des Blues in der DDR beschäftigt und in der Rauhut sich auf kultur- und politikgeschichtliche Spurensuche speziell in der Thüringer Blueshochburg begibt. Auf 170 Seiten gibt Rauhut erneut einen Einblick in die trampende Szene der DDR und widerspiegelt treffend das Lebensgefühl der DDR-Hippies. Mit diversen Privatfotos „bebildert“ ist auch dieses Buch mehr als eine Reise in die Vergangenheit.

Im ersten Abschnitt „Driftin’ Blues“ erfährt der Leser Interessantes über Bands, wie Travelling Blues, Ergo, Pro Art, Mr. Adope, Onkel Tom u.a. Im folgenden Abschnitt behandelt Rauhut die Rolle der Kirche als Zufluchtsort und oppositionelles Zentrum der Bewegung; stellt u.a. deren führende Köpfe vor. In „I’m Ready“ behandelt der Autor die Reaktion des Staates und gibt einen tiefen Einblick in die Überwachungsmechanismen.

Schließlich wagt Rauhut auf den letzten Seiten einen Blick in die Gegenwart, der meiner Ansicht nach viel zu kurz geraten ist, denn SIE SIND IMMER NOCH DA!

(Oktober 2011)