22. Dezember 2009: 4 Pistoleros

Am 18. Dezember hatte ich einen richtigen Leckerbissen verpasst. „Wir können auch anders“ – unter diesem Motto hatte die Kraftbluesbrigade von „Monokel“ ins „Queens“ geladen. Unplugged und

ungewohnt leise erklangen altbekannten Monokelweisen. Matze Stolpe und Waldemar Weiz standen als Gastmusiker der Band zur Seite.

Heute war ich erneut ins „Queens“ geladen. Und wieder gab es einen besonderen Anlass. Monokel-Chef „Kuhle“ Kühne feierte Geburtstag. Übrigens Jahrgang 54. Ein guter Jahrgang, wie ich meine. Auf der Bühne standen die „4 Pistoleros“. Frontmann der Band ist Michael Niedzwetzki. Er ist beheimatet bei den „Twango Guitars“, einem erfolgreichen Folk – Gitarrenduo. Die zweite Gitarre hat sich Michael Findeisen umgehängt. Den Bass zupft kein geringerer als „Kuhle“ und am Schlagzeug sitzt „Lello“ Hansen. „Lello“ und Michael Findeisen spielen üblicherweise bei den „Chickenhunters“ zusammen. Die „4 Pistoleros“, die ich erstmals im Juli auf dem Rock’n Roll – Dampfer erlebte, stehen für Rock ´n Roll ordentlich gemischt mit Country ergibt das einen typischen Texas Rock - Sound. Etwa 60 Leute waren gekommen – vorzugsweise Stammpublikum aus dem „Liliput“ in Charlottenburg und dem „Exil-Garbaty“ in Pankow – und hatten sichtlich Spaß.

 

18. Dezember 2009: Engerling in Schöneiche

15. Dezember 2009: Andre Greiner Pol / Gedenken


Fünfzehn Mann auf des Toten Truhe,
Jo-ho-ho und die Pulle voller Rum

Etwa vierzig Leute - Kollegen, Freunde und Fans - trafen sich am 1. Todestag im Berliner "BAIZ" um AGP zu Gedenken. Vor einem Jahr war der Kapitän und Frontmann der legendären Band "Freygang" von Bord gegangen. Dem Freiheitsgedanken und dem Meer war AGP bis zu seinem Tode verbunden. Was also lag näher, sich seiner mit einer Lesung von Texten aus der Schatzinsel, Geschichten aus seinen Leben und seinen Lieder zu erinnern. Es lasen Bert Papenfuß, Karsten Krampitz, Tatjana Besson, Silka Teichert und Delia.

10. Dezember 2009: Engerling in Forst/NL

Ich war wohl einer der Ersten, welcher sich eine Karte für das Jubiläumskonzert "35 Jahre Engerling" gesichert hat. Recht so! Denn ein solches Ereignis darf man sich einfach nicht entgehen lassen.

Doch das hielt mich nicht davon ab, an diesem Abend erneut in die Lausitz zu fahren. "Engerling" ist immer einen Reise wert. Das "Manitu" ist ein feiner Klub mit angenehmer Atmosphäre. Dafür sorgten schon gute Freunde an meiner Seite und das Bluesvolk in den ersten Reihen vor der Bühne. Unter ihnen entdeckte ich Leute mit denen ich erst unlängst in Altes Lager und Cottbus bei "Monokel" vor der Bühne gestanden habe. Ich bin es nicht allein, der beiden Bands seit Jahren die Treue hält. Und ganz, ganz weit vorn stand der wohl treueste Engerling-Fan: Norbert aus Berlin. Er hatte Geburtstag und die Band spielte ihm zu Ehren ein Ständchen.

Ich hatte kein Geburtstag und bekam dennoch meine Ständchen zu hören. Die Palette reichte vom "Narkoseblues" über den Cadillac bis zu "Mama Wilson". Und von den Stones gab es auch eine ganz feine Nummer: "sitting on a fence".

So I'm sittin on a fence

The day can come when you get old and sick an tired of life...

I'm just sittin on a fence.

Zu meiner großen Freude hatten die Engerlinge an diesem Abend seit langem mal wieder "Der Zug und die weiße Ziege" im Programm. Veröffentlicht wurde das Stück 1977 auf einer Amiga-Single. Meine allererste Engerling-Scheibe überhaupt.

Danke Männer! Auf ein Neues!

06. Dezember 2009: Blackberry Smoke

Wieein Lauffeuer hatte sich die Nachricht unter den Southern-Rockfans verbreitet:„Blackberry Smoke“ kommt erstmals nach Deutschland. Das erste Konzert gab es am5.12. in Lauchhammer und Berlin sollte folgen. Angekündigt wurden sie wiefolgt: Achtung Lynyrdfans! Hier kommt eure neue Lieblingsband. Man wargespannt. Zu erfahren war, dass diese Band längst mit Größen wie

„ZZTop“, „Lynyrd Skynyrd“, „Black Crowes“ und anderen namhaften Bands in denStaaten auf der Bühne stand. Im Sommer 2009 veröffentlichten sie ihr zweitesAlbum „Little Piece of Dixie“ und machten so erneut auf sich aufmerksam. Ichverzichtete auf das Südstaatenflair im „Real Music Club“, wählte dieentspanntere Variante und fuhr nach Kreuzberg.

Dieobligatorische halbe Stunde war verstrichen, als erst ein Mal drei junge Damendie kleine Bühne im „Wild at Heart“ betraten. „Lovies“ nannten sie sich undpräsentierten  Soul-Rock.

Siesahen zwar schnuckelig aus, aber ihre Musik hat mich „kalt“ gelassen. Siespielten auch nur einen kurzen Set.

Es wurdeumgebaut. Und plötzlich wurde es eng vor der Bühne. Viele bekannte Gesichter.Leute mit denen ich noch vor zwei Wochen im Cottbuser Bebel den „Kindertraum“getanzt habe. Auch die Rocker aus dem Berliner Haubachtal waren gekommen. Ichstaunte auch nicht schlecht als plötzlich Ralf, der Chef des „Real“,  neben mir stand. Ich wusste längst dasgestern in Lauchhammer die Post abgegangen war. Es dauerte auch nicht lange bisdie fünf Herren aus Atlanta los legten. Los ging es mit „Memphis“. Und schonbeim zweiten Song „Like I am“ hatte mich das Southernfieber gepackt. Es folgteein Kracher am anderen. Zum Abschluss dann noch ein richtiges Highlight:„Freedom“. Ein Hauch von „Free Bird“. Es war klar das man die Jungs nicht soohne weiteres gehen ließ. Die Männer um Frontmann Charlie Starr hatten eineKlasseshow geboten. Ich denke, vom Sockel gehauen haben sie Lynyrd nicht, aberihnen das Wasser reichen können sie allemal.

Inzwischen ist "Little Piece of Dixie" längst in meinem Besitz. Und die kleine Scheibe läuft und läuft. "Restless" - Das ist es!


05. Dezember 2009: Monokel in Altes Lager
28. November 2009: Dr. Kinskis Salonorchester
Heute traf ich mich mit Tina und Eddy im Alten Ballsaal inBerlin-Friedrichshagen. Der Laden voll besetzt bis auf den letztenPlatz. Wir saßen natürlich in der ersten Reihe. Nicht einmal 50cmentfernt von der Bühne. Wenn Christoph den Bass losgelassen hätte,hätte es mich erschlagen. Der Doc war angeschlagen. Schweinegrippe! Ichhatte sie gerade überstanden. Und dennoch waren die Jungs so gut drauf,wie lange nicht.
Eddy hatte nur eine Aufgabe: Ein Video von "The Jake" aufzunehmen. Ichhoffe, es hat geklappt und es wird demnächst hier zusehen sein. Am Donnerstag gibt es dann die Schocktherapie im BerlinerPostbahnhof.

26. November 2009: Kat Baloun im Exilgarbaty
Es ist Thanksgiving. Während in den Staaten gefeiert wird, verzichtet Kat auf ihren Truthahn und bringt uns statt dessen den Blues nach Pankow.
Und alle hatten Spaß.
Die US-amerikanische Sängerin und Bluesharperin lebt seit 1994 in Berlin. Üblicherweise steht sie gemeinsam mit Nina T. Davis oder Tom Blacksmith auf der Bühne. An diesem Abend begleitete sie Jürgen Bailey an der Gitarre. Noch einer der auf das Festtagsessen verzichtete.
Bailey, den ich erstmals Anfang der 1990er Jahre gemeinsam mit seinem Bruder und Heinz Glass in der Kreuzberger Museumskneipe erlebte, spielt üblicherweise mit "Raw Energy" und wurde in 2005 von "Speiche" in dessen Monokelband geholt. Ohne Zweifel. Ein Könner seines Faches. Doch erneut stellt sich mir die Frage: Ein Amerikaner, der die Hymne der DDR-Blueser "Bye, bye Lübben City" spielt. Wie geht das zusammen?

21. November 2009: Monokel in Cottbus

14. November 2009: Zeitreise in die 1960er mit Heart of Stone und Franki goes to Liverpool in der Kiste/Berlin

Irgendwann muss wohl jeder einmal „Farbe“bekennen. Ich war vielleicht gerade 11 oder 12 Jahre alt, als mich eines Tagesdie alles entscheidende Frage: Bist du Beatles- oder Stonesfan? -  eiskalt erwischte. Spontan entschied ichmich für die Stones. Erst heute weiß ich warum. Die Stones spielten Blues. Ichmuss es wohl schon damals gefühlt haben.

Gern war ich der freundlichen Einladungder Herren von „heart of stone“ in die „Kiste“ gefolgt, wo an diesem Abend dieBeatles auf die Stones trafen. Fans waren reichlich gekommen. Das Publikumreichte von jung bis alt. Wann ist man eigentlich alt?

 „Franki goes to Liverpool“ war im Kinosaal platziert worden unddie Steine spielten im Cafe, sodass lange Umbaupausen entfielen, die sets sichnahtlos aneinander reihten und das Publikum problemlos zwischen Beatles undStones hin und her wandeln konnte. Es war keine Frage wo ich mich aufhielt. Daslag mit Sicherheit nicht nur daran, dass sich der Tresen im Cafe befindet. Ichfinde, Coverbands haben es immer schwer. Besonders wenn man die Stones covertist die Konkurrenz groß. Spontan fallen mir „Sturfucker“, die Band um MikeKilian, und „Get Stoned“ ein. Aber für die Routiniers um Monokel-Gründer Peter„Pad“ Schneider kein Problem. Unbefangen spielten sie einfach darauf los und wirhatten unseren Spaß.


13. November 2009: Engerling im Objekt 5 / Halle

Spürte wie sie sich befreite,

meine eingeschnürte Brust.
Mit der Liebsten an der Seite,
überkam mich pure Lust.
Für`n paar Stunden weg die Enge,
die erzeugt des Alltags Pein,
weg auch üble Lebenszwänge,
wie ich wollte, konnt ich sein!
               (aus dem HP-Gästebuch der Engerlinge)


Ein perfekter Abend. Die Eintrittskarten, die ich bei Julia via mail geordert hatte, waren bis vor kurz vor Konzertbeginn am Einlass für mich hinterlegt. Und das obwohl der Laden
brechend voll war. Prima!
Pünktlich 21:00 Uhr begann „Julia Montez“. Nicht nur ich hatte eine rassige Südamerikanerin erwartet. Stattdessen betraten vier Herren aus Leipzig die Bühne und rockten ordentlich darauf los. Indie-Rock würde ich ihren Stil bezeichnen wollen.
Sicherlich gut gemachter Rock’n Roll, aber vom (Bar)Hocker, auf dem ich anfangs noch saß, hat es mich nicht gehauen.
Als es zunehmend enger im Saal wurde, drängte ich mich dann bis ganz vor die Bühne und mischte mich unter die Engerling-Besessenen aus Wurzen, Dresden, Potsdam und Berlin. Fast
drei Stunden dauerte der Engerling-Auftritt. Auch an diesem Abend mit dabei „Ufo“ Albinger am Saxophon. Geboten wurde erneut eine gute Mischung aus Engerling-Klassikern, Nachwende-Songs, Klassiker von den Stones, Doors, Dylan und das "walrus" von den Beatles. Highlight des Abends war aber zweifelsohne der Song „Mama Wilson“, der nahtlos in meinen Lieblings-Canned Heat-Klassiker übergeleitet wurde. Ein Tribut an Al Wilson… Al, wo magst du sein…?

7. November 2009: Dr. Kinski's Salonorchester

Lange, sehr lange war ich nicht in der „Kiste“. Habe mich sonst wo„herumgetrieben“. Dabei ist die „Kiste“ so etwas wie ein Heimspiel. Nicht nurwegen der entspannten Anreise. Ich wusste, ich werde auf viele bekannteGesichter treffen. Kaum dem Auto entstiegen, sah ich sie schon vor dem Eingangstehen. Ich meine nicht Dr. Kinski und seine (auf)reizenden Schwestern. Nein,gute Freunde aus Sachsen. Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen? Ich denkees war in Vollmershain. Und da war noch Sommer.

Es war meine dritte Begegnung mit dem Salonorchester und ich habe michschon riesig darauf gefreut. Das Salonorchester ist eine AC/DC-Covershow derbesonderen Art. Spaß pur. Unplugged und ungewohnt leise bieten die KraftblueserMichael „Lefty“ Linke (g) und Dicki Grimm (dr) einen AC/DC-Klassiker nach demanderen. Am Bass stand noch ein Monokler, Christoph Frenz. Er hat „Monokel“letztes Jahr verlassen und spielt jetzt „hauptamtlich“ bei „POLKAHOLIX“. Einen zweiten Gitarristen gibt es auch.Frank „Franco“ Calzone ist ein Westimport. Allen voran steht der „Mann mit demirren Blick“, Dr. Kinski. Im bürgerlichen Leben läuft er als Lars Sens durchdie Gegend und ist als friedlicher Zeitgenosse bekannt.

