Manchmal mache ich auch etwas richtig. Goldrichtig war meine Entscheidung, auch im Zeitalter von CDs und MP3s, meinen Plattenspieler samt Plattensammlung nicht entsorgt zu haben, denn unlängst 'flatterte' mir eine echte LP (Langspielplatte) ins Haus!!!

Und mir scheint, die Platte ist ein echtes Zeitdokument - eine Rarität!

 

Mit der sogen. Wende im Osten fiel die gesamte Musikszene der ehem. DDR in ein tiefes Loch. Viele der Rock- und Bluesbands verschwanden irgendwo im Nirvana. Manche tauchten Jahre später zum Glück wieder auf. Wenige stellten sich dem Überlebenskampf oder versuchten es zumindest.

Zu ihnen gehörte auch die  "Intercity Bluesband".

Die Band war Ende 1989 von Alexander Blume gegründet worden, und hatte sich in kürzester Zeit eine stattliche Fangemeinde erspielt. Trotz der schwierigen Situation nahm "Alex" im Jahr 1990 bei "Casino Records" das Album "Reflection In Blues" auf. Dafür müssen wir ihm heute noch dankbar sein, denn auch die "Intercity Bluesband" überlebte nicht! Produziert wurde die Scheibe von Ewald Schuhmacher in seinem damaligen "Galgenberg-Tonstudio" Bretzfeld.

 

Im Studio wurde Alexander Blume (p, keys, org, akk, perc) von Daniel Hoffmann (tp), Stanley Blume (sax, perc), Christian Stefan (g), Peter Klinke (b), Stelian Andronic (dr. perc) und "Big Joe" Stolle (voc) begleitet.

Unter den zehn Nummern auf der Platte finden wir drei Klassiker, u.a. "Let The Goodtimes Roll" von Louis Jordan, dem 'Vater des Rhythm and Blues', und "Caledonia" von Fleecie Moore, der dritten Ehefrau von L. Jordan. Bei jener Nummer werde ich zwangsläufig an Stefan Diestelmann erinnert, bei dem ich "Caledonia" zum ersten Mal hörte.

Alle anderen Nummern sind Eigenkompositionen von Alexander Blume und seinem Bruder Stanley.

Freunde tiefschwarzer Musik und Fans von 'Boogiewunder' Blume sollten nicht auf dieses einzigartige Tondokument verzichten. Ein Blick ins www verrät dem Interessenten, wo das Album noch zu haben ist.

 

Wie ich schon hier im Bandporträt schrieb, sind die Eigenkompositionen sehr jazzig angelegt, was den Kenner der Biografie von Alex und Stanley nicht wundern sollte.

Mir persönlich gefällt natürlich der klassische Slowblues "I've Got A New Home", aber als Highlight habe ich nach mehrmaligen hören "Right On, King Jesus" ausgemacht.

 

(Mai 2016)