"The Blues had a Baby, they called it Rock' n Roll",
so in etwa könnte man "Drawn From The Cask" kurz und knapp beschreiben.

Besser aber gefällt mir ihre Selbstdarstellung:
"John Lee Hooker oder Howlin Wolf wären vielleicht nicht besonders stolz, aber ein Bier würden sie bestimmt mit den Jungs von Drawn From The Cask trinken. Schließlich ist der Blues die Quelle ihrer Inspiration,auch wenn am Ende nicht immer Blues herauskommt."

Fakt ist, wieder einmal habe ich eine junge und dynamische Band entdeckt - das Alter der vier Herren bewegt sich zwischen 26 und 35 Jahren - , die sich dem Rock'n Blues verschrieben hat.

Es war im Oktober 2010 irgendwo in der Dresdner Neustadt als
sich Erik Georgi (dr, voc), Maik Melde (b, voc) und Christof Menzel (g, voc) fanden, um fortan gemeinsam musikalische Wege zu beschreiten. "Chris" und Erik hatten zuvor bereits in verschiedenen Punkrock-Bands gespielt und fanden offensichtlich, es sei nun an der Zeit, 'ordentliche' Musik zu machen. Allerdings so meine ich ganz wertfrei, ist dieser Einfluss noch heute im Stil der Band erkennbar. Beide besitzen übrigens auch eine solide musikalische Ausbildung, während Bassist Melde und Frontmann Martin Meyer (voc, harp) Autodidakten sind. Meyer komplettierte das Quartett Anfang 2011. Nach einer Zeit des intensiven Probens traute sich die Band noch im gleichen Jahr an die Öffentlichkeit.

Auf meine Frage nach ihren musikalischen Vorbildern, antwortete Christof Menzel gleich mit einer ganzen Bandbreite, die da reicht von J. Cash, Howlin Wolf, R. Gallagher über die Ostblueslegende "Monokel" bis zu Bonamassa und Henrik Freischlader. Aber auch Brian Setzer, Iggy Pop und "Perl Jam" wurden genannt. Es ist nicht verwunderlich, wenn sich einige Covernummern ihrer 'Helden' in ihrem Repertoire wiederfinden, das vervollständigt durch stattliche 22 Eigenkompositionen längst zu einem abendfüllenden Programm gereift ist.

Weit mehr als ihren Covernummer, galt mein Interesse natürlich ihrem eigenen Material. Als Texter der Band hat sich offensichtlich Martin Meyer profiliert, während die Kompositionen mehrheitlich in Teamwork entstanden sind. Es sind meist schnelle Nummern, die deutlich näher dem Punk als dem Blues sind. Beispiel dafür ist "Suicide". Aber das Leben muss man sich deswegen nicht nehmen. Einiges klingt ziemlich ähnlich, nehmen wir es als Indiz dafür, dass DFTC einen eigenen Stil entwickelt hat. Mit "Psycho" haben die Jungs auch ein Instrumental im Programm. Aus der Reihe fällt auch "Schöne Frau", weil es die einzige deutschsprachige Nummer ist. Den Text hat übrigens der Drummer der Band beigesteuert. Ausgesprochen gut gefällt mir "Crazy Sunday Morning". Bei diesem Titel werden die Textzeilen durchgängig vom Background-Gesang wiederholt. Das hat was, wie ich meine. Besonders gelungen ist auch "Crazy", weil bei dieser Nummer der Gesang Meyer's ganz 'sauber' herüber kommt.

Fazit: Wieder eine Band der Kategorie "Junge Wilde" mehr. Um den Nachwuchs muss uns nicht Bange sein. Eine bleibende Erinnerung besitze ich in Form einer DEMO. Und immer wenn ich sie mir anhöre, wird klar, die Jungs haben den guten alten Blues gehörig aufpoliert. Mit Sicherheitdie geeignete Methode, sich ein junges Publikum zu erschließen. Im Leipziger "Tonellis" jedenfalls haben sie das 'Klassenziel' erreicht.

(April 2014)

 

Im Januar 2015 veröffentlichten sie mit "Crazy Sunday Morning" ihr Debüt-Album.

(Februar 2015)

März 2014 im Tonellis/Leipzig