Der Beginn verschob sich wie immer reichlich nach hinten. Fred und seinTeam hatten mächtig zu tun, um alle ausreichend mit Getränken zu versorgen.Irgendwann ging es dann auch los. Die erste Nummer war „Hells Bells“. Es dauertnicht lange und es füllte sich die Fläche vor der Bühne mit Tanzwütigen und diehielten volle zwei Stunden durch. Das ist in der „Kiste“ völlig normal. Mankennt sich eben. Und schon beim zweiten Titel, „Have an Drink on me“, kam dieerste Einlage. Plötzlich war das gar nicht mehr AC/DC. Wir hörten „Die kleineKneipe“ von Peter Alexander. Das Publikum hatte sichtlich Spaß. Und so ging dasweiter. Aus „Beating Around the Bush“ wurde plötzlich die Titelmusik derOlsenbande, aus „Hail Caesar“ wurde „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und allessang mit. Ja, und dann ganz zum Schluss kam mein AC/DC-Favorit. Bei „The Jack“verwandelte sich Kinski urplötzlich in Dieter Thomas Heck und die ungefähr 60Leute in der Kiste sangen: „Du bist der Heck…heeeck… heeeeck“. Einfach nurKlasse!


6. November 2009: L.T.P und Crinkle Cut in Schöneweide
31. Oktober 2009: Monokel in Schöneiche
24. Oktober 2009: Engerling

„Engerling“ im „frannz“. Das war ein Muss. Zumal ich schon seit einiger Zeit an Entzugserscheinungen litt.

Damals in den 1970er Jahren im  „Erich-Franz-Club“ hat alles angefangen. Und der „EFC-Blues“, eigentlich „Der Blues vom roten Hahn“, erinnert daran. Nein, angefangen hat es bei mir schon viel früher: im Leipziger „Anker“, in der „Sonne“ in Schkeuditz, in der „Centralhalle“ in Gaschwitz, in Zweenfurth und in Röcknitz. Aber im EFC hatte ich meine erste Begegnung mit den Engerlingen und fortan trieb es mich sooft ich konnte dorthin. Heute erinnert nicht mehr viel an die damalige Zeit.

Der „frannz“ war an diesem Abend nicht nur recht ordentlich besucht, sondern auch sehr ordentlich beheizt. Als Heiner Witte kurz nach 20:15 Uhr den Laden betrat, wusste ich, es würde noch eine Weile dauern. Zeit um ein paar Leute zu begrüßen. Eine Überraschung gab es auch. „Emmes“ von „Monokel“ managte Vertretungsweise die „Engerlinge“.  Gegen 21:00 h erklingt urplötzlich ein Saxophon. Die Bühne ist noch leer. Dennoch war klar. Das konnte nur Uwe Albinger sein. „Ufo“ ist inzwischen Stammgast bei den Engerlingen und das ist gut so. Er schritt spielend auf die Bühne. Die Engerlinge folgten ihm und legten ohne Vorrede los. Es fasziniert mich immer wieder. Kein Engerlingkonzert gleicht dem anderen. An diesem Abend hatte ich den Eindruck, der Bodag hätte ganz besonders gefühlsbetonte Stücke aus dem unerschöpflichen Engerling-Fundus ausgesucht. Und improvisiert wurde auch wieder. Herrlich. Nicht nur beim „Narkoseblues“, bei dem es wie immer plötzlich den „Apfeltraum“ von Cäsar zu hören gibt. Selbst bei den Stonesklassikern wird kräftig improvisiert. Ohne Stones geht bei „Engerling“ gar nichts. Von den alten Engerlingsachen gab es den „Moll-Blues“, „Da hilft kein Jammern“ und natürlich das Lied von den Maikäfern in den Zigarrenkisten. Und tatsächlich, genau wie von Bodag beschrieben, haben auch wir als Kinder Maikäfer gesammelt. Aber das ist längst vorbei. Wo bitte gibt es denn heute noch Maikäfer? Viel zu schnell vorbei war auch dieses Konzert. Bodag gibt zu verstehen, dass man die Bühne räumen müsse. Die Discogänger drängten bereits in den Saal, noch während die Engerlinge ihre Zugabe, „Like a Rolling Stone“, spielten. Das ist halt Berlin! Die letzten Takte waren verklungen. Hannes kletterte schon hinter dem Schlagzeug hervor, als Boddi noch eine Nummer anstimmte und man setzte noch einen oben drauf.

16. Oktober 2009: Trixi G in Berlin
14. Oktober 2009: Joanne Shaw Taylor

Das erste Mal erlebte ich sie als „Junge Wilde“ mit der Bluescaravan inForst. Jung und wild ist sie. Ohne Zweifel. Und sie beherrscht ihr Handwerkperfekt. Manch einer meint, sie würde mal eine ganz Große werden. Ich denke,sie ist es schon. Für mich war klar, dass ich mir sie nicht entgehen lassenwürde. Ich bewegte mich also ins „Quasimodo“. Der Veranstaltungskalender hält reichlich Überraschungen für Bluesfansbereit. Ehrlich gesagt, so richtig wohl fühle ich mich dort unter den Touristenund Dienstreisenden nicht. Ich hatte aber Glück und traf ein paar mir bekannteBluesfreaks. Aber sitzen beim Blues geht gar nicht!

Irgendwann kam sie endlich auf die kleine Bühne, fragte ob es uns gut gingeund legte los. Joanne – von mir längst als „Gitarrengöttin“ geadelt - ist eineWeiße und hat den schwarzen Blues wie keine Andere. Begleitet wurde sie vonRoger Innus (bg) und Denis Palatin am Schlagzeug. Wir hörten vor allem Songsaus dem Album „White Sugar“. Das Album ist bei Ruf Records erschienen und stehtseit Ende Januar in den deutschen Plattenläden. Es sind Titel, welche sieselbst schrieb und bei denen man ihre musikalischen Vorbilder SRV und JimiHendrix erahnen konnte. Bemerkenswert ist, dass die heute 23jährige Britineinige dieser Songs (Blackest Day) bereits im Alter von 14 Jahren schrieb. IhrePalette reicht von groovigem Blues bis hin zu gefühlvollen Balladen, mit denensie das Publikum sehr schnell von sich überzeugen konnte. Vor allem Songs wie„Going Home“ sind es aber, die mich überzeugen. Da kann man einfach nicht stillsitzen bleiben. Der Song animiert geradezu den Blues zu tanzen. Wenigstens warein allgemeines Fuß wippen im „Quasimodo“ zu beobachten. Es war geradezu einFeuerwerk  welches sie auf ihrer Gitarreentfachte. Ausdrucksstark und sauber gespielt. Es wunderte mich nicht, als daeine Seite weg flog. Gekonnt meisterte sie diese Situation und ergriff dienächste Gitarre. Zu hören an diesem Abend waren auch  Coverversionen von Hendrix und Albert King. Aber es gab nochweitaus mehr zu hören. Mein Favorit bleibt jedoch unbestritten: „I want to loveme“.

Fazit: Sehr empfehlenswert!


10. Oktober 2009: Philip Sayce Band

Ich habe noch nie unmittelbar nach einem Konzert einen Beitrag verfasst. Man möge es mir nachsehen. Ich habe einfach nur Angst, die Eindrücke würden verblassen.

Gerade erst aus der Bluesgarage in Isernhagen zurück, fuhr ich noch am gleichen Tag ins Exilgarbaty nach Berlin-Pankow. Ich wusste, was Eddy heran schafft muss einfach gut sein. Aber soo gut?

Das Equipment war mindestens genauso „schäbig“ wie bei Mastro. Die Gitarre, die Philip von allen Seiten bearbeitete, war total zerschrammt. Aber dreckig war das nicht was er uns bot. Ich habe es noch nie so krachen gehört! Und ich habe schon einige Konzerte erlebt. Schon beim ersten Titel kam Philip am langen Kabel mitten unter das Publikum und spielte sich und die Zuschauer in Ekstase, fasste die Leute bei der Hand und zog sie bis ganz dicht an die Bühne. Wieder stand ich nur knapp 50 cm vor den Akteuren. Alles vibrierte. Die Bühne bebte. Die Mineralwasserflasche vor seinen Füßen vollführte einen Tanz. Der Manager lag auf dem Bauch und versuchte festzuhalten, was festzuhalten ging. Schon beim zweiten Titel tropfte der Schweiß der Jungs im Sekundentakt auf den wertvollen Perser zu ihren Füßen. Und ich habe noch nie einen Basser erlebt, der drohte auf der Bühne zu sterben. Und so ging das eine ganze Weile. Dann eine Setpause. Ich habe auch noch nie so eine kurze Pause erlebt. Dann ging es weiter ohne Unterbrechung. Zwischen den vielen eigenen Songs, vornehmlich von ihrem letzten Album, dann auch Jeff Healey und man wusste von wem er sich inspirieren ließ.

Ich habe fertig. Nein. Ich bin fertig!
09. Oktober 2009: The Band of Heathens in Hannover

Die Band um Ed Jurdi (voc, g, key, harm), Gordy Quist (voc, g, harm) und Coolin Brooks (voc, g, dobro) war mal wieder in Deutschland. Und wieder nicht in Berlin. Ich komme eher selten nach Texas, also fuhr ich in die „Bluesgarage“. Der Laden gehört wohl neben dem „Meisenfrei“ in Bremen zu den derzeit angesagtesten Bluesklubs im Westen Deutschlands. Ich betrat „fremdes“ Territorium. Erstaunlich auch dort traf ich auf bekannte Gesichter.

Doch vorerst „lümmelte“ ich mich an den Tresen. Während die junge Dame mir ein Hefe eingoss, betrachtete ich die Unmengen Fotos an den Wänden. Ein Foto fiel mir doch sofort auf. Lächelt mich doch der Bodag von der Wand an. Ich fühlte mich sofort heimisch.

Übrigens ein Super-Service. Kartenreservierung per mail, prompte Bestätigung der Reservierung und obendrein auch noch Rabatt.

Pünktlich 21:00 Uhr ging es los. Doch vorerst betrat „Madison Violet“ aus Kanada die Bühne.

Schon mal gehört? Ich nicht. Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac sind auf alle Fälle in der Countryszene ihres Landes keine Unbekannten mehr. Zwei Alben sind inzwischen erschienen und brachte den Damen reichlich Anerkennung ein. Und die bekamen sie auch in Isernhagen. Tolle Stimmung.

Der Hauptact waren die Texaner und sie wurden mit reichlich Applaus begrüßt. War es doch schon ihr dritter Auftritt in Hannover. 2006 von den drei Songschreibern gegründet, wurde die Band bereits 2007 beim Austin Music Award, gekürt und erlangte schnell Popularität, inzwischen auch in Deutschland. Zu hören gab es an diesem Abend bekanntes aber auch neues Material von ihrem letzten Album „One Foot In The Ether“. Nicht alles was es zu hören gab, erwärmt das Herz eines Bluesers. Aber erneut überzeugen konnte sie mich mit ihrem hervorragend aufeinander abgestimmtem Gitarrenspiel und einem grandiosen Satzgesang.


04. Oktober 2009: Crinkle Cut im Rickenbackers




















03. Oktober 2009: Blues am Rande

Am Abend ging es dann in die „Scheune“, dem Bikerklub inWernsdorf bei Berlin. Eingeladen hatte „Blueshomi“, ein Bluesenthusiast, derauch für das Open Air in Niederlehme verantwortlich zeichnet.

Der Klub, nicht allzu groß, hatte eine einladende Atmosphäre.Das Publikum war eine gesunde Mischung aus einheimischen Bikern und Bluesvolk,welches man auch im „Tante Ju“, Vollmershain oder anderswo trifft.

Los ging es mit „Double Stomp“.  Dahinter verbergen sich Thomas Schied (harm) und Heiko Schrader(voc, g). Sie spielten einen frischen Blues und präsentierten vor allemtraditionelle Bluesstücke von Robert Johnson bis Son House. Ihr Sound erinnertemich ein wenig an Johnny Mastro, den ich erst kürzlich live erlebte und dernoch immer in meinem Ohr ist. Der Funke sprang sofort auf das Publikum über unddie tolle Stimmung hielt den ganzen Abend über an. Thomas Schied stammt ausHalle/Saale und spielt auch regelmäßig mit Mad Marko und dem Iren TrevorHansbury zusammen. Heiko Schrader kommt aus Bremen.

Der zweite act des Abends war die „Joris Hering Blues Band“.Joris stammt ursprünglich aus Halle und lebt in Berlin. Unsere virtuelleFreundschaft währte schon eine Weile. Doch erst jetzt konnte ich ihn liveerleben. Üblicherweise sitzt seine Frau hinter dem Schlagwerk. Aber Malin istderzeit in „dringenden Familienangelegenheiten“ verhindert, war jedoch imPublikum und ließ es sich nicht nehmen uns wenigstens bei einem Titel ihr Könnendarzubieten. Und sie kann; hatte sogar sichtlich Freude daran. Kurzfristigsprang ein neuer Drummer ein. Viel Zeit blieb nicht. Aber ich denke, imPublikum ist es niemanden aufgefallen. Am Bass steht Bruder Thomas Hering.Frontmann Joris kam über Umwegen zum Blues. Aber er hat ihn. DieHering-Blues-Band war nun die zweite Band an diesem Tag, die den Beweis antrat,dass deutsche Texte und Blues miteinander können. Die Lieder von Joris erzählenvon Alltagsproblemen, von Regentagen in Berlin aber auch von Sehnsüchten undHoffnungen.

