Die Band in Bad Berka (1989)

Die „Intercity Blues Band“ zählt,  – ähnlich der (Ost-)Berliner Band „Vai hu“ – trotz geringer ‚Lebensdauer‘, zu den wichtigsten Vertretern der ostdeutschen Bluesszene.

Ihr Name ist eng mit dem Namen des Thüringer Blues- und Jazzpianisten Alexander Blume (Jahrgang 1961) verbunden.

 

Alexander Blume kam schon frühzeitig mit schwarzer Musik in Berührung. Kein Wunder, denn sein Vater Manfred Blume gründete 1959 in Eisenach den ersten Jazzclub der ehemaligen DDR, welcher seit 1999 das „Lippmann+Rau Musikarchiv“ beherbergt, und war bis zu seinem Tod dessen Vorsitzender.

Bereits mit 13 Jahren gründete Alexander gemeinsam mit Bruder Stanley Blume (Jahrgang 1960) eine Jazzband.

1977 wurde Blume Mitglied der „Travelling Blues Band“, und blieb bis ihn 1978 Stefan Diestelmann in seine Band holte. Bereits zu diesem Zeitpunkt eilte Alexander Blume der Ruf als ‚Thüringer Boogie-Wunder‘ voraus. Trotz mancher Besetzungswechsel blieb Blume bis zur Übersiedlung Diestelmanns in die Bundesrepublik dessen ständiger Begleiter.

Von 1983 bis 1988 spielte Blume an der Seite von „Big Joe Stolle“ bei „Zenit“. Dort traf er auf den Bassisten Rene Mosgraber. Mitte 1988 verließen beide „Zenit“ und gründeten die „Intercity Blues Band“.

 

Die offizielle Zulassung der Band datiert auf den 1. Januar 1989. Zur Gründungsbesetzung gehörte neben Blume (voc, piano) und Mosgraber (bg)  auch Bruder Stanley (sax), Thomas Tröster (dr) und Daniel Hoffmann (harp).

Gespielt wurde, wie in der Thüringer Szene allgemein üblich, tiefschwarzer Blues. Neben zahlreichen Bluesstandards gab es im Repertoire auch zahlreiche Eigenkompositionen, die deutlich vom Jazz beeinflusst waren.

Das Repertoire änderte sich erst als Peter Schmidt (voc, g) in die Band kam. Dessen Vorliebe für Chicago Blues ist bis heute hinlänglich bekannt.

Im Verlauf der Zeit gab es weitere Besetzungswechsel, vor allem aber trat die „Intercity Blues Band“ häufig mit Gastmusikern auf. Alexander Blume und Rene Mosgraber blieben die einzige Konstante in der Band.

Weitere Mitglieder waren: Jürgen Schötz (dr), Alexander Bätzel (dr), Stelian Androvic (dr), Christian Stefan (g), Peter Klinke (b) und Eberhard „Amsel“ Meyerdirks (dr).

Mit dem Ende der DDR fiel die „Intercity Blues Band“, wie die gesamte ostdeutsche Musikszene, in ein tiefes Loch. Die Säle blieben leer. Buchungen blieben aus. Veranstalter orientierten sich anderweitig. Nur wenige der zahlreichen ostdeutschen Bluesbands überlebten.

Schließlich kam Ende 1990 das Aus für die „Intercity Blues Band“. Die Band hat nicht nur bei ihren zahlreichen Fans bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sondern auch einen Tonträger. Noch 1990 veröffentlichte die Band bei „Casino Records“ das Album „Reflection in Blues“ auf dem u.a. Klassiker wie „Caldonia“, den wir aus dem Repertoire von Diestelmann kennen,  oder „Let The Goodtime Rolls“, den wir noch heute bei „Big Joe Stolle“ zu hören bekommen, für die Ewigkeit erhalten geblieben sind.

 

Nach der Auflösung der Band gingen ihre Mitglieder unterschiedliche Wege.

Die Berliner Schmidt, Schötz und Mosgraber gründeten Anfang 1991 die bis in die Gegenwart erfolgreiche Band „East Blues Experience“. Seit dem Ausscheiden bei EBE arbeitet Rene Mosgraber in der Filmbranche als freiberuflicher Kameramann und Cuterer. Doch von Zeit zu Zeit zieht es ihn zurück auf die Bühne. Zuletzt entdeckte ich ihn gemeinsam mit Peter Schmidt, Axel Merseburger und Jörg Neddermayer bei einem CCR-Special anlässlich des 70. Geburtstages von John Fogerty in Rostock-Warnemünde.

 

Natürlich ist auch Alexander Blume der Musik treu geblieben. 1992 gründete er in Eisenach eine private Musikschule, die er bis heute leitet. Neben zahlreichen Aktivitäten (Seminare, Workshops oder als Buchautor) ist er noch heute auf der Bühne zu erleben, vorzugsweise als Solist. Zu seinen wichtigsten musikalischen Projekten nach der „Intercity Blues Band“ zählen vor allem die „Alexander Blume Jazz Family“ mit Bruder und Söhnen, das „Alexander Blume Trio“ und die „Iceland Blues Band.

Sicherlich nicht nur mich ließ er aufhorchen, als er auf dem

 „12. Internationalem Rock&Bluesfestival“ in Altzella gemeinsam mit Bernd Kleinow, Sohn Maximilian, Andreas Buchmann und Stefan Rapp mit einem speziellen Distelmann-Programm auftrat! Wie heißt es doch bei Alexander Blume? „Ich tue das, was mir Freude macht“ (Zitat). Und das, ist auch gut so!

Anmerkung:

Der Bandname hat mit Sicherheit nichts mit der Deutschen Bundesbahn zu tun , sondern bezieht sich auf die unterschiedlichen Heimatstädte der beiden Protagonisten.

 

(April 2016)

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