„Together we have a lot of fun combining all these musical influences in our own way, writing our own material and doing our own versions of songs we love. Always with great respect for each other and, of course, for all the great music that inspires us. Music and Respect – that is what UrbanFoxConnection to me is all about.”  

Zitat: Andy Robson/October 2011)

Musik aus Leidenschaft

The Next Generation of Blues Rock. Mit diesem Slogan unternahmen im Februar 2013 drei junge Nachwuchsbands aus dem Osten der Republik gemeinsam eine Tour durch Sachsen und Thüringen, um zu beweisen, dass der Blues Rock noch nicht am Ende ist, und es egal ist, ob man irgendwo in den Sümpfen des Mississippi oder in einer ostdeutschen Plattenbausiedlung aufgewachsen ist. Alexis Korner soll im Anschluss an eine Tour durch die DDR gesagt haben: „Nirgendwo wird der Blues besser verstanden als in Texas und in der DDR“.  Nun, die DDR ist untergegangen, aber nicht die Bluesszene im Osten Deutschlands.  Die hat sogar ordentlich Nachwuchs bekommen. Bands wie „Double Vision“ und „The Core“ aus Thüringen oder „iNUTERO“, „Electric Hoodoo“ und „Footsteps” aus Sachsen stehen bereit, um in die Fußstapfen von Kerth, Diestelmann, „Boddi“ oder eines „Speiche“ zu treten.

Auch Berlin hat seinen Nachwuchs in Sachen Bluesrock. Der zeigte sich mir am 9. Februar in Schöneiche bei Berlin. Gekommen war ich um die „Hamburg Blues Band“ mit Maggie Bell und Miller Anderson zu erleben. Man war noch beim Small-Talk unweit des Tresens, als es plötzlich laut im Saal wurde. Ach ja, der Support. Eher zögerlich strömte das Publikum in den Saal. Doch schon die ersten Akkorde ließen mich aufhorchen. Da standen drei junge Männer auf der Bühne und spielten ohne Ehrfurcht vor dem nachfolgenden Act. „Whole Lotta Love“ war ihre erste Nummer. Und die spielten sie auf eine Weise, die mich ungeheuer beeindruckte; kaum wieder zu erkennen war, und mir fast besser als das Original gefiel. Erst jetzt blätterte ich im Programmflyer der Kulturgießerei, um nachzulesen, mit wem ich es hier zu tun hatte.

„UrbanFoxConnection“ nennt sich das Projekt, welches Anfang 2011 von Andy Robson (Gitarre, Gesang) ins Leben gerufen worden ist. Robson ist Anfang 30 und Autodidakt. Seine anfängliche Absicht Musik zu studieren, hat er später verworfen. Es ist nicht „die Kohle“, die ihn treibt. Es ist pure Leidenschaft zur Musik, und genau das spürt man auch. Ihm zur Seite stehen professionelle Musiker. Den Bass bedient Lars Sauthoff. Er spielt bereits seit seinem 13. Lebensjahr, nahm Unterricht bei Jürgen Attig und Sigi Busch und studierte Musikpädagogik. Erfahrungen sammelte er bei Bands wie „Schockadelica“, der „Billy Lennox Group“ und „Klangstaub“. Youngster ist  Drummer Sebastian „Sebi“ Müller, der sich seine Sporen während eines einjährigen Aufenthaltes in den USA verdient hat und in verschiedenen Projekten professionell Musik macht. Gelegentlich wird  das Trio durch Jonas Hauer (Hammondorgel, Fenderpiano) ergänzt.

Zweifelsfrei lässt sich diese Band von Blues inspirieren und holt sich Anleihen bei Hendrix, „Led Zeppelin“ oder den Allman Brothers. Aber da ist  mehr. Offensichtlich der unterschiedlichen musikalischen Herkunft der Bandmitglieder geschuldet, fließen Elemente des Rock, Blues, Funk , ja sogar Jazz in ihre Musik ein und verschmelzen ineinander. Sie vereinen ihre unterschiedlichen Einflüsse auf eine ganz eigene Art. Dank der professionellen Arrangements von Robson, die ausreichend Freiraum zum Improvisieren lassen, erhält der UrbanFoxConecction – Sound eine moderne Note, die sich am ehesten mit Bonamassa vergleichen lässt. Und so spielen sie einen Song ihrer Idole nachdem anderen, ohne den Versuch zu unternehmen, so zu klingen wie sie.

Inzwischen ist auch eine beachtliche Anzahl von eigenen Stücken entstanden, die aus der Feder von Robson stammen und etwa die Hälfte des Programms ausmachen. Faktisch im Entstehungsjahr der Band erschien auch ihr Debütalbum „UrbanFoxConnection“. Neben der bereits erwähnten Zeppelin-Nummer gibt es auch zwei bemerkenswerte Eigenkompositionen auf dieser Scheibe, die es auch an diesem Abend zu hören gab. Ganz besonders Gefallen finde ich an „Can’t Keep A Good Man Down“.  Das hat Power, das rockt und klingt ganz und gar nicht nach langweiligem „Einheitsbrei“. Die Art und Weise wie diese Jungs ihre Leidenschaft ausleben und konsequent ihren Stil verfolgen, verdient meinen Respekt. Ich bin mir sicher, sie werden ihren Weg gehen!