Fazit. Ein gelungener Abend für alle Beteiligten.

03. Oktober 2009: Bluesfrühschoppen mit den "Männerverstehern"
Während es andernorts Festtagsreden gab, beging ich das Festauf meine Weise. Ich feierte den Blues.
Ich fuhr nach Potsdam zum Frühschoppen,wo es den „Blues aus dem Nuthetal“ gab. Es war schon etwas schwierig denHinzensberg zu finden. Als ich meinte, es ginge nicht mehr weiter und dasBoogiemobil abstellte, war doch sofort einer da und wollte mir ein„Festtagsknöllchen“ verpassen. Also, wieder rein ins Auto und umgeparkt. Undschon hatte ich die Orientierung verloren. Kein Problem! Der Blues war nicht zuüberhören. Ich folgte meinen Ohren.
Auch Frontmann Jürgen „Steini“ Steiner hatte eineFesttagsbotschaft, die er uns zwischen Titeln wie das „Deutschlandlied“, dem „Gerichtsvollzieherblues“ und„Hartz IV“ mitteilte. Eine Botschaft, die jeder verstand.
„Steini“ (voc, git, harm) ist wohl Autodidakt, spielteanfangs für den Hausgebrauch, danach in einer Countryband, 2006 gründete erdie „Männerversteher“ und sammelte eine gesunde Mischung aus jungen undlebenserfahrenen Musikern um sich, die noch heute in Bands wie „Handgezapft“oder „Folkadelic“ ihr Handwerk pflegen. Es wären nicht die „Männerversteher“, wenn sie nicht nochweitere Botschaften unter das Bluesvolk zu bringen hätten. „Hast du ne’ Frau,oder lebst du schon?“ – ist das Motto der Band. Und es folgten: „Isabell“, der„Kartenspielerblues“, das „Männerlied“, „Zieh die Schuhe aus“... einfachköstlich. Ich hab’s begriffen.
 „Steini“ spielt darüber hinaus auch in der Stonescoverband„Heart Of Stone“, wen wundert es da, dass es an diesem späten Vormittag auchviel, sehr viel Stones zu hören gab. Und aus jener Band war auch ein Gast aufden Hinzensberg gekommen: Peter „Pad“ Schneider. „Pad“ ist kein Unbekannter.
“Es war 1975 als sich Sebastian Baur und Peter Schneider imBerliner Franz-Klub, dem damaligen Domizil der Ostberliner Bluesszene, kennenlernten und die Monokel Blues Band gründeten – so beginnt die „Monokel-Story“.Am Rande des Frühschoppens hatte ich die Möglichkeit mich mit „Pad“ zuunterhalten und erfuhr Interessantes aus den Anfangszeiten, der heute nochaktiven Band. Nein! Die „Monokel-Story“ muss nicht neu geschrieben werden, abervielleicht ergänzt? Und noch etwas bemerkenswertes gibt es zu berichten. Die„Männerversteher“ haben – ohne es zu wissen – die Beweise, zu in div.Internetforen aktuell laufenden Diskussionen,  beigesteuert:
* Die Stones – eine Bluesband?
* deutsche Sprache und Blues - geht das zusammen?
Ja, es geht!



19. September 2009: Monokel in Forst
Es gab gewichtige Gründe für meine spontane Entscheidung den Weg ins "Manitu" auf mich zu nehmen. Es war eine gute Entscheidung wie es sich spätestens am Ende des Abends herausstellte.
Aber
wenn es dann vorbei ist und sich die Autobahn wie ein Gummiband in die Länge zieht, sage ich mir jedes mal: Mensch, Du bist zu alt für den Sch...
Aber, ICH BIN IMMER NOCH DA! Und auf der Rückfahrt "saß" der Johnny Mastro mit im Boogie-Mobil und "rotzte" mir seinen dreckigen Blues ins Ohr. Danke "Howlin"!
Und längst gibt es auch Bildmaterial auf Youtube,  welches nicht nur letztmalig "Texas-Mike" bei "Monokel" zeigt, sondern mir auch die Arbeit hier abnimmt. Mein Gruß und Dank geht deshalb nach Cottbus an den Kameramann.

15. September 2009: Johnny Mastro & Mamas Boys

"Wo gibt es schon mal einen Harpspieler, der in einer Entfernung von knapp einem Meter vor einem RockTimes-Redakteur kniet und sich dabei den letzten Sabber aus der Mundhöhle bläst. Einfach nur großartig!"

Und auch in Berlin stand ein RockTimes-Redakteur nur knapp einen Meter entfernt von Johnny. Und nicht nur er. Und ja, sein Blues der war "dreckig" und "rotzig". Und auch in der Pause konnte ich Johnny hautnah erleben, mit ihm sprechen und ein Bier trinken.

Der nachfolgender Text - leicht gekürzt- stammt aus dem Bluesforum.

Den ursprünglichen Text hier habe ich entfernt. Wie ich inzwischen weiß, handelte es sich um ein Plagiat eines Originaltextes aus www.rocktimes.de.
Aber inzwischen gibt es genau dort einen aktuellen Bericht meines "Kollegen" Mike Kempf, der auch das Video zur Verfügung stellte.
Ich erlaube mir hier einen link auf seinen Bericht einzufügen:

http://www.rocktimes.de/gesamt/m/johnny_.../garbaty09.html

Habe ich mal Zeit schreibe ich auch selber einen. Aber habe ich Zeit???




Basti und Tobi
12. September 2009: Open Air in Vollmershain
line up:
Texas Mike & Band
Heike May & Rick Ullrich
Dolly's meat
Calling Card
Junimond
Monokel
Trailer Trash Tramblers


Vollmershain 2009: Viel Musik. Etwa 500 Leute aus ganz Ostdeutschland.Viele bekannte Gesichter. Gute Freunde.

Es ist unmöglich alle Eindrückewiederzugeben. Ich möchte mich deshalb auf die Höhepunkte beschränken.

Zu denen gehörte zweifelsfrei die Band „Calling Card“ aus Nordhausen. Mitden Coverbands ist das so eine Sache. Mir jedenfalls geht es so; ich habe dasOriginal im Ohr und bin geneigt die Qualität am Original zu messen. Will manjedoch, so wie „Calling Card“, die Musik und das Andenken an einen ganz großenMusiker wahren, ist die Absicht löblich und ich lasse Rücksicht walten.

Vielleicht kannten einige der Zuschauer die Band. Ich nicht. Oder es warder Name Gallagher. Auf jedem Fall war der Platz zwischen Bühne und Bierzelt andiesem Tag erstmals gefüllt. Spätestens mit dem zweiten Titel, „Bad Penny“, konntemich die Band überzeugen. Und nicht nur mich. Es folgten: „Moon Child“, „ TooMuch Alcohol“… Nicht erst bei „What’s Going On“ geriet das Publikum in Verzückung.Als es nach zwei Stunden vorbei war, ließ man die Band nicht so ohne weiteresgehen. „Calling Card“ begann 1986 als „Jim’s Bluesband. Es folgtenUmbesetzungen und Namensänderungen. 2005 entschloss man sich endgültig demGallagher zu huldigen und gab sich den heutigen Bandamen. Der Name Gallagherist für mich untrennbar mit der Berliner Band „Fuel To The Fire“ verbunden, dieich schon mehrfach erlebt habe. Schon die Besetzung von „Calling Card“ mit zweiGitarren, Piano, Akkordeon und Harp sorgt für einen anderen Sound. Ebenvoluminöser. Aber der Gesang von Fuel – Sänger Thommy Ellwitz macht auf jedemFall das Besondere der Berliner aus.

Monokel. Ich und Monokel – wir sind seit langem ein Paar. Es ist also nichtverwunderlich wenn ich auch ihren Auftritt erwähne. Als die Band kurz nach23:00 Uhr die ersten Akkorde von „Berlin“ anschlug, lag man im Zeitplan schonweit über einer Stunde zurück. Monokel wurde auch diesmal von „Texas Mike“unterstützt. Er hatte um 14:00 Uhr mit seiner Band den zweiten Tag inVollmershain eröffnet. Man spielt den „Kindertraum“, die „Schwarze Marie“, das„Monster vom Schilkinsee“… Das Publikum hat nichts anderes erwartet. Nach einerStunde gibt es eine Überraschung. Für Insider nicht ganz so überraschend, hatteer sich doch bereits gezeigt. Die Rede ist von „Basti“ Baur, dem eigentlichenMonokel-Gründer. Seitdem es „Knorkator“ nicht mehr gibt, spielte er schonmehrfach als Gast bei Monokel. Und dann geht es zur Sache mit „Rock’n RollHoochi Koo“, „Home“, „Maggie’ s Farm“… Als dann auch noch Tobi Hillig von„Moods of Ally“ die „Klampfe“ übernahm, Sängerin Steffi Breiting stand amBühnenaufgang, erinnerte mich das Ganze an den grandiosen Auftritt der Band inSpremberg zur Rock- und Bluesnacht. Gegen 2:00 h morgens dann der Abgang mitdem „Boogiemobil“ und „Bye, bye Lübben City“.

Um diese Zeit wollte man ursprünglich zur Nachtruhe blasen, doch dieRio-Reiser-Tributband „Junimond“ und die holländische Band "Trailer Trash Tramblers“ standen nochauf dem Programmzettel. Doch als sie die Bühne betraten war ich schon längstauf der A9 in Richtung Berlin.



Gundi von Crinkle Cut

29. August 2009: Hügelland Open Air

Rüdersdorf hatte zum 2. Hügelland Open Air gerufen und die ganz „harten“ Jungs –  Biker und AC/DC-Fans - kamen und füllten die Halle auf dem Industriegelände am Bahnhof.

Die Schocktherapie von Dr. Kinski stand auf dem Programm. Doch mein besonderes Interesse galt der Vorband und ihrer Frontfrau Gundi. Der Doc wird es verschmerzen. Hat er doch inzwischen eine ansehnliche Fangemeinde. Unter ihnen ein ganzer Fantrupp. Ihre T-Shirts trugen die Aufschrift „Patient 1“ bis „Patient...“. Ich habe sie nicht gezählt.

Gundi (voc), Stooni (g), Bob (dr), Sivi (bg) und Mathias (ld-g) – sind „Crinkle Cut“. Kein bisschen leise. Rock’n Roll pur. Seit März 2007 spielt die Berliner Band nun schon zusammen. Waren sie anfangs eine reine Coverband, sind inzwischen auch eigene Songs im Programm. Songs wie „Lil’ Devil“ oder „like a Stone“ zählen inzwischen zu meinen Favoriten. Hörenswert ist diese Band auf alle Fälle. Schon allein wegen Gundis Rockröhre. Power pur. Wir sehen uns wieder.

Dann kam der Doc mit dem irren Blick. Es wurde eng vor der Bühne. Das volle Programm. Eine 1a-Show. Stefan Schirrmacher wurde an diesem Abend durch Frank Ross „ersetzt“. Er ist kein Unbekannter. Spielt er doch üblicherweise in Kinskis Salonorchester als „Franco Calzone“ die Gitarre. Und er konnte auch laut. Sehr laut sogar.

28. August 2009: Tony Jack

Während sich das "Bluesvolk" in Köpenick bei der East BluesSession mit „Jonathan“ und MSB tummelte, war ich nur wenige Kilometer weiter im „SpreeLacArt“. Ich saß noch entspannt auf der Terrasse an derSpree, als mich eine Nachricht ereilte: Eric Sardinas kommt im Oktober nachTorgau in die Bastion. Der Terminkalender füllt sich. Prima!

Aber dann ging es auch gleich zur Sache. Die vier Herren von„Tony Jack“ aus Berlin rockten kräftig drauf los. Seit 2003 spielen sie nunschon zusammen und verstehen ihr „Handwerk“. Zu hören gab es u.a. die Stones,David Bowie...  Vor allem aber Sachen, die man nicht allzu oft hört.

Bluesabstinenz? Auf keinem Fall. Im Repertoire auchKlassiker von Big Bill Broonzy oder Willie Dixon. Wen wundert es? Haben die Jungsdoch in der Vergangenheit schon gemeinsame Projekte mit „Monokel“, „Engerling“und „Jonathan“ gemacht. Frontmann Harry Bochel dürfte einigen Bluesfreundenkein Unbekannter sein. War er doch gemeinsam mit Tommy Thompson in 2006 und2009 auf dem Dresdner Bluesfestival im „Tante Ju“.

Im Programm von Tony Jack gab es auch eigene Nummer. Vorallem „You knows?“ hat mir gefallen. Geradliniger Rock’n Roll, melodisch vorallem aber tanzbar!

Fazit: Der Urlaubsspeck ist weg!




















27. August 2009: LausitzBlues im Exil-Garbaty

15. August 2009: The Four Blues Band

Schon wieder fielen die Sachsen in Berlin ein. Aber es warenganz nette Sachsen. Und sie hatten den Blues im Gepäck. Die Rede ist von derFour Blues Band, einer Bluesrock - Coverband aus Dresden. Obwohl nur wenigebluesbegeisterte Berliner den Weg in die „Kiste“ fanden, ließen sich die vierAmateurmusiker die Freude am musizieren nicht nehmen und coverten mächtig drauflos. Ihr Repertoire reichte von SRV über Garry Moore und Robert Johnson bisClapton. Und ich hatte an diesem Abend nicht nur Spaß, sondern habe auch nochetwas gelernt. Nahm ich doch bislang an, der Song „Call Me The Breeze“ sei vonmeinen „Göttern“ und nun musste ich erfahren, dass er von J.J. Cale ist. KeinProblem. Cale ist mindestens ein „Halbgott“. Die Besetzung:

Thomas Beck (voc, harm)

Peter Drechsler (g)

Hubert Sykownik (bg)

Wolfgang Redlich (dr)

08. August 2009: Blues Open Air in Prießnitz

Es war mal wieder allerhand los an diesem Wochenende. Als ich die Nachricht las, in Prießnitz habe man die Wiese frisch gemäht, traf ich meine Entscheidung. Ich liebe den  „irren Duft von frischem Heu“. So oft ist man nicht in diesem kleinen Ort in der Nähe von Frohburg. Wen wundert es da, dass etliche Blueser im anhaltinischen Prießnitz gelandet waren und erst über Umwegen und verspätet eintrafen.

