Wenn in 10 oder ein paar mehr Jahren die Helden des Ostblues die Bühne verlassen werden, kommt dann das Ende der Ostblues-Szene?
Nein, zum Glück nicht, denn mit Mike Seeber, Hannes Schulze, Joris Hering oder Bob Beeman hat längst die Generation der Söhne ihren Platz auf den Bluesbühnen Ostdeutschlands gefunden und ist bereit deren Erbe anzutreten.
Doch damit nicht genug, inzwischen hat sich in Ostdeutschlands-Bluesszene sogar eine stattliche Enkelgeneration formiert, in der Double Vision keine unbedeutende Rolle spielt.

Eigentlich müsste man diese Band aus dem Thüringischen gar nicht mehr vorstellen. Für die Mehrheit der "Bluesgänger" im Osten ist Double Vision längst kein Fremdwort mehr. Auch Jenseits der Elbe ist man längst auf sie aufmerksam geworden. Doch stärker als beispielsweise die hier genannten Seeber oder Hering orientieren sich die Enkel an den Bluesrock-Ikonen aus Übersee. Und Double Vision tut das auf ganz besondere Weise, indem sie - sehr zu meiner Freude - dem Gallagher huldigen.

Kennengelernt habe ich Stephan Graf & Co. als reine Gallagher-Coverband. Wahnsinn! Ich - als bekennender Gallagher-Fan - war damals hin und weg. Graf spielt ihn nicht nur originalgetreu, sondern sieht auch so aus wie der junge Rory. Wenn es darum geht, die Erinnerung an eine Legende wach zu halten, kann ich mit einer 1:1 Kopie sehr gut leben. Inzwischen habe ich schon einige mehr Konzerte von Stephan Graf (voc, g, mandoline), Torsten Sieboldt (b) und Silvio Remus (dr) erlebt. Sie sind nicht nur älter geworden sondern haben sich auch verändert. Wer tut das nicht! Längst sind sie KEINE reine Coverband mehr. In 2009 erschien mit "Three Days Confusion" ihr Erstlingswerk ausschließlich mit eigenem Material. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Stephan Kerth.
Auch Papa Jürgen hatte wohl seine Hände im Spiel. 2011 folgte dann "Roots". Diese Scheibe bietet 45 Minuten abwechslungsreichen Bluesrock erneut aus eigenem Haus mit Ausflügen in "benachbarte" Stilarten, aber vornehmlich einer ganz eigenen Liaison von Blues und Rock 'n Roll, eben BLUES 'N  ROLL.

"Blues 'n Roll" ist nicht nur der Titel ihres aktuellen Albums sondern bezeichnet längst ihren Stil, druckvoller Bluesrock mit etwas verhalteneren Zwischentönen, gekrönt von der Slidegitarre Stephans und der noch immer unverkennbar von Gallagher geprägt ist. Gut so! Längst machen ihre Eigenkompositionen mehrheitlich das Repertoire in ihren Liveauftritten aus. Doch ab und an krempelt Stephan noch heute die Ärmel seines Holzfällerhemdes hoch, nimmt die Mandoline zur Hand und zelebriert den Klassiker "Whats Going On" und mehr...
(Juli 2013)

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