(März 2013)

 

Du benötigst Flash 9.0.28 oder höher, sowie Javascript um dieses Element anzuzeigen

Album:

„UrbanFoxConnection“

rec. at Tonotion Studios und Sonic Engineering Studios Berlin

2010/2011

 

Set list

1 Can’t Keep A Good Man Down (written by UrbanFoxConnection)

2 Wall Of Ignorance (Fabian Panthen)

3 Friend Of Chaos (Rodenberg/Robson)

4 Get Ride Of the Fear (UrbanFoxConnection)

5 Whole Lotta Love (Led Zeppelin/Willie Dixon)

Im August 2013 hat es eine Veränderung im line up gegeben. "Sebi" Müller hat die Band verlassen. Neuer Mann am Schlagzeug ist Carsten Krafka.


(August 2013)

Kinder, wie die Zeit vergeht! Meine letzte Begegnung mit Andy Robson – eigentlich Andreas Pusenjak – ist auch schon wieder eine Ewigkeit her. Es war auch etwas ruhig um ihn geworden. Doch die neuesten Aktivitäten von Robson waren auch mir nicht verborgen geblieben.

 

Die „Urban Fox Connection“ gibt es immer noch. Hier die aktuelle Besetzung:

Andy Robson (g, voc),

Jonas Hauser (keys),

Lars Sauthoff (b) und

Michael Joch (dr).

 

Doch seit Neuestem gibt es auch eine „Andy Robson Band“, deren Repertoire weiter gefasst ist - neben Blues und Rock, vor allem Soul- Funk-, Jazz- und Country-Klassiker zu Gehör bringt. Hört man sich die Stücke der Fox Connection genauer an, so bleibt einem die funkig/soulige musizierweise Robsons nicht verborgen. Eine Neigung die Bassmann Sauthoff uneingeschränkt mit ihm teilt. In der Robson Band spielt Tausendsassa Robson mit wechselnden Begleitmusikern und Gästen, und es scheint so, als könne er dabei auf ein schier unerschöpfliches Reservoir an befreundeten Musikern und Kollegen zurück greifen. Mit ein wenig Glück ist in dieser Formation der Meister himself sogar am Piano zu erleben.

 

Einer dieser befreundeten Kollegen ist der Potsdamer Keyboarder Ludgar Wirsing. Beide verbindet eine lang andauernde Zusammenarbeit. Gemeinsam gehen sie als das „Ludgar W. Trio“ on stage. Der Fokus dieser Band ist auf Soul- und Funkstücke der 1960er und 1970er Jahre gerichtet.

Wirsing ist ein Meister des „lefthand Bassspiels“ und sorgt mittels eines modernen Soundmoduls für einen fetten Basssound auf seinem Keyboard. Und Robson hat quasi mit Gesang und Gitarrenspiel auch eine Doppelrolle in diesem Trio übernommen. Komplettiert wird es durch wechselnde Schlagzeuger. Zählt man zusammen, dann bleibt es bei einer dreiköpfigen Besetzung, die jedoch in der Lage ist den Sound einer 5-köpfigen Band von der Bühne zu bringen, aber dennoch auch auf der kleinsten Bühne Platz findet.

Am Rande sei erwähnt, dass Andy Robson seit 2013 auch Mitglied der Show- und Galaband „Inter-Jam“ ist.

 

Der Berliner Andy Robson (Jahrgang 1977) ist Vollblutmusiker. Dies kommt nicht von ungefähr. Auch Vater Gary war zu Lebzeiten Musiker. Musik war auch zu Hause in der guten Stube allgegenwärtig und prägte so den Sohn, der bereits im Schulalter seine erste Band gründete. Ursprünglich spielte man – beeinflusst durch Vater Gary – Rock’n Roll und Rhythm’n Blues der 50er Jahre, entdeckte auf diese Weise den Blues und fand alsbald Gefallen an der rockigen Spielweise von „Led Zeppelin“, Hendrix & Co.

Dies machte die Band, die zeitweilig bis zu sechs junge Musiker vereinte, in den 1990er Jahren, als ihre gleichaltrigen Kollegen eher Punk, Alternativ Rock oder Hip Hop spielten, zum Außenseiter. Doch ihm war das gleichgültig.

Anfang 2000 fasste Robson immer mehr Fuß in der professionellen Berliner Musikszene und schuf sich auf diese Weise ein ‚Netzwerk‘ befreundeter Kollegen, von dem er bis heute profitiert.

In 2011 entstand „Urban Fox Connection“. Doch schon im gleichen Jahr nahm sich Robson eine Auszeit, legte die Connection ‚auf Eis‘, schloss sich der Showband „Transeuropa Express“ an und tourte mit ihr ein Jahr lang kreuz und quer durch ganz Skandinavien.

Zurück gekehrt veröffentlichte die Connection ihre EP. Und nun ist es längst an der Zeit, einen Longplayer zu veröffentlichen. Man arbeitet daran.

Übrigens, Andy Robson und seine befreundeten Kollegen sind mit schöner Regelmäßigkeit bei den Session im Berliner Artenschutztheater zu erleben.

 

(Januar 2016)