Pünktlich 18:00 Uhr ging es los. Den undankbaren Job als Opener hatte T.D.R.H. übernommen. Eine junge Band aus der Region. Sie spielten vor unbesetzten Bänken, mühten sich aber redlich. Erst nach und nach füllte sich der Platz. So weit südlich sind wir selten. Es kommt daher nicht allzu oft vor, dass die Berliner und die Thüringer Bluesszene aufeinander treffen. Man hatte sich viel zu erzählen und Durst hatte man auch.

Inzwischen war es bereits 20:00 Uhr und wie immer marschierte die Kraftbluesbrigade unter den Klängen der „Berliner Luft“ auf die Bühne. Und es marschierte ein „neuer“ mit. Mike Seeber, der sich inzwischen als „Texas Mike“ einen Namen gemacht hat, hatte Premiere bei „Monokel“. Schnell füllten sich die Reihen vor der Bühne und wir hörten einen Monokel-Klassiker nach dem anderen. Die „Schwarze Marie“ und „Bye, bye Lübben City“, aufgenommen an diesem Abend, sind längst bei YouTube zu sehen. Im Programm an diesem Abend auch „Little Red Rooster“ und ein Song der „Texas-Mike-Band“. Als es dann vorbei war, lagen sich „Lefty“ und Mike in den Armen. Die Premiere war gelungen.

Die Umbaupause verkürzte „The Cottonmen Blues Band“. Einige werden es gar nicht mitbekommen haben. Die drei Jungs aus Erfurt spielten etwas abseits auf einer kleinen Bühne im Bierzelt. Diese Band war meine Entdeckung an diesem Abend. Ganz so unvorbereitet war ich ja nicht. Sylvia und Hans hatten sie schon in Bad Berka erlebt. Robert (voc, g), Rainer (g) und Tom (voc, harm) spielen noch nicht allzu lang zusammen, haben aber vorher schon in anderen Bands gespielt. Im Programm fast ausschließlich die alten „Canned Heat“ - Nummern. Trotz einiger technischer Probleme, wurde die Band ihrem Anspruch, möglichst nah am Original zu bleiben, weitestgehend gerecht. Fasziniert war ich ja von der exzellenten  Bluesharp. Man sollte solche Attribute sparsam verwenden. Ich weiß. Aber es war so.

Weiter ging es auf der großen Bühne mit Big Joe Stolle. Ich muss ihn nicht mehr vorstellen. Begleitet wurde er von Uwe Fischer (g) von „Six“, Micha Merkert (dr) und „Cäsars“ Sohn, Robert, am Bass. Gleich zu Beginn der „Müllmannblues“ und dann folgte „He, Dr. Blues mir geht es nicht gut“. Doch gut ging es mir, als ich den alten Zenit-Kracher hörte. Weiter ging es mit Bluesklassikern, wie „Bullfrog Blues“, „The Road Jack“ und „Black Magic Woman“. Zwischendurch Eigenkompositionen aus den 1990er Jahren, u.a. „The Woman“. Und dann spielten sie den „Cäsar“-Song „Whisky“ aus der Karussell-Ära und erinnerten damit an einen ganz großen Rockmusiker.

Kurz vor Mitternacht, „Kirsche&Co.“ sollte noch folgen, machte ich mich jedoch auf den Heimweg. Aber nicht ohne mich von „Letscho“ zu verabschieden. Er hatte mit seinem Rockclub Frohburg diesen Abend organisiert. Unterwegs auf der Autobahn holte ich „Monokel“ ein, in der nächsten Raststätte feierten wir mit einem Kaffee unsere kleine „Wiedersehensparty“ und erreichten gegen 2:00 Uhr Berlin.

01.08.09: Harley Days Berlin

Nun sind sie endlich angekommen inBerlin – die Harley Days. Und es gab ne’ Menge zu sehen. Hauptact an diesemSonnabend war zweifelsfrei die schottische Band „Simple Minds“. Obwohl die Bandheute nicht mehr an ihre Erfolge aus den 1980er Jahren anknüpfen kann, war essehenswert vor allem aber hörenswert was die Band zu bieten hatte.

Doch das war bei weitem nicht alles. Zuvor gab es„Moderate Pace“ und nach „Simple Minds“ trat Hank Davison unplugged auf. BeideBands sind in der Bikerszene verwurzelt und frönen den Bluesrock. Letzterer istauch als „King of Bikerrock“ bekannt. Es war klar, dass ich nicht alle dreiKonzerte durch stehen würde. Ich musste mich entscheiden. Ich entschied michfür „Moderate Pace“. Das war wieder einer meiner vielen Fehler, wie man mirspäter berichtete.

Ausschlaggebendfür meine Entscheidung war, dass die Band aus Meschede schon mit „MollyHatchet“, „Birth Control“ und „ZZ Top“ auf einer Bühne stand. Bekannt gewordenist sie vor allem durch ihre CD „Gasoline“. Fast das gesamte Repertoire derBand bestand aus Eigenkompositionen, die mir natürlich unbekannt waren. Aberdas spricht für diese jungen Männer. Mit Titeln wie „Bear The Blue“ oder„Dancing Shoes“ konnte ich mich schnell anfreunden. Andere fand ich wenigergut. So ist das halt. Gegründet wurde die Band 1989. Am Schlagzeug sitzt Andre „TheEEL“, Chris M. spielt den Bass, Mr. Vibroking und Frontmann Butcher hatten sichdie Gitarren umgehängt. Während der Sound ganz ordentlich klang, hinterließder Gesang und das Gebaren von Butcher einen negativen Beigeschmack bei mir.


31.07.09: electra

Noch bin ich Steuerzahler und da ist der Beginn eines Konzertes um 19:00 Uhr, lieber Fred, einfach zu früh. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich viele Freunde treffen würde, wäre ich schmollend zu Hause hinter dem Ofen geblieben. Aber warm war es ja auch in der Parkbühne Biesdorf und vor allem trocken. Schon beim Einlass wies mich Petra daraufhin, dass der Laden voll wäre. Und das war er auch. Wenn nicht zur gleichen Zeit das „Benefizkonzert für Nachterstedt“ in Aschersleben statt gefunden hätte, wäre es bestimmt noch voller gewesen. Gehofft hatte ich ja, dass „renft“ als zweiter act an diesem Abend spielen würde. Doch die hatten gerade die Bühne geräumt. Noch, bevor ich die erste Reihe vor der Bühne erreichte, sah ich die vielen bekannten Gesichter und meins hellte sich auf. Sogar der „alte“ Blueser mit dem schicken „Karoshirt“ aus Falkenberg hatte den Weg nach Berlin gefunden.

Es dauerte nicht lange bis „electra“ die Bühne betrat. Die Band hatte am 20. Mai im Dresdner Kulturpalast ihr 40jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Eigentlich wurde ja die Band gefeiert, wie man bis nach Berlin zu hören bekam.

Begonnen hatte alles 1969 an der Dresdner Musikhochschule. Zur Gründungsbesetzung gehörten Bernd Aust (fl), Wolfgang Riedel (bg), Peter Ludewig (voc, dr), Karl-Heinz Ringel (key) und Ekkehard Berger (g). Aust, Ludewig und Riedel sind noch immer dabei. Und die „Ehemaligen“  Stephan Trepte und Gisbert Koreng sind inzwischen in die Band zurück gekehrt.

So konnte „electra“ an diesem Abend  mit Koreng, Trepte und „Mampe“ Ludewig gleich drei hervorragende Sänger auf die Bühne bringen. Einzig Treptes Kariere bei „electra“, „Lift“ und „Reform“ habe ich bewusst verfolgt. Gehört er doch in meinen Augen zu den besten Vokalisten, die der Osten zu bieten hat.

Mir fiel auf, schon beim ersten Titel sang das Publikum mit. Da konnte ich nicht mithalten, obwohl Titel wie „Tritt ein in den Dom" - wohl ihr größter Erfolg -, „Türkischer Marsch“ und das Konzeptalbum „Sixtinische Madonna“ auch mir ein Begriff sind. Spätestens bei „Locomotiv Breath“ von „Jethro Tull“, neben „Aqualung“ das Beste was diese britische Band zu bieten hat, hatte es auch mich gepackt. Unbeschreiblich das Flötensolo von Bernd Aust und das Solo von Bassist Wolfgang „Kuddel“ Riedel. Schließlich hat mir der Abend erneut bewiesen, was wir schon immer wussten, dass der „Ostrock“ exzellente und hervorragend ausgebildete Musiker zu bieten hat.

25.07.09: Blues Caravan 2009 & Henrik Freischlader

10 Jahre „Manitu“ und es gab den Blues. Schön wäre esgewesen, hätte man die Anfangszeit in Erfahrung bringen können. Irgendwannführte mich Tante Google auf meine eigene Seite. Doch da stand auch nichts.Also fuhr ich aufs Geradewohl nach Forst und kam gegen 19:00 Uhr an. Das„Manitu“ hat Ähnlichkeit mit einer nordamerikanischen Trapper-Behausung.Vielleicht sind die nicht ganz so üppig ausgestattet; ich weiß es nicht. Ichhabe noch keine Fallen gestellt. Üblicherweise gerate ich immer in Fallen.Meist sind es Radarfallen.

Der Laden war gut besucht. Jedoch war kaum jemand derüblichen Verdächtigen anwesend, die man sonst zwischen Torgau und Sprembergantrifft. Das Publikum bestand wohl mehrheitlich aus Bikern. Doch dann kam„Howlin“ und etwas später entdeckte ich auch „DJ Jimmy“. Der Abend wargerettet. Schließlich dauerte es noch bis kurz vor 22:00 Uhr, ehe sich im Saaletwas tat.

Und dann brannte die Luft. Die „Blues Caravan“ betrat dieBühne. In 2009 sind das:

Joanne Shaw Taylor (voc, g) aus Birmingham, Oli Brown (voc,g) aus Norfolk, sowie die Finnen Erja Lyytinen (voc, g) und David Floreno (g). Begleitet wurdensie von Denis Palatin (dr) und Mike Griot (bg). Den ersten Song spielten siegemeinsam und in den folgenden zwei Stunden wechselten sich Joanne, Oli, Erjaund David auf der Bühne ab. Ich hatte mich mal wieder nicht vorbereitet. Wozuauch? Den Freischlader kennt man. Aber was ich von der „Blues Caravan“ zu sehen undvor allem zu hören bekam, das hatte ich nicht erwartet. Es ist fast unmöglicheine Bewertung oder gar einen Vergleich anzustellen. Gibt es so etwas wie eine„Gitarrengöttin“? Dann trifft es auf Joanne am ehesten zu. Man muss sie erlebthaben.

Es ist weit nach Mitternacht, als dann Henrik Freischlader auf der Bühnestand.

Freischlader, obwohl noch jung anJahren, hat sich längst einen Spitzenplatz in der deutschen Bluesszeneerspielt. Begleitet wurde er von Theofilos Fotiadis an der Bassgitarre und Hardy Fischötter amSchlagzeug. Der Durchbruch gelang ihm 2006 mit dem Album „The Blues“,erschienen bei ZYX Music. Die Songs, welche er uns an diesem frühen Morgendarbot, stammten vorzugsweise von diesem Album.  Diese wesentlich ruhigeren Nummern, unterschieden sich deutlichvon dem was die „jungen Wilden“ der Bluescaravan zuvor zu bieten hatten.Besonders bei den lang anhaltenden Improvisationen stellte Freischlader seineKlasse unter Beweis. Es war sehens- und vor allem hörenswert, was für Töne er,im Dialog mit seinem Bassisten, seiner Gitarre entlockte. Ich denke jedoch, dassdieser Art Vortrag wohl eher  für einfachkundiges Publikum geeignet ist und vom Publikum in Forst, welches „abrocken“und Spaß haben wollte, weniger geschätzt wurde. Aber vielleicht lag es ja auchnur an der fortschreitenden Zeit, dass sich die Reihen im Saal leerten. Aberspätestens bei der Zugabe mit Hendrix’ s „Foxy Lady“ ließ er es dann noch einMal so richtig krachen.

Es war längst taghell, als ich endlich zufriedenaber hundemüde in Berlin ankam.


Pachochialkirche Berlin-Mitte

18.07.09: 30 Jahre Bluesmesse

Good stuffman. Diesen Satz hat mir vor einiger Zeit “Holly” Holwas ins Gästebuchmeiner Homepage geschrieben. Gutes Zeug war es, was uns „Holly“ an diesem Abendin der Pachorialkirche in Berlin-Mitte bot.

Gegen 19:45 Uhr treffe ich vor Ort ein. Ausreichend Zeit, umbeim ersten Bier „Holly“ zu begrüßen und ein paar Worte zu wechseln. Es istkurz nach 20:00 Uhr als er mit seiner Band den Altar betrat und ohne Vorrededen ersten Titel spielte. Die Rede gab es danach. Ein paar einführende Worte,mit denen man an die legendären Bluesmessen erinnerte, gab es vom Pfarrer derPachorialkirche und dem Leiter des DDR-Museums in Berlin-Mitte.

