"Für alle, die den Blues haben...",

 

so die Einleitung Theo Lehmann's in seinem Buch Blues & Trouble.

Erschienen ist die 1. Auflage 1966 im Henschelverlag Kunst und Gesellschaft (Ost)Berlin.

Eine 2., überarbeitete Auflage erschien 1980 im Musikverlag VEB Lied der Zeit Berlin.

 

Auf 151 Seiten beschreibt Lehmann die Anfänge der Bluesgeschichte, hat unzählige Bluestexte ins deutsche übertragen, stellt die Klassiker des Blues' von Mildred Bailey bis Howlin' Wolf vor, und schuf somit das erste Buch über den Blues, welches in der DDR veröffentlicht worden ist, und einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des Blues in DDR leistete. Das Vorwort schrieb Martin Luther King, jr.

 

Der Autor (geb. 19. Mai 1934 in Dresden) ist Theologe und Jazzexperte.

Schon frühzeitig begann sich Lehmann für "schwarze Musik" zu interessieren. Inspiriert durch die Sendung "Blues for Monday" von Günter Boa auf AFN beschaffte er sich in Westberlin die ersten Platten. Eifrig schrieb er die Texte mit und schuf sich so die Basis für sein späteres Buch.

Während seines Theologiestudiums in Leipzig besuchte er, die damals noch illegalen, Veranstaltungen des Jazzclub Leipzig. Seine Dissertation schrieb er über Negrospirituals. Dies war in der DDR unmöglich, ohne umfangreiche Kontakte in das westliche Ausland zu haben. Und dies wiederum erweckte den Argwohn der Staatsmacht.

Anfang der 1960er Jahre traf er auf einer Jazzveranstaltung in der Nähe von Halle auf Eberhard Geiler vom Henschelverlag. Die Idee zu einem Buch über den Blues wurde geboren. Anfangs nutzte auch das Staatslabel "Amiga" sein umfangreiches Wissen. Lehmann konnte einige Covertexte schreiben.

Doch spätestens Anfang der 1970er Jahre, als er als Pfarrer im heutigen Chemnitz, unter dem Dach der Kirche Vorträge über den Blues hielt und Jugendgottesdienste veranstaltete, und so scharenweise junge Leute in die Kirche lockte, lange bevor es in Ostberlin die legendären Bluesmessen gab, geriet auch er in den Fokus des Ministeriums für Staatssicherheit.

(Juli 2012)