Next Generation of Blues Rock. Mit diesem Slogan unternahmen im Februar 2013 drei junge Nachwuchsbands aus dem Osten der Republik eine Mini-Tour durch Sachsen und Thüringen.
Ich denke, dass so etwas unbedingt mal wiederholt werden sollte. "Footsteps" aus Torgau, "Electric Hoodoo" aus Dresden und "The Core" aus Gera taten sich sozusagen zu ihrer ganz eigenen "Blues Caravan" zusammen, um zu beweisen, dass der Blues Rock noch lange nicht am Ende ist und es egal ist, ob man irgendwo in den Sümpfen des Mississippi oder in einer ostdeutschen Plattenbausiedlung aufgewachsen ist. Dass die große Schwester aus dem Hause Ruf zeitgleich durch die deutschen Klubs unterwegs war, war wohl eher zufällig.

"Footsteps" wurden hier bereits ausführlich vorgestellt.
Phillip Ohlendorf (voc), Max Georgi (g, voc), Florian Eschenlor (harp, g), Joachim Zeugner (b) und Benjamin Preuß (dr) - das sind "Electric Hoodoo". Inspiriert von "Graveyard" und "Wolfmother" basteln die jungen Sachsen seit September 2011 beharrlich an ihrem eigenen Stil. Und dort wo sie auf der Bühne stehen, zelebrieren sie eine elektrisierende Hoodoo-Session.
"The Core" zeigten sich in 2010 erstmals öffentlich. Letztes Jahr gewannen sie den Band-Clash in Leipzig. Fabian Henschel (g, voc), Clemens Reichmann (p, org), Lucas Hauser (dr) und Alex Strenge (bg) nehmen deutliche Anleihen bei klassischen Hardrock-Bands der 1970er, wie "Led Zeppelin" oder "Pink Floyd", mischen deren Sound mit Jazz-, Blues-, ja sogar Klassikelementen. Resultat ist ein frischer Sound, der durch Klavier und Hammondorgel eine eigen Handschrift bekommt, und den die Band selbst als New Psychedelic Rock bezeichnet. Im Laufe der Zeit kam auch eine ganze Menge eigenes Material zusammen, welches inzwischen auch auf einem Album veröffentlicht worden ist.

Aber das ist längst noch nicht alles.
"Double Vision", die Thüringer Gallagher-Tributband, hat sich längst in die erste Liga gespielt. Auf Stephan Graf (g, voc), Torsten Sieboldt (b) und Silvio Remus (dr) ist man inzwischen auch westwärts der Elbe aufmerksam geworden. Gut so!
Spätestens seit dem Apoldaer Bluesfasching 2013 weiß man in der Szene wer "iNUTERO" ist. Wie zu erfahren war, hat deren Auftritt nicht nur bei den ergrauten Bluesern in der Tiefgarage Begeisterung ausgelöst, sondern hat ihnen auch einen Anruf aus der "Rockjungfer" im benachbarten Arnstadt eingebracht. Udo Worbs ist bekannt für guten Musikgeschmack. Auch bei "Letscho" in Prießnitz sind sie längst fest gebucht.
Aber auch Berlin hat seinen Bluesrock-Nachwuchs. Der zeigte sich mir unlängst in Schöneiche. Es war ganz große Klasse, was Andi Robson (g, voc), Lars Sauthoff (b) und Sebi Müller (dr) da - ohne Ehrfurcht vor dem nachfolgendem Act - ablieferten. Ihr Debüt-Album "Urban Fox Connection" dreht seit Tagen Runde um Runde in meinem Player. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Stichwort: Blues Caravan
Sollte mir Herr Ruf irgendwann einmal über den Weg laufen, so werde ich ihm den gut gemeinten Rat geben, sich doch mal mit den einheimischen Szene auseinander zusetzen. Wo ist "Ruf Records" eigentlich beheimatet? Ach ja, in THÜRINGEN...
(Februar 2013)

Jetzt ereilte uns via Facebook die Nachricht, "Electric Hoodoo" habe sich aufgelöst.

(November 2015)

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