Ich erspare mir an dieser Stelle den Inhalt wieder zu geben.Über die Geschichte der Bluesmessen und auch über den interessanten Lebensweg„Hollys“ habe ich bereits ausführlich auf meiner Homepage geschrieben. Außerdemgibt es zu „Holly“ und zu den Bluesmessen ausführliche Artikel in der deutschenWikipedia. Wer darüber hinaus sogar das Buch „Bye, bye Lübben City“ besitzt,ist bestens informiert.

Mich hatte schon eine Zeitlang die Frage bewegt, wer wohl„Holly“ an diesem Abend begleiten würde. Die Überraschung war perfekt. AmSchlagzeug saß Hajo Zoch und die Blues-Harp spielte „Matze“ Stolpe. Hajo war inden 1980ern mit seiner Bluesband unterwegs und spielt heute bei „Hensley“ und„fuel to the fire“. Stolpe ist Stammgast bei „Jonathan“. Spätestens zur EastBlues Session in Berlin-Köpenick werden wir ihn wiedersehen. Allerdings denBassisten kannte ich nicht. Er stammt aus der DDR-Jazzszene.

Die Band spielte etwa sechzig Minuten und es reihte sich einBluesklassiker an den anderen.

Zum Abschluss des ersten Set gab es dann „Stormy Monday“.

Warum erwähne ich gerade dieses Stück? Diesen Song hörte ich, vorgetragen von "Holly" und Stefan Diestelmann, auf der von mir besuchten Bluesmesse.

Die Kirche, die vielleicht mit 300 Leuten gefüllt war, bot eine herrlicheAkustik. Das Publikum bestand mehrheitlich aus jungen Leuten. Dies war wohl demUmstand geschuldet, dass im Anschluss der Rapper  „Prinz Pi“ auftrat. Die Veranstalter wollten damit einen Bogenvon den damaligen Ereignissen in die Gegenwart spannen. Zu erwähnen ist, dasswährend des gesamten Konzertes auf Großleinwand eine Bild-Ton-Dokumentation vonDirk Moldt mit Observationsfotos des Ministeriums für Staatssicherheit aus demUmfeld der Bluesmessen eingespielt wurde. Bereits am Eingang hatte man mich,mit dem Hinweis ich könnte mich vielleicht entdecken, darauf aufmerksamgemacht. Dies war wohl eher unwahrscheinlich, da ich selbst nur eine Bluesmessemiterlebte. Zu dieser Zeit wurde ich geheiratet und stieg aus der Szene aus.

Gegen 22:30 h gab es dann wieder Blues. Neben Standards wie„Little red rooster“ und  „Black magicwoman” stellte uns “Holly” dann eine Eigenkomposition vor, mit der er an seinbewegtes Leben in Kanada erinnerte. Kurz vor Mitternacht ist das Konzertbeendet und ich trete mit der Hoffnung die Heimreise an, dass ich nichtnochmals fünf Jahre warten muss, um „Holly“ auf der Bühne wiederzusehen.

11.07.2009:  4 Pistoleros & Sick Monkey

The blues had a baby, they called it Rock’n Roll.

Das Baby zeigte sich an diesem Abend auf der MS “Berlin” ziemlich ausgewachsen. Organisiert hatte die Fahrt auf dem „Rock’n Roll Dampfer“ „Lello“ Hansen, der uns Ostdeutschen besser bekannt ist als Rainer Lojewski (Ex-Engerling, Ex-Monokel). Der Dampfer hatte an diesem Abend etwas von einer Begegnungsstätte. Gekommen waren vor allem die „Macher“ und das Stammpublikum des „Garbaty“ in Berlin-Ost und der Wirt des „Liliput“ in Berlin-West mit seinen Stammgästen.

Pünktlich um 19:00 h begann die Fahrt am Tegeler See. Und nach fünf Stunden kamen wir da auch wieder an. Aber wo wir eigentlich lang geschippert sind, wissen wohl die Wenigsten. Der Dampfer hatte noch nicht richtig Fahrt aufgenommen, als die drei Herren von „Sick Monkey“ zu den Instrumenten griffen. Unter ihnen befand sich ein Geburtstagskind. Drummer Bernd „Charlie“ Haucke feierte an diesem Tag seinen 59.Geburtstag. Musikfans ist er kein Unbekannter. Haucke war Anfang der 1970er Jahren Gründungsmitglied der Leipziger Rockband „SET“, trommelte danach bei "Prinzip", der „Modern Soul Band“ und „NO 55“. 1995 gründete er gemeinsam mit seinem Ex-SET-Kollegen Lutz Heinrich die Leipziger Bluesrockformation „Eisenheinrich“ und sitzt außerdem in der Stones-Coverband „Starfucker“ an den drums.

Auch der Frontmann von „Sick Monkey“, Steve Seitz (g, voc), ist mir nicht unbekannt. Ihn sah ich das erste Mal gemeinsam mit „Lello“ bei den „Chickenhunters“ vor zwei Jahren auf dem Haubachstraßenfest. Organisiert wird das Fest seit 2007 von Bernd Girulatis, dem Eigentümer des „Liliput“ in Charlottenburg. Nach einer guten Stunde spielten dann die „4 Pistoleros“ zum Tanz auf. Man sollte es nicht glauben, selbst auf dem engen Dampfer wurde mächtig abgerockt. Bei den Pistoleros sitzt „Lello“ höchstpersönlich am Schlagzeug und Monokel-Gitarrist „Kuhle“ zupft den Bass. Im Publikum entdeckte ich übrigens noch einen alten Bekannten. Ich hätte ihn nach so langer Zeit und vor allem mit seinen kurzen Haaren nicht erkannt, wenn man mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte. Die Rede ist vom Drummer der „Passat-Blues-Band“.

Obwohl es wieder ein gelungener Abend war, irgendwie war ich dann doch froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
10.07.2009: Mitch Ryder & Engerling

Regelmäßig, wenn das neue Jahr begonnen hat, kommt MitchRyder aus Detroit über den großen Teich und geht auf Deutschlandtournee...

So oder so ähnlich begann mal ein Thread von mir in einemder vielen Internetforen. Das Jahr hat längst begonnen und die Tour 2009 ist bereits Geschichte. Und dennoch stand Mitch heute Abend in Berlin-Biesdorf aufder Bühne.

Doch vorerst erfreuten uns zwei alte Bekannte. Opener andiesem Abend war das Blues-Duo

„Unlimeted Blues“. Unter diesem Markenzeichen arbeiten schonseit Jahren Bernd Kleinow  und Lutz„Kowa“ Kowalewski zusammen. Kleinow ist einer der besten BluesharperOstdeutschlands, was er auch an diesem Abend erneut unter Beweis stellte, undhat schon mit fast allen namhaften Bands und Musikern der ostdeutschenBluesszene gemeinsam auf der Bühne gestanden. Kowalewski gründete 1985 die„Feedback Blues Band“, mit der er auch heute noch gelegentlich auftritt. DasDuo bot in einem 60-minütigem Programm internationale Bluesklassiker und dieetwa 400 Leute in der Parkbühne hielten durch. Es regnete in Strömen.

Es ist 20:30 Uhr, als der Mann in Schwarz die Bühne betritt.Mitgebracht hatte er seine europäische Begleitband, die Engerlinge aus Berlin.Das deutsche Management von Mitch entdeckte „Engerling“ in Hamburg undverpflichtete sie ad hoc für die Europatournee 1994. 1998 und 2000 bis 2009sollten folgen. Zeugnis der gemeinsamen erfolgreichen Zusammenarbeit sindinzwischen fünf CDs. In 2009 erschien bei Buschfunk mit „Air Harmonie. Live inBonn 2008“ eine weitere CD. Sie wurde 2008 während der „You Deserve My Art –Tour“ in der Bonner „Harmonie“ mitgeschnitten. Zu den gemeinsamen Konzerten mitMitch Ryder „leihen“ sich die Engerlinge üblicherweise den Gitarristen Gisbert„Pitti“ Piatkowski von „Renft“ aus. So geschehen auch an diesem Abend.

Mit Stücken aus dem Album „You Deserve My Art“ legte Ryderdann auch los. Es dauerte nicht lange und das Publikum geriet in Bewegung. ZumGlück hatte es inzwischen aufgehört zu regnen und es blieb trocken bis zum Endedes Konzertes.

Mitch Ryder feierte seine ersten Erfolge mit „Jenny Take ARide“ und ist in Deutschland spätestens seit dem 5. WDR-Rockpalast in 1979 keinUnbekannter mehr. Es folgten weitere Songs aus dem umfangreichen Repertoire vonMitch, ergänzt durch Nummern von Lou Reed oder den Stones. Die widrigenWitterungsverhältnisse taten der Spiellaune der Männer auf der Bühne und derStimmung im Publikum keinen Abbruch. So reihte sich der Abend in Biesdorfdurchaus in die Palette gelungener Konzerterlebnisse ein.


09.07.2009: Geburtstagssession mit "Waldi" Weiz

Mich zog es heute abend in das „Queens“ in Berlin-Pankow. Im„Queens“ ist der „Garbaty e.V.“ nach Zwangsschließung seines Domizils im Januar2009 vorrübergehend  unter gekommen. Esgab, wie jeden Donnerstag, eine Rock- und Bluessession. Opener war die Waldi-Weiz-Band.Und es gab einen besonderen Anlass. „Waldi“ feierte seinen 60. Geburtstag.Gekommen waren zahlreiche Musikerkollegen und Freunde. Darunter Big Joe Stolle,Udo Weidemüller, „Lello“ Hansen (Rainer Lojewski), Bernd „Kuhle“ Kühnert, SörenBirke u.a.

Weiz begann in der Gothaer Beatszene, wo er bei  „TheTrabants“ und später den „Blackies“ spielte. Mit 16 Jahren erhielt er einlebenslanges Auftrittsverbot. Er ging daraufhin nach Erfurt. Wo sich zu dieser Zeitum Jürgen Kehrt eine Bluesszene zu entwickeln begann. Kurzzeitig spielte er bei „Modern Blues“, wo er auch seinespätere Ehefrau Angelika Weiz kennen lernte. 1975 gründete er seine eigeneBand. „ergo“ gehörte damals zu den bekanntesten Bands der Thüringer Live-Szene.Neben zahlreichen Coversongs hatte „ergo“ auch eigene Titel im Repertoire. Ambekanntesten war „Knickerbocker“, jener Song der später auch auf einemAmiga-Sampler veröffentlicht wurde. Als er 1985 zum Reservistendienst gezogenwurde, seine Ehefrau nach Berlin zu Günter Fischer ging, fiel die Band auseinander.

Auch Weiz ging später nach Berlin, spielte eine Zeitlang bei„Engerling“, gehörte dem „Mama-Blues-Projekt“ an, welches 17 Musiker derDDR-Rock- und Bluesszene vereinte,  undarbeitete als Grafiker.

Seit 1992 verfolgt er mit der „Waldi-Weiz-Band“ eigenemusikalische Wege, gewann 2004 den Jazz&Blues Award, veröffentlichte in2007 bei „Buschfunk“ die CD „Live at Yorckschlösschen“ und ist als Gastmusikerauf den Alben „ A Dark Caucasian Blue“ und „The Acquitted Idiot“ desUS-Amerikaners Mitch Ryder zu hören.


1.07.2009: Lausitzblues
...brennt bekanntlich länger als Vattenfall-Kohle. An diesem Abend brannte dieser sogar mitten in Berlin. Als ich in der Bundesallee eintraf, saßen Sepp, Kulle und Gaby noch in entspannter Runde vor dem "Laden". Leider fanden an diesem Abend nur wenig Bluesfreunde in das "Rickenbacker's". Aber für die, die da waren, war es ein Genuss. Pünktlich 21:00 Uhr ging es los. Dieses Mal hatte ich das Vergnügen (fast) das komplette Programm zu erleben. Die Palette reicht von Johnny Cash über die Stones (Dead Flowers), "Canned Heat" bis hin zu eigenen Kompositionen.
Die Songs von Lausitzblues erzählen  - wie kann es anders sein - von Kohle, Baggern und billigem Deputatschnaps, aber auch von Sehnsüchten und Whisky. Meinen Lieblingssong "Crawfish"  gab es natürlich auch zu hören.
Es war nicht nur die Musik, sondern auch die sympatische Art in der Sepp mit dem Publikum kommunizierte und mir die Gewissheit verschaffte, dass es nicht mein letzter Besuch bei Lausitzblues bleiben wird. Schön zu hören, dass auch eine CD in Arbeit ist. Ein Livemitschnitt eines Konzertes mit Igor Flach im "Real Music Club" Lauchhammer.



