Zelinka

... nennt sich ein im September 2010 gegründetes Instrumentalprojekt.
Zur Band gehören:
Bernd "Fleischmann" Fleischer (g)
Torsten Grossmann (b)
Kay Rohr (dr)

Die drei Herren bieten einen abwechslungsreichen Sound, der zum Teil sehr rockige, vom Blues beeinflusste, bis hin zu funkigen, ja sogar jazzigen Tönen reicht. Alles in allem: rockige Musik, bei der das kraftvolle Gitarrenspiel von "Fleischmann" im Vordergrund steht. Anleihen bei Jeff Back und Steve Winwood sind unverkennbar. Liebhaber von urwüchsiger Stromgitarrenmusik kommen bei "Zelinka" auf ihre Kosten. Das Repertoire umfasst sowohl Coverversionen, als auch Eigenkompositionen mit ausreichend Freiraum zum Improvisieren. Wie man lesen konnte, ist der erste eigene Tonträger bereits in Arbeit.
Die Band ist in Leipzig beheimatet und war bislang auch nur auf heimischen Boden live zu erleben, obwohl ihr ein größerer Bekanntheitsgrad zu wünschen wäre.

Fleischer, 1957 in Meißen geboren, ist ein Rockurgestein. Mit 16 Jahren gründete er seine erste eigene Band. Die "Privileg Blues Band", damals mit Achim "W" Wache (heute: "Condor"), bestand bis 1977. Das Ende kam, als Fleischer seinen Wehrdienst antreten musste. Spätere Stationen waren "Brückenhaus" (Dresden), "Block" (Chemnitz), "Heinz" (Berlin), Brigitte Stefan & Meridan (Chemnitz) und die Leipziger Band "Zoe".
Nach einem Studium an der Musikhochschule in Dresden wurde Fleischer Berufsmusiker und spielte von 1986 bis 1999 bei "Berluc".
Weitere Stationen waren "Factory of Art" und die "Die Maßlosen".
Seit 1999 spielt er gemeinsam mit "Moppel" Möbius (ex-Morgentau) und Larry B. Brödel (2008 bis 2012 Sänger bei Stern Meißen) bei der Leipziger Kultband "Krause Band" und ist auch solistisch tätig. In 2008 erschien seine erste eigene CD "Lass mich meckern".

Auch Bassmann Grossmann ist Vollblutmusiker mit Berufsausweis aus DDR-Tagen. Seine musikalische Karriere begann im "Studio-Team Leipzig". Auch er spielte lange Zeit bei Brigitte Stefan, bis er in den 1990er Jahren bei "Kactus" einstieg. Neben "Zelinka" hält er einen Stammplatz in der Leipziger Ostrock-Coverband "P 70".

Drummer Kay Rohr hat lange Jahre bei "Mad Doxxx" gespielt, einer Band, die man gelegentlich auch in Berlin erleben kann. Aber bereits 2007 ist er bei "Mad Doxxx" ausgestiegen, um eigene musikalische Ideen zu verwirklichen. Mit "Breakfest in L.E." wandelt er erfolgreich auf den Spuren von "Supertramp". Manch einer kennt ihn aber auch "nur" als den "Vater" der Leipziger Bierbörse.

(November 2012)

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Im August 2013 veröffentlichte das Trio "Zelinka" ihr gleichnamiges Debütalbum. Noch rechtzeitig vor meinem Urlaub in meinem Briefkasten landend, hatte ich so ausreichend Möglichkeit mir die Scheibe auf der Fahrt nach Ostfriesland "rein zuziehen", denn für gewöhnlich muss eine CD etliche Runden laufen, bevor ich mir ein endgültiges Urteil erlaube. Ich war gespannt, zumal es mir bislang noch nicht vergönnt war die Band live zu hören.

Mein erster Eindruck: Ungewöhnlich! Ungewöhnlich deshalb, weil alle 10 Titel instrumental eingespielt worden sind. Für gewöhnlich transportiert der Musiker seine Botschaft in Einheit von Text und Komposition. "Zekinka" aber, verzichtet völlig auf die sprachliche Ausdrucksform, was mir wiederum die Möglichkeit gab mich voll auf die Musik zu konzentrieren.
Nein, ein Mangel ist dies nicht. Die drei Herren haben eine durch und durch professionelle Scheibe abgeliefert. Wen wundert es, sind die Herren Berufsmusiker mit solider Ausbildung aus DDR-Zeiten.

Zu hören sind rockbetonte Nummern, bei denen die erstklassige Gitarrenarbeit von Bernd Fleischer im Vordergrund steht.
Besonders der exakt 4:46 minutenlange Einsteiger Catacomb", aber auch "Gipsy March" und "Toxic" sind klassische Rocknummern, versehen mit einer modernen Note. Letztere Nummer hätte auch durchaus von Altmeister Hendrix stammen können.
Bei der zweiten Nummer "Safanga" , die ebenso wie "Room Nr. 15" aus der Feder von Bassmann Torsten Großmann stammt (alle übrigen Titel wurden von Bernd Fleischer geschrieben) , dominieren die Funk-Rhythmen. "Funky Bitch" setzt noch einen oben drauf. Bei diesem Titel werden die funkigen, ja sogar jazzigen Einflüsse noch deutlicher. Vor allem aber brilliert bei dieser Nummer Großmann mit einem atemberaubenden Bass-Solo, dessen saubere Bassarbeit schon bei "Room Nr. 15" auffällig geworden war.
Doch was wäre Rockmusik ohne Schlagzeug ? Kay Rohr bietet am Schlagwerk ein solides Gerüst.
Auch wenn es schwer fällt, "The Cat" habe ich zu meinem persönlichen Favoriten erkoren. Besonders auffällig das ständig wechselnde Tempo; einfach herrlich wie die Gitarre zu ausgedehnten Soli ausbricht, um anschließend in das gefällige Grundthema zurück zufallen.
Fazit: Kraftvolle Rockmusik mit deutlichen Einflüssen von Jazz, Funk und Blues. Musik für Kenner und Genießer!
(September 2013)