Erstmalig ist mir die Thüringer Band auf dem Herbst-Winter-Programmzettel des Rockclubs in Frohburg aufgefallen. Eigentlich hätte ich sie längst im Line Up des Bluesfaschings entdecken müssen, denn seit 2007 stehen sie mit schöner Regelmäßigkeit auch in Apolda auf der Bühne.

Klar ist mir, dass man sich auf "Letschos" guten (Musik)Geschmack verlassen kann, aber auch der originelle Bandname machte mich neugierig.

 

Die Anfänge der "Restposten - Bluesband" reichen bis in das Jahr 1999. Damals "verzogen" sich Rüdiger Zech (bg) und Jochen "Joe" Saul (g, voc) gemeinsam mit Freunden immer öfters in den Proberaum. Zuvor hatten sie zusammen in der Jenaer Band "Schnapphans" gespielt. Was "Just for fun" begann, nahm im Laufe der Zeit Gestalt an. Man erarbeitete sich ein eigenes Programm mit Songs von Hendrix bis Johnny Winter, coverte aber auch Blueslegenden, wie B.B. King und hatte auch einige Gigs, die anfänglich eher privaten Charakter trugen.

 

Offiziell wird das Jahr 2002 als Gründungsjahr angegeben. Damals spielte man das erste öffentliche Konzert anlässlich des Studentenfaschings in Weimar. Zur Band gehörten damals neben Saul und Zech: Ralph Petzold (g) und Schlagzeuger Olaf "Maggi" Magnus.

Kurze Zeit später verstärkte der Pianist Gert Jennicke das Quartett. Mit seiner Hammond-Orgel ergaben sich neue musikalische Möglichkeiten, sodass das sich Repertoire der "Restposten-Bluesband" erheblich erweiterte. Beispielsweise fanden nun auch Songs von Garry Moore und den "Allmann Brothers" Eingang ins Programm.

 

Als Magnus im Jahr 2004 die Band verlassen hatte und ihr Fortbestand in Gefahr geraten war, kamen gleich zwei erfahrene Musiker und brachten frischen Schwung in die Band. Hans-Jürgen "Larry" Hillert übernahm den Platz am Schlagzeug. Hillert hatte bereits bei "Pasch" und 1993 eine zeitlang bei "Kirsche & Co." getrommelt. Seit 1990 ist er Dozent und Fachbereichsleiter an der Musikschule "Ottmar Gerster" in Weimar. Neu in die Band kam auch Harper Knut Schröder und löste "Joe" am Mikrofon ab, der sich fortan ganz auf seinen Job als Gitarrist konzentrieren konnte. Schröder kennt man von der "Jolly Joker Bluesband" aus Gotha, wo er seit ihrer Gründung im Jahr 1984 den Ton angibt.

 

Im Februar 2007 spielte die "Restposten-Bluesband" erstmals auf dem Bluesfasching in Apolda. Doch bei diesem Auftritt war Bandgründer Zech aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr dabei. Nur wenige Wochen später, im Mai 2007, verstarb er. R.I.P

Auch Petzold hatte längst aus gesundheitlichen Gründen seine Musikerlaufbahn aufgeben müssen.

 

Erneut stand die Band vor dem Aus; konnte aber mit Michael Steps einen neuen Bassisten finden. Mit ihm hatte Saul schon in den 1970er Jahren bei "Polyphon" gespielt, jener Band, die Bandgründer und Rockurgestein Bernhard "Kani" Kanhold aus Weimar vor 6 Jahren auf dem Weimarer Zwiebelmarkt zurück auf die Bühne brachte.


aktuelle Besetzung:

Jochen Saul (g)

Gert Jennicke (keys)

Knut Schröder (voc, harp)

"Larry" Hillert (dr)

Michael Steps (bg)

 

(Juli 2012)