27.06.2009: Monokel
Schon wieder „Monokel“ mag manch einer denken. Aber es war ihr vorerst letzter Gig für dieses Jahr im Berliner Raum. Also machte ich mich auf den Weg und fuhr in den Oderbruch. Natürlich wusste ich, Spremberg würde nicht zu überbieten sein, aber so schnell bekommt man auch den „Gala“ nicht wieder zu sehen.
Kurz nach 20:00 Uhr erreiche ich den "Quappenhof" an der alten Oder und schon von weitem sehe ich die Falkenberger. Man freut sich zu sehen. Knapp einhundert Leute hatten sich auf dem Hof versammelt. Im Verlauf des Abends sollten es noch mehr werden. Mittendrin die „Kraftbluesbrigade“. Es bleibt noch ausreichend Zeit zur Begrüßung bis die Band in gewohnter Besetzung mit den beiden Gitarristen „Kuhle“ Kühnert und „Lefty“ Linke, „Pitti“ Pflüger am Bass und Dicki Grimm am Schlagzeug die Bühne betreten. Die erste Nummer ist wie üblich „Berlin“. Es folgt „Glaub nur an dich allein“ und „Wahrheiten“. Und dann kommt er, der Gast aus Spanien, greift zur Gitarre und man spielt „Nie wie der Vater“, eins meiner
Lieblingssongs aus dem Monokel-Repertoire. Natürlich dürfen der „Kindertraum“, der „Stadtwolf“ und das „Monster vom Schilkinsee“ nicht fehlen. Nach einer reichlichen Stunde legt die Band eine Pause ein. Als die Band zur zweiten Runde antritt, vermisse ich „Pitti“. Er hatte gesundheitliche Probleme und konnte nicht weiter spielen. Kein Problem für die Profis. „Kuhle“ wechselte an den Bass und es erklingt die alte „Howlin’ Wolf“ – Nummer „Little Red Rooster“. Hatte sich das Publikum während der ersten Runde eher verhalten gezeigt, war es plötzlich wie ausgewechselt. Schnell füllte sich der Platz vor der Bühne und man bewegte sich ganz ordentlich. Keine Ahnung woran das
lag. Vielleicht war es das Bier, welches inzwischen reichlich geflossen war oder aber es lag an der hereingebrochenen Dunkelheit. „Monokel“ legt mit Chuck Berry nach und das Bluesvolk gerät langsam ins Schwitzen. Und noch einer konnte nicht länger still sitzen, betrat die Bühne und übernahm den Platz am Schlagzeug. Es war „Lello“ Hansen (R. Lojeweski). Noch ein Bandmitglied aus den Anfangsjahren von „Monokel“. „Gala“ und Dicki hatten unbemerkt die Bühne verlassen.
Plötzlich war das gar nicht mehr „Monokel“. In dieser Besetzung nennt man sich üblicherweise „Kuhle & die Gang“. Und ich wusste längst was jetzt passiert. „Iggy Pop würde abstinken…“, so lautet der Titel eines Videomitschnittes auf MySpace. Nach „Home“ folgte dann der Gallagher. Inzwischen hatte sich die Bühne längst wieder gefüllt und irgendwann gab es dann auch „Maggy’s Farm“. Wenn ich diesen Titel höre werde ich immer an das Konzert im Sommer 2007 in der Parkbühne Biesdorf erinnert. Damals standen „Monokel“, „Engerling“ und die Magda Piskorczyk aus Warschau gemeinsam auf der Bühne. Ein Hammer!
Nach einer lautstark ein geforderten Zugabe –
nein, es war nicht „Bye, Bye Lübben-City“ – besteige ich mein „Boogiemobil“ und fahre zurück nach Berlin.

25.06.2009: Bob Beeman & The Stormbirds

Es war bereits meine zweite Begegnung mit dieser Band und ich wusste, ihr Blues würde Balsam für meine Kraftblues gewöhnten Ohren werden. Und so war es dann auch. 22:00 Uhr eröffnete Bob Beeman alias Robert Greiner-Pol die Session im Pankower „Queens“. Beeman, der Sänger und Gitarrist, der auch schon mal in Trompete und Mundharmonika bläst, ist hauptamtlich Frontmann der Berliner Band „Mother’s Little Helpers“. Begleitet wurde er an diesem Abend von Victor Schiel (Slide-Gitarre), Christian Tech (Bass) und Sascha Bachmann am Schlagzeug. Ihr Sound wird uns als „pirate blues music“ offeriert, vereint Blues-, Country- und Folkelement und erinnert mich stark an die Musik von J.J. Cale. Eine feine Sache auf alle Fälle. Im ersten Block boten sie Songs aus eigener Feder. Erwähnenswert Titel wie „seven hands“ oder „loverman“, eine eigenwillige Interpretation des Erfolgssongs von „Laid Back“. Doch besonders angetan hatte es mir „The Navigator“.

Nach langer Pause gab es dann gegen 24:00 Uhr noch einen zweiten Block. Irgendwie war der Schlagzeuger abhanden gekommen und man improvisierte. Inzwischen hatte sich auch „Kuhle“ Kühnert von „Monokel“ dazu gesellt und man spielte den „Refried Boogie“ von „Canned Heat“

Es gab mehrere Gründe dafür, dass ich den Abend, anders als in Spremberg, bis zum „bitteren“ Ende ausharrte: ein freier Freitag, der kurze Heimweg, vor allem aber die gute Musik.

20.06.09: Rock- und Bluesnacht in Spremberg

Schon wieder zog es mich in die Lausitz. Das Hotel „Zur Post“ hatte zur 3. Rock- und Bluesnacht eingeladen und es ging die Post ab. Doch vorerst tat sich gar nichts. Es dauerte seine Zeit bis sich das Zelt im Biergarten füllte. „Monokel“ stand in großen Lettern auf dem Plakat. Und die Fans aus Eisenach, Leipzig, dem Erzgebirge, Bautzen, Falkenberg und Berlin nahmen gern die weiten Anfahrtswege in Kauf.

Um 20:30 Uhr ging es endlich los. „Moods of Ally“ aus Thüringen betrat die Bühne. Gehört hatte ich die Band noch nicht. Aber Frontfrau Steffi Breiting und Gitarrist Tobi Hillig sind mir nicht unbekannt. Ich hatte sie schon in 2008 in der Kulturbrauerei während des Benefizkonzerts für das „Cafe Garbaty“ erlebt und ich habe mich schon damals gefragt, weshalb sie sich so lange vor mir versteckt haben. Begleitet wurden sie von Ralf Müller (key), Rene Bock (b) und Ralph Jähn (dr). Die Band versteht sich als Tribute Band und erinnert an die Glanzzeiten der „Allman Brothers“, „The Band“ und den „Black Crowes“. Geprägt durch die eindrucksvolle Stimme von Steffi erhielt deren Songs eine unverwechselbare Note.

Es ist kurz vor 22:00 Uhr als dann endlich die „Das ist die Berliner Luft“ aus der Konserve erklingt und die vier Herren von Monokel-Kraftblues „einlaufen“. „Wer bei Blues an traurige Baumwollpflückerweisen oder einsame Pianisten in leeren Bars denkt, liegt bei Monokel völlig falsch“. So beschreibt sich die Band selbst und wir konnten uns erneut davon überzeugen. „Berlin, Berlin“ war dann auch der erste Titel. Es kam Bewegung in die Reihen vor der Bühne. Mir fiel es gleich auf, die Kraftblueser waren gut drauf. Es lag mit Sicherheit an der unverwechselbaren Atmosphäre, die noch immer im ländlichen Raum herrscht, wenn „Monokel“ spielt und an die Glanzzeiten der Band erinnert. Aber vor allem lag es an der Verstärkung, die man mitgebracht hatte. Schon beim dritten Titel kam er dann auf die Bühne, löste Michael Linke am Mikrofon ab, sang „Nie wie der Vater“, „Schweine nach vorn“, „Rettungsboot“ und all die anderen Monokel-Klassiker und blies die Mundharmonika. Gemeint ist Frank „Gala“ Gahler. „Gala“ gehört zur Urbesetzung der Band, hatte von 1981 bis 1989 ein Intermezzo bei „NO 55“, kehrte zu „Monokel“ zurück, verließ die Band aber 1996 erneut und lebt heute auf Teneriffa. „Gala“ brachte an diesem Abend mehrfach zum Ausdruck, dass er froh sei wieder auf der Bühne zu stehen und das Publikum nahm es ihn ab. Eine weitere Stunde war vergangen, als der nächste Gast die Bühne betrat und zur Gitarre griff. Es war Sebastian Baur, der eigentliche Monokel-Gründer, besser bekannt als „Buzz Dee“ von „Knorkator“. Ihm folgte Mike Seeber von „Texas-Mike“. Dann ging es richtig zur Sache. Die vier Gitarristen rockten los und das Publikum war nicht mehr zu halten. Wir hörten Songs wie „Maggie’s Farm“ von Bob Dylan oder „Home“ von Iggy Pop. Als dann auch noch Steffi Breiting ans Mikrofon trat, wurde es richtig eng auf der Bühne. Es war bereits kurz nach Mitternacht, als die Monokel-Hymne „Bye, bye Lübben-City“ erklang und bei vielen Fans konnte ich ein Leuchten in den Augen erkennen, waren sie doch für einen Abend in ihre Jugendzeit versetzt worden.

Doch das war noch längst nicht alles. Die „Party“ ging weiter.  „Texas-Mike“, ein 2001 in Sachsen-Anhalt gegründetes Bluesrock-Trio, beschloss die Nacht in Spremberg. Gitarrist Mike Seeber, es war an diesem Abend nicht sein erster Auftritt mit „Monokel“, wurde begleitet von Bassist Hagen Eisfeldt und Rolf Lehmann an den Drums.

Es soll Leute geben, die auch Sonntags arbeiten müssen. So machte ich mich noch vor Konzertende auf den Heimweg und tröstete mich damit, dass schon bald ihr nächster Gig ins Haus steht. Ich denke, ich werde in Torgau sein, wenn „Texas-Mike“ am 04.07.2009 als Opener für Walter Trout erneut auf der Bühne steht.

14.06.2009: Engerling

Eigentlich wollte ich trotz einem langen Arbeitstag in den"Besson Cowboy Club". Doch dann erfuhr ich noch rechtzeitig von demEngerling - Gig auf dem Kunstfest in Berlin - Pankow. Keine Frage, wo ich denAbend verbrachte. Ich kam natürlich zu spät. Und warum? Weil ich, wie AlWilson, einer Frau vertraute! Aber die Engerlinge hatten technische Probleme undjust bei meinem Eintreffen erklangen die ersten Akkorde von  „little red rooster“. Schnell noch auf dieBühne gewunken und ein paar bekannte Gesichter begrüßt, von denen gab es genug.Im Publikum entdeckte ich dann auch "Kuhle" Kühnert von „Monokel“.
Spätestens beim "Muschellied" konnte ich mich dann auf die Musik konzentrieren.Doch schon nach 60 Minuten war der Spaß vorbei, obwohl die Engerlinge auch schonmal 3 Stunden am Stück spielen. Es war
eben ein Volksfest und es gab doch tatsächlich Leute, die sich das nachfolgendeBühnenprogramm antaten.


13.06.2009: Monokel
Ich hasseVolksfeste. Dennoch zieht es mich dahin, gibt es den Kraftblues in Berlin undumsonst! Außerdem gab es einen Anlass. Gewissermaßen ein Jubiläum. Es war imSommer 2006 als ich nach langer, sehr langer Abstinenz zum Jubiläumskonzert aufder Schlossinsel Köpenick meine ganz private Wiedersehensfeier mit „Monokel“hatte. Es ist Freitagabend. Kalter, stürmischer Wind weht von der Dahme her rüberund lässt nicht nur die Damen im Publikum frösteln. Aber es bleibt trocken.  Als ich den Luisenhain gegen 19:40 h betrete,schallt mir schon der "Kindertraum" entgegen. Hatte etwa Dicki aufMySpace eine falsche Anfangszeit gepostet? Nein! Es war nur der Soundcheck.Schnell ein paar Leute begrüßt und noch ein Bier mit der Band getrunken. Pünktlich20:00 Uhr stehen sie wieder auf  der Bühneund ziehen durch bis kurz vor 22:00 h. Doch so richtige Stimmung will nicht aufkommen. Die Fangemeinde ist zerstreut; bei Karussell, bei Transit oder inLuckenwalde bei EBE. Wenigstens hatten Hans und Sylvia nach Köpenick gefunden.Der Kraftblues schwächelt (gemeint sind die Phonstärken).
F
reuen wir uns auf Spremberg!

31.05.2009: Dr. Kinski

Pfingsten in Berlin - bedeutet„Karneval der Kulturen“. Und da geht der Blueser schon mal „fremd“. Doch indiesem Jahr hatte am Pfingstsonnabend die Parkbühne in Berlin - Biesdorf zum„Power Blues“ eingeladen. Keine Frage! Trotz Dauerregen machte ich mich nachBiesdorf  auf, um endlich mal wieder die„East Blues Experinece“ zu erleben. Doch das Konzert fiel sprichwörtlich insWasser.

Am Pfingstsonntag hatte ich etwas mehrGlück mit dem Wetter. Also fuhr ich nach Kreuzberg und sah mir denKarnevalsumzug an. Am späten Nachmittag gab es dann dennoch Unwetterwarnung fürBerlin und am Himmel sah es bedrohlich aus. Flucht! Doch je weiter ichnach Osten kam, hellte es sich auf. Also fuhr ich bis vor die Tore derStadt nach Altlandsberg. Auf dem Marktplatz angekommen, spielten die Jungs vonder „Travelin Band“. Der aufmerksame Leser weiß inzwischen, dass das die CCR -Coverband um „Paule“ Finke ist, die ich erst unlängst in Marzahn erlebenkonnte.

Trotz des Wetters hatte sich eine MengeVolk versammelt. Es dominierten die AC/DC - shirts und die „Free Biker“ ausHönow waren auch zahlreich erschienen. Doch bis zur Schocktherapie mussten siesich noch gedulden.  „Schirmi“ und die Monokel-Leute Dicki und „Lefty“ trafich erst einmal am Bierstand. Wo sonst?

Als der Doktor weit nach 21:00 Uhr dieBühne betrat, kamen die AC/DC – Fans endlich auf ihre Kosten. Klassiker, wie„Have a drink on me“ und „You shock me all night long“, schallen über denMarktplatz in Altlandsberg. Der Platz vor der Bühne füllt sich schnell und eswird kräftig gerockt. Als dann kurz vor Mitternacht endlich „Hells Bells“erklingt, mehrfach eingefordert, ist man glücklich. Doch mir fiel auf, dass dasübliche Höllenfeuer an diesem Abend eher auf Sparflamme brannte. Und ich wusstelängst warum!


