MODERN BLUES ROCK – und kein Ende in Sicht!

Und wieder schickt sich eine junge Formation an, „die Bretter, die die Welt bedeuten“, zu erobern. Die Vorstellung der Florian Lohoff Band war längst überfällig, haben sie doch hier und dort längst Achtungszeichen gesetzt.

 

Die Gründung vollzog sich bereits in 2011. Ende 2012 veröffentlichten sie die EP „Life“. Ihr Debüt-Album folgte Anfang 2014. Die Record-Release-Party fand im März 2013 im Kellerclub des alten White Trash in Berlin statt. Aus den Tiefen des White-Trash-Kellers sind sie längst etliche Stufen nach oben geklettert und landeten in 2014 sogar als Support für Henrik Freischlader auf der Bühne der Berliner Kulturbrauerei. Allein dieser Umstand scheint mir ein deutliches Qualitätsmerkmal zu sein. Ich war damals nicht dabei, hatte mir das erste Zusammentreffen für das Jolana-Circus-Blues-Festival aufgespart. Doch dazu kam es nicht. Das breit angekündigte Event fand nie statt.

 

Am 29.03.2014 veröffentlichte die Florian Lohoff Band mit „Lifetime Shuffle“ ihr erstes Album. Dieses Album ließ aufhorchen. MDR – online titelte im August 2014: „Edel-Blues-Rock-Newcomer“. Und Gitarre&Bass schrieb: „Cooler Retro-Rock aus Berlin“.

Wer schnörkellosen, erdigen Bluesrock mag, liegt mit Florian Lohoff und seiner Band in jedem Fall richtig! Die Besucher des letzten Open Air in Vollmershain jedenfalls konnten sich bereits davon überzeugen. Ich bin mir nicht sicher, ob es immer angebracht ist, Vergleiche anzustellen. Doch um eine annähernde Vorstellung zu vermitteln, ist es wohl von Nöten. Der Sound der Band ist irgendwo zwischen Blues und Classic-Rock angesiedelt. Einflüsse von Gov’t Mule bis Bonamassa sind kaum zu überhören. Doch für mich klingt die Band eher nach den Black Crowes. Schon allein das Alter der Musiker ist jedoch Indiz für eine frische, moderne Note.

 

Kopf, Sänger und Gitarrist der Band ist der erst 26 Jahre alte Florian Lohoff. Drummer Marc Gundermann ist knapp ein Jahr älter und Bassist David Brohl hat es immerhin schon auf 28 Lebensjahre gebracht. Das Repertoire der Band besteht inzwischen ausschließlich aus Eigenkompositionen. Für das Songwriting zeichnet der „Chef“ selber verantwortlich, während die Stücke in der Band gemeinschaftlich arrangiert werden.

 

Florian nahm bereits während der Schulzeit Gitarrenunterricht. Doch die Konzertgitarre interessierte ihn nie wirklich. Die Eltern waren es, die dem jungen Florian immer wieder Led Zeppelin, Hendrix oder Stones via Autoradio um die Ohren hauten. Vater Lohoff (ihm sei gedankt) ließ nicht locker. Als er Florian dann nötigte sich ein Led Zeppelin – Album anzuhören, tauchte dieser schließlich in diese Welt ein. Immer wieder hörte er sich das „alte Zeugs“ an und brachte sich die Gitarrenriffs autodidaktisch bei. Led Zeppelin war das Non-Plus-Ultra, doch der Weg bis Albert King, Buddy Guy & Co. war nicht mehr weit. Als Florian Lohoff schließlich die Bekanntschaft mit der Musik von Bonamassa machte, stand für ihn endgültig fest, in welche Richtung es gehen sollte. Fortan „zog er alles rein“, was der Markt zu bieten hatte – von Henrik Freischlader über Philip Sayce bis hin zu John Mayer und Gary Clark jr. Das Ergebnis kennen wir.

 

Derzeit arbeitet Florian intensiv am zweiten Album. Er verspricht: „Mit diesem Album wird einiges anders werden. Es bleibt also spannend.“

 

(Januar 2015)

 

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In 2015 war nicht allzuviel von Florian zu hören und zu sehen. Hatte er sich doch zurückgezogen, um mit einer neuen Mannschaft ein neues Album zu produzieren.

"Tangled Up In Blue" erschien dann im November 2015 und ein zünftiges Release-Konzert in Berlin gab es auch. Schon nach der ersten Nummer wird deutlich von wem sich Florian inspireren läßt: Henrik Freischlader. Produziert wurde das Album übrigens von Marc Sokal, ein ehemaliges Mitglied der Freischlader-Band. Auf gut 48 Minuten verteilt, bietet das Album feinsten Blues-Rock. Seine neue Mannschaft ist in der heimischen Bluesszene bislang völlig unbekannt, aber sehr verheißungsvoll. Begleitet wird Lohoff von Varian Villannera (b), Felix Dehmel (dr), Tom Gatza (org, piano) und Kevin Podehl (sax).

 

(November 2015)