"Nur keine Bluesschuppen mehr...",

äußerte Stephan Trepte (geb. 20. Juli 1950 in Biehla) unlängst in einem Interview mit "Deutsche Mugge" und stößt damit bei einem Blueser nicht unbedingt auf Gegenliebe. Aber wir Blueser sind ja tolerant.

Sein Name wird allzu gern mit Synonymen wie DDR-Rockstar oder Rocklegende in Verbindung gebracht. Der "Berliner Kurier" nannte ihn sogar "die beste Stimme der DDR". Ob Trepte DIE beste Stimme war, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber auch in meinen Augen zählte er zu den besten Vokalisten der DDR-Rockszene. Und somit hat seine Erwähnung auf dieser Seite unbedingt seine Berechtigung!

Als Kind absolvierte Trepte eine klassische Ausbildung am Klavier. An seine Schulzeit schloss sich eine Lehrausbildung zum Maschinenbauer mit Abitur an. In dieser Zeit erreichte die Beatära in der DDR ihren Höhepunkt. Trepte erlebte diese Zeit als Sänger und Keyboarder bei den Amateurbands "Quintanas" und "Stereo-Club".

1972 wechselte Trepte zu "electra", wo er vor allem mit dem Titel "Tritt ein in den Dom" auf sich aufmerksam machte. Damals tingelte die junge Rockband tatsächlich noch durch Bluesschuppen und Dorfkneipen in der DDR-Provinz. Als er 1974 von Gerhard Zachar das Angebot bekam zu "Lift" zu wechseln, musste das ihm wie ein Fünfer im Lotto vorgekommen sein, denn die 'Zachar-Band' gehörte damals schon zur DDR-Spitze. Doch schon zwei Jahre später kriselte es zwischen ihnen, so dass es Trepte es vorzog "Lift" zu verlassen.
Nach einem kurzen Intermezzo bei der eher unbedeutenden Rockformation "Neon" wechselte er zu Klaus Lenz. Lenz, dessen Formationen als Kaderschmiede der DDR-Jazz- und Rockszene galten, bastelte mal wieder - für eine längere Tour - eine Big Band zusammen und holte sich die besten Vokalisten ins Boot; neben Klaus Nowodworski, Hansi Klemm, Holger Biege, Angelika "die Lütte" Mann und Veronika Fischer eben auch Stephan Trepte.
1977 wurde er Sänger und Komponist der Magdeburger Rockband "Reform", deren Stil vor allem an "Wishbone Ash" erinnerte. Mit "Reform" feierte Trepte seine größten Erfolge und die Band spielte sich Dank seiner Titel und seiner Stimme in den 1980er Jahren an die Spitze.
1986 löste sich "Reform" auf und Treptes Bühnenpräsenz wurde seltener.

Mitte der 1990er Jahre stieg Trepte wieder bei "electra" ein. Heute gehört "electra" neben "Lift" und der "Stern Combo Meißen" zum "Sachsendreier", der gelegentlich noch auf den ostdeutschen Bühnen zu erleben ist. Obwohl man noch bis zum 45. Bandgeburtstag präsent bleiben will, finden "electra"-Konzerte immer seltener statt.
Trepte lebt heute als 'Geschäftsmann' in Berlin-Prenzlauer Berg und ist mit "electra" nur noch selten auf der Bühne zu erleben; meist im Rahmen der 'Ostrocknostalgie-Konzerte'.

Und wird er sich einst gänzlich in den Ruhestand versetzen, dann werden Lieder wie "Mein Herz soll ein Wasser sein" (Lift), "Der Musikant" (electra) oder "Wände wie Glas" (Reform) bleiben.

(Dezember 2013)

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