29.05.09: The Crazy Hambones

Das Bluesfestival in Dresden fand ohne mich statt. Aber manhat ja „seine“ Leute. Und die lobten in ihren Berichterstattungen die „CrazyHambones“ in den höchsten Tönen. Also ließ ich mich nicht lange nötigen undbegleitete sie in den „Bassy Cowboy Club“ im Berliner „Pfefferberg“. Bis zum Konzertbeginn gegen 24:00 Uhr füllte sich der Laden ordentlich. Mir wurdeschnell klar: Der Blues stirbt nicht aus. Das Durchschnittsalter des Publikumslag unter 30 Jahre und wir waren die Oldies. Das ist mir ja noch nie passiert.Egal.

Gegründet wurde die Band im Jahre 2003 von Michael Maas (dr). Und alsich ihn sah, wurde mir klar, es gibt nicht nur guten Blues, sondern auch  Boogie Woogie vom Feinsten. Rayan Donohueaus New Orleans spielte nicht nur die Gitarre, sondern überzeugte mich vorallem durch seine kräftige Bluesstimme. Aber eigentlicher Sänger und Harper derBand ist der Wahl-Hamburger Henry Heggen, der nicht nur durch sein Harpspiel bestach, sondern auch  mit seiner frischen,natürlichen Art das Publikum in Fahrt brachte. Abwechselnd entlockte er derBluesharp ruppige bis sanfte Töne. Besonders gelungen schien mir das bei derDixon-Nummer „My Babe“. Höre ich diesen Titel werde ich natürlich sofort anStefan Diestelmann erinnert. Aber die Interpretation, welche  ich an diesem Abend zu hören bekam,unterschied sich deutlich und spricht für das Können dieser drei Musiker. 2004nahm die Band ihr erstes Album auf, welches in der Fachwelt hoch gelobt wurdeund ihr mehrere nationale und internationale Auszeichnungen einbrachte. Musikalisch orientiert sich die Band an den Altmeistern Muddy Waters, LittleWalter oder Dr. Ross und bediente alle Facetten des Blues. Mein Prädikat: sehrzu empfehlen.


25.05.2009: Lynyrd Skynyrd
Berlin-Weißwasser-Bautzen-Dresden-Erfurt-Köln (...und zurück!). Das war es wert!

Lynyrd Skynyrd hatte zur „God & Guns – World –Tour“ nachKöln gerufen und Hunderte kamen aus ganz Deutschland. Es war das erste von nurzwei Konzerten in Deutschland.

Spätestens nach dem Tod von Powell und Evans wurde aufdiversen Internetseiten eine heftige Auseinandersetzung über die bevorstehendeTour geführt. Hätte ich auf die Kritiker gehört, die meinten diese Band habemit Lynyrd nichts mehr gemein und wäre nicht gefahren, ich hätte mich schwarzgeärgert. Selbst die Ankündigung seriöser Internetforen, Lynyrd würde vom „Günzenich– Orchester“  begleitet und den Powellwürde Richard Clayderman ersetzen, erwiesen sich als Ente.

Pünktlich um 19:30 Uhr begann das Konzert. Opener war derHolländer Julian Sas mit seiner Band. Sas hatte unlängst in Reitwein mit denEngerlingen zusammen gespielt. Und was mir über dieses Konzert berichtet wordenist, mehrte nur meine Vorfreude auf Köln. Sas bot hörenswerten,aggressiven  Bluesrock. Vergleichenwürde ich ihn mit Eric Sardinas, den ich erst kürzlich erleben konnte. Dochlängst nicht so charismatisch, was eher für Sas als gegen ihn spricht. SeinAuftritt dauerte auch nur knapp vierzig Minuten. Ehrlich gesagt, so richtigkonzentrieren konnte ich mich nicht auf ihn. Alles wartete auf Lynyrd. Doch diekamen immer noch nicht.

Nach einer Umbaupause betrat der Norweger Bjoern Berge dieBühne, setzte sich vor das Mikrofon und spielte auf seiner Akustikgitarre,bediente das „Stompcase“ und heizte dem Publikum in der ausverkauften Halleordentlich ein.  Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit wechselte er von einem Genre indas andere - vom Delta Blues bis zu Metal – und beeindruckte mit seinergewaltigen Stimme. Spätestens bei seinem Auftritt bemerkte ich dieausgezeichnete Akustik im "Palladium".

Zwei Stunden waren bereits vergangen. In der Halle wurde esnoch enger. Die Raucherlounge leerte sich schlagartig, als die „alten“ Männerum Garry Rosington, dem einzig verbliebenem Gründungsmitglied, die Bühnebetraten. „God & Guns“ ist übrigens der Titel ihres neuen Studioalbums, welchesdemnächst erscheint. Doch das Geheimnis, was uns die Band neues zu bieten hat,wurde an diesem Abend nicht gelüftet. Enttäuscht? Nein, enttäuscht war ichnicht. Los ging es mit „ Workin’ For MCA“. Es folgte ein Klassiker nach dem anderen: „Gimme Back My Bullets“, „CallMe The Breeze“, „Saturday Night Special“…

Mühselig alle Titel aufzuzählen. Als nach knapp sechzigMinuten „Sweet Home Alabama“ erklang, hatte das Lynyrd-Fieber auch den Letzten gepackt. Sechzig Minuten waren viel zu kurz. Darin waren sich alle inder Halle einig. Wo bitte waren der „Travellin’ Man“, „Mr. Banker“ oder ... ? Doch man wusste, das war noch nicht alles. Und dann gab es die Zugabe.Die Band zelebrierte „Free Bird“ und die eintausend - vielleicht auch mehr? - Leute sangenmit.

Wie soll man so ein Konzert beschreiben? Man muss es erlebthaben. Zwei Bemerkungen seien mir erlaubt. Die Band, die ja eigentlich garnicht mehr Lynyrd sei, hat bewiesen: Lynyrd bleibt Lynyrd. Wer bitte hat daeinen Unterschied festgestellt? Und noch etwas. Auch an diesem Abend hat sichbestätigt, der Sound der Band bei Live-Auftritten unterscheidet sich nichtwesentlich von den Studioaufnahmen, was für mich ein Qualitätsmerkmaldarstellt.


23.05.2009: Jonathan Blues Band

Der Blues ist los an diesem Wochenende: Eutin, Altzella,Dresden, „Monokel“ in Freiberg, „Engerling“ im Spreewald und „Backwater“ inBerlin. Mich zog es in den Oderbruch, wo der „Blues-Papst“ der ehemaligen DDRmit seiner „Jonathan-Blues-Band“ gastierte. Die Band besteht inzwischen auchschon 29 Jahre. „Jonathan“ wurde 1980 von Peter Pabst (voc, g) und HagenDyballa (voc,b) gegründet und gehörte in den 1980er Jahre zu den bekanntestenBands der DDR-Bluesszene. Pabst hatte zuvor mit „Holly“ Hollwas gespielt undDyballa kam von der „Passat-Blues-Band“. Seit 1995 sitzt Matthias Fuhrmann amSchlagzeug. „Jonathan“ spielt in der klassischen Dreier-Besetzung, wird aberregelmäßig durch Gastmusiker ergänzt. Stammgast ist „Matze“ Stolpe, so auch andiesem Abend im „Quappenhof“. Stolpe zählt seit Jahren neben Igor Flach, der imvergangenen Jahr viel zu früh verstorben ist, und Bernd Kleinow zu den bestenBluesharpern im Osten. An diesem Abend hatte Pabst einen weiteren Gitarristenmitgebracht: „Kuhle“ Kühnert von „Monokel“.

Gegen 21:00 Uhr ging es endlich zur Sache. Nach einigenbekannten internationalen Bluesnummern gab es dann auch deutschsprachigen Bluesaus eigener Feder. Wiedererkannt habe ich keinen dieser Titel. Es ist wohl zulange her, seit ich Jonathan das letzte Mal hörte. An „Daddys Boogie“ und„Blues in der Nacht“, zu hören auf der 1987 erschienen Amiga-LP, kann ich michnoch erinnern. Gefallen hat mir der „Katzenfreund“. Der Text stammt übrigensvom Engerling-Frontmann „Boddi“ Bodag.

Nach einer Pause kam sie endlich auf die Bühne. Begrüßt hatte ich sielängst, die kleine Frau mit der großen Stimme: Christiane Ufholz. Die Ufholzstammt aus Leipzig. Entdeckt wurde sie von Klaus Renft, der sie Anfang der1960er Jahre in seine damalige Band „The Butlers“ holte. Ihre große Zeit hattesie zu Beginn der 1970er Jahre als sie neben Stefan Trepte bei „Lift“ sang.Später wanderte sie zum Jazz ab und sang bei Klaus Lenz und Günther Fischer. ImZusammenhang mit der Ausbürgerung Biermanns aus der DDR ging sie in den Westenund beendete ihre Kariere. Anfang der 1990er Jahre kam sie zurück und ging mitdem Gitarren-Duo „Windminister“ auf Tour durch den Osten, begleitete 1997/1998Klaus Renft auf seine „als ob nichts gewesen wär“-Tour und arbeitet seit 2002regelmäßig mit „Jonathan“ zusammen. In Quappendorf sang sie Bluesstandards  wie den „Stormy Monday Blues“, „Little Red Rooster“ und  „Hoochie Coochie Men“. Als gegen 23:15 Uhr derletzte Titel verklang, die Band die Bühne verließ, machte die Ufholz a cappellaweiter. Und das Publikum dankte es ihr.

21.05.09: Travelin Band

Die dicken Regenwolkenüber Berlin haben sich gegen Abend verzogen. Das gibt mir die Möglichkeit dienächste „Herrentagsparty“ zu besuchen. Mein Weg führt mich nach Berlin-Marzahn,wo die  CCR-Coverband  „The Travelin Band“ unter freiem Himmelspielt. Das Publikum ist wahrlich nicht nach meinem Geschmack. Egal. So oftbekommt man die „alten“ Männer nicht zu sehen.

„The Travelin Band“bedeutet nicht nur Erinnerungen an alte Zeiten, sondern auch ein Wiedersehenmit alten Bekannten. Die Gitarre spielt „Wolle“ Densky und am Schlagzeug sitzt„Paule“ Finke. Beide spielten in den 1970er Jahren bei „Joco Dev“. Als sich1980 "Joco Dev", ihr Hit "Stapellauf" war wohl einer derersten Deutsch-Rock-Songs überhaupt, auflöste, gründeten sie gemeinsam mitSänger Norbert Schmidt die bekannteste ostdeutsche Heavy-Metal-Band „Formel 1“.Die Band überraschte mit einer, für DDR-Verhältnisse, ungewöhnlichen  Bühnendekoration und sorgte für ein weiteresNovum in der DDR-Rockgeschichte, als sie ihre erste Langspielplatte imStahlwerk Hennigsdorf aufnahmen. 2006 entdeckte ich sie bei der Travelin Bandwieder. Am Bass steht „Hubi“ Mayer“. Er dürfte einigen noch bekannt sein ausseiner Zeit bei der  OstberlinerHardrock-Band „Babylon“. Vierter Mann bei Travelin ist Gitarrist und SängerMicha Kawa.

An diesem Abend gab esCCR pur. Der legendäre CCR-Sound. Ergänzt wird das Programm mit neueren Stückenvon Fogerty und Rockklassikern von „Thin Lizzy“ bis  „Golden Earring“.

Während des Konzertesbemerkte ich neben mir einen jungen Typen, knapp 20 Jahre. Er beherrschte alleTexte. Ich sprach ihn an und er antwortete mir, diese Musik habe ihn sein Vater„eingebläut“. Eine pädagogische Meisterleistung, wie ich finde. Nun gut, meineTöchter gingen noch nicht zur Schule, als sie schon „Bend it“ von „Dave Dee& Co.“ singen konnten!



21.05.09: Lausitzblues

In der Lausitz ist allerhand los in Sachen Blues. Das hat sich inzwischenbis nach Berlin herum gesprochen.

Es ist Feiertag. Das „Himmelfahrtskommando“ von „Lausitz-Blues“ lud zur Partyin den „Real Music Club“ nach Lauchhammer und ich fuhr hin. Als ich gegen 11:00Uhr in Lauchhammer-Ost eintraf, hatte die beiden Männer bereits im Garten desClubs, der aus einer ehemaligen Kirche entstanden ist, unter einem riesigenSonnenschirm Platz genommen und war beim Soundcheck.

„Lausitz-Blues“ brennt länger als Kohle. Davon konnte ich mich überzeugen.Schönen, handgemachten Blues bot das Duo.  

Neben Blues- und Rockklassikern gab es auch Titel aus der Feder von IgorFlach, der leider viel zu früh verstarb. Songs, wie „Crawfish“ oder „AlterFreund“, hätten es längst verdient gehabt auf CD veröffentlicht zu werden. Vielleicht finde ich sie ja auf der " 1a Blues Vol.2" von Bluesrudy, die unlängst erschienen ist?

Leider währte das Vergnügen nicht allzu lang, weil ich „in dringendenFamilienangelegenheiten“ zurück nach Berlin gerufen wurde.


12.05.2009: Beth Hart
Da freut man sich nun tagelang auf den Johnny Mastro und was macht er; kommt einfach nicht. Also habe ich mich mit Beth Hart im "Cafe Zapata" getröstet.

Die US-amerikanische Sängerin, die 1972 in LA geboren wurde, hat den Blues. Zu hören gabes ihn an diesem Abend weniger, aber gespürt hat man ihn. Es war eincharismatischer Auftritt den Beth Hart bot. Power pur. Nicht ein Körperteilhielt Stille und das von der ersten bis zur letzten Minute ihres Auftritts. Undder Funke sprang sofort auf das Publikum über. Beth Hart wusste nicht nur durchihre rohe, kraftvolle Stimme und mit ihren gefühlvollen Texten, in denen siedas ständige Auf und Ab in ihrem Leben beschreibt, zu überzeugen. Locker undohne Starallüren präsentierte sie sich im Berliner „Cafe Zapata“, ließ sie sichzwischen den Songs auf einen Smalltalk mit dem Publikum ein und gab schon malAutogramme zwischendurch.

Angereist ohne ihre Band, ließ sie sich  von Jon Nichols mit der Akustikgitarrebegleiten und begleitete sich bei einigen Songs selbst am Keyboard.

Spätestens seit sie in den Staaten Janis Joplin in demMusical „Love, Janis“ verkörperte, wird sie immer wieder mit ihr verglichen.Und dieser Vergleich lag auch an diesem Abend nah. Aber ist die Joplin nichtunvergleichlich?

In den USA ist Beth Hart längst eine unangefochtene Größe.Seit ihrem letzten Album „37 Days“ ist sie nun angetreten Europa zu erobern. Undsie ist auf dem Weg dazu. Auch wenn Kritiker an diesem Abend meinten, mit ihrerBand würde sie viel rockiger klingen, vor allem aber nicht so brav, war es eingelungener Abend.


08.05.2009: Shawue

Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt im Osten wieder die open-air-Saison: Tanna, Frohburg, Prießnitz, Oettersdorf, Vollmershain…Und immer wieder findet man bekannte Namen wie "Monokel", "Kirsche&Co.", "Leningrad44", "Freygang-Band"…  Auf dem Programmzettel von Tanna (6.06./7.06.) entdeckte ich eine mir völlig unbekannte Band aus Luckau. Konzertfreaks wissen es: Luckau liegt im Süden Brandenburgs, mittig zwischen Radigks Brauhaus und der Kulturbastion.

Also machte ich mich am 08.05.2009 auf den Weg in den Berliner Knaackklub, um mir diese Band anzuschauen. "Shawue" wurde 1987 von Lutz Neumann gegründet. Ihrem musikalischen Stil sind sie bis heute treu geblieben. Geboten wird Folkmusik, eher Folkrock, gewürzt mit einer gehörigen Portion Softpunk und Blues. Im Programm fast ausschließlich eigene, deutschsprachige Titel. Zu ihren frühen Werken zählen „Teresa“ und „Jokerman“. Titel, welche vom Publikum lautstark eingefordert wurden, aber an diesem Abend nicht auf dem Programm standen. Und es waren sehr gute Texte, die wir zu hören bekamen, wie beispielsweise in den eher liedhaften Stücken „Silbermond“ und „Worte“. Das waren Songs, welche von Neumann zudem sehr gefühlvoll vorgetragen wurden. Anspruchsvoll auch der Song „Sarajevo“, den man auf MySpace zu hören bekommt. Mir haben natürlich eher die rockigeren Songs, wie „Scheißkerl“ und „Ich komm heim“ zugesagt. Ein gelungener Abend. Der Band ist andernorts ein zahlenmäßig größeres Publikum zu wünschen. Bei dem kulturellen Überangebot in Berlin fällt es selbst einheimischen Bands manchmal schwer ausreichend Publikum zu finden.

Aktuelle Besetzung:

Lutz Neumann (Gesang, Gitarre, Mandoline)

Charlott Neumann (Gesang, Bassgitarre)

Andreas Mann (Gitarre)

Heike Neumann (Geige)

Manuel Kaatsch (Schlagzeug)

01.05.09: Engerling und Monokel in Dresden

Nach einer langen Bluesnacht mit Waldemar Weiz (ehemals„ergo“ und "Engerling") und Big Joe Stolle (ehemals „Mama Basuto“ und „Zenit“) im „Queens“ inBerlin-Pankow, mache ich mich am frühen Morgen auf dem Weg nach Dresden. Als ichgegen 10:00 Uhr über die Elbbrücke rolle, traue ich meinen Augen nicht; allesvoller Menschen. Wollen die alle zu „Engerling“ ? Irgendwo finde ich auch einPlätzchen für das „Boogie-Mobil“ und kämpfe mich durch die Menschenmasse zum„Bärenzwinger“. Dieser offenbart sich als „Hexenkessel“. Dicht gedrängt stehtdas „Bluesvolk“ in dem glasgedeckten Kellergewölbe am Rande der „BrühlschenTerrassen“ und Temperaturen herrschen wie in der Sauna!  Ich schiebe und drängle mich bis vor dieBühne. Kurz vor 11:00 Uhr betreten die „Engerlinge“, begleitet von Uwe Albingeram Saxophon, der uns an später gleich zwei herrliche Soli bot, die Bühne undlegen ohne lange Vorrede mit „Little Red Rooster“ von den Stones los. Das warder Soundcheck und gleich geht es weiter mit dem „Engerling Blues“ und dem„Muschellied“. Die Engerlinge sind nunmehr seit 34 Jahren im „Geschäft“. Undgenauso lange spielen „Boddi“ Bodag und Heiner Witte bereits zusammen, ergänztvon „Manne“ am Bass. Am Schlagzeug sitzt Hannes Scholz, jüngstes Bandmitgliedund Sohn von „Boddi“. Man ist bestens aufeinander „eingespielt“ und kann sichdas leisten. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Nach der Pause hören wirdann u.a.  „Jessica“, den Titel auf dendie Dame neben mir so gewartet hat und für mich gab es „Dead Flowers“. Mit„Mama Wilson“ beschließen sie das Konzert. Leider gibt es nur eine kurzeZugabe. Die Engerlinge haben keine Zeit. Sie fahren weiter nach Jena, wo sie amAbend den nächsten Gig haben. Das Publikum dagegen wandert nur wenige hundertMeter weiter zum Schlossplatz, wo ab 16:00 Uhr „Monokel“ in wesentlich enspannterer Atmosphäre spielt.

Am Schlossplatz empfängt mich frische Luft und viel Platz umden Blues zu tanzen. Es bleibt noch etwas Zeit um die Band und „alte“ Freundezu begrüßen, die erst jetzt nach Dresden gefunden haben. Man hat sich ja sooolange nicht gesehen. Wie immer wenn „Monokel“ auswärts spielt, marschiert die„Kraftbluesbrigade“ zu den Klängen: „Das ist die Berliner Luft“ auf die Bühneund wird mit lautem Hallo empfangen. Und mit „Berlin, Berlin“ geht es auchgleich zur Sache. Der Kraftblues schallt bis zur Staatskanzlei. Es folgen die Monokel-Klassiker:„Schwarze Marie“, „Schweine nach vorn“, „Das Monster vom Schilkinsee“, „Kindertraum“ und "Immer noch da!". Ja, da sind sie alle wenn "Monokel" spielt, ob in Forst, Finsterwalde oder Dresden! Lange nicht gehört: "Glaub nur an dich allein". Dieser Song gehört für mich neben "Nie wie der Vater" zu den Besten aus dem Monokel-Repertoir. Pünktlich 18:00 Uhr als die Glocken läuten beendet "Monokel" das Konzert mit ihren Kultsong "Bye, bye Lübben-City". Man hat Angst "zugeführt" zu werden!

“Rory Gallagher is the man who got me back into the blues”

(Eric Clapton)

25.04.2009: Fuel to the fire. A tribute to Rory Gallagher

Heute war wieder so ein Tag an dem man sich besser hätte klonen  lassen sollen. Aber wozu hat man Freunde. Also schickte ich Andrea zur Bluesharp-Nacht in die Kulturbrauerei mit Waldemar Weiz, Big Joe Stolle, „Matze“ Stolpe und vielen anderen. Ich selbst ging zu „fuel to the fire“ in die Kiste. Obwohl in meinem Umfeld so mancher eher S. R. Vaughan favorisiert; ich mag den Gallagher. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass das mein erster Rockpalast war, den ich damals in den 1970er Jahren sah.

Und Gallagher pur gab es an diesem Abend. Ein Hit reihte sich an den anderen – von „Bad Penny“, „Mississippi Sheiks“, „Big Guns“ bis „Moonchild“. Natürlich durfte auch der „Bullfrog Blues“ nicht fehlen. Wer „fuel to the fire” und den Sänger Thommy Ellwitz kennt, weiß er steht auf die „Allman Brothers“. Und die folgten im Anschluss. Natürlich gab es auch „ZZ-Top“ und von Cream „White Room“. Schlagzeuger Hajo Zoch bot uns ein herrliches Solo. So etwas hört man heutzutage selten und Ryk Boden an der Gitarre ist einfach nur gut. Gegen 0:30 Uhr gab es mit „fuel to the fire“ den Rausschmeißer.

Übrigens: die Gitarre spielt Ryk Boden, der ehemalige Frontmann von „Passat“ und am Schlagzeug sitzt Hajo Zoch , der in den 1970er Jahren bei „Passat“, „Sinus“, „Pharao“ und „Bison“ spielte. In den 1980er Jahren zog er dann mit der  „Hajo-Bluesband“ durch die Lande.

17.04.2009: Lange Bluesnacht in Finsterwalde
Musiker und Fans sind in die Jahre gekommen. Aber wir sind immer noch da! "Monokel" und "Engerling" im Süden Brandenburgs auf einer Bühne, dass zieht die "angegrauten" Langhaarigen magisch an. Im Publikum standen an diesem Abend "alte" Bekannte, gute Freunde und auffallend viele Berliner dicht gedrängt vor der kleinen Bühne in "Radigks Brauhaus".
Irgendwann kehren wir wohl alle zu unseren Wurzeln zurück! Unter den Zuschauern eine Brandenburgerin, die nach 25 Jahren im "bayrischen Exil" und Bluesabstinenz an diesem Abend ihre "alte Liebe" wieder fand.
Es ist kurz nach 21:00 Uhr, als aus den Boxen die Operettenklänge  "Das ist die Berliner Luft" erklingt und die "Kraftblues-Brigade" von "Monokel" die Bühne betritt und mit "Berlin, Berlin" (der Moloch lockt!) ohne lange Vorrede los legt.
Es folgt ein Monokel-Klassiker nach dem anderen. Erstmals höre ich dann auch ihren neuen Song: "Wahrheiten". Irgendwann intoniert die Band die Volksweise "Wir sind die Sänger aus Finsterwalde" und bedankt sich auf diese Weise beim Publikum in Finsterwalde. Doch man läßt "Monokel" nicht so ohne weiteres gehen. Es ist noch lange nicht vorbei! Letzter Song - für mich völlig überraschend - der Engerling-Klassiker: "Da hilft kein Jammern". Michael "Lefty" Linke übergibt damit das Mikrofon an die Engerlinge.
Und die legen auch gleich mächtig los. Zwischen den Klassikern wie "Mama Wilson" oder "Gleichschritt", dann die Wendelieder "Legoland" und "Herbstlied". Ich hoffe, nicht nur für mich gab es dann auch den "Narkoseblues", wie immer eingebettet Cäsars "Apfeltraum". Und ohne Stones geht bei den Engerlingen gar nichts.
Neugierig geworden? Eine neue Chance diese Bands zu hören gibt es am 1. Mai 2009 in Dresden: 11:00 Uhr "Engerling" im "Bärenzwinger" und 15:00 Uhr "Monokel" auf dem Schlossplatz.

12.04.2009: Heaven Roads
Ostersonntag gegen 11:00 Uhr. Manch einer war noch beim Ostereier suchen. Ich fand eins in meinem Mail-Fach. Lieber guten Oster-Blues, als ein faules Osterei. Also fuhr ich vor die Tore Berlins, fand ein gemütliches Plätzchen, ließ mir die Sonne auf den Bauch scheinen und genoss den "Electric-Blues" von "Heaven Roads" in entspannter Atmosphäre. Als es dann zur Sache ging und der Blues über den Dorfanger schallte, der Wirt völlig aufgeregt seinen Platz hinterm Tresen verließ, wurden die Regler runter gefahren. Es tat der Spiellaune der Band keinen Abbruch. "Heaven Roads" - das sind Siggi Bley (g, voc), Klaus Gehn (dr), Heiko Lengerken (b) und Arne Olbrich (keyb). Die Berliner Band "pflegt" den Blues der "Altmeister" B.B. King, Howlin Wolf und Willi Dixon. Zu hören waren aber auch Clapton, Hendrix und eine schöne Version von "Black Magic Woman". Wer auf guten, handgemachten Blues steht, sollte sich das nächste Konzert dieser Band nicht entgehen lassen.

09.04.2009: The Travelin Band

Wer hätte das damals in den 1970er Jahren gedacht, dass die Ostrocker
Wolfgang "Wolle" Densky (g) und Peter "Paule" Finke (dr) von "Joco Dev" einmal einen Gig auf dem Ku'damm gegenüber dem berühmten Cafe Kranzler haben würden?
"Joco Dev", 1967 von Jörg Schenkel und Detlef Lüpke in Ostberlin gegründet, gehörte in den 1970er Jahren zu den angesagtesten Rockbands des Landes. Mit "Stapellauf" produzierten sie nicht nur ihren größten Hit, sondern einen der ersten Deutsch-Rock-Titel überhaupt.
In den 1980er Jahren spielten sie dann in der bekanntesten Heavy-Metal-Band der DDR "Formel 1" und ich verlor sie aus dem Auge.
2008 entdeckte ich sie in der "Travelin Band" wieder, in der sie gemeinsam mit "Hubi" Mayer (b, voc) und Micha Kawa (g,voc) an die Glanzzeiten von "CCR" erinnern. Der legendäre CCR-Sound, eine Mischung aus Rock, Country und Delta-Blues, wird wohl verantwortlich dafür sein, dass ich nur wenige Jahre später dem "Southernrock" verfallen bin.
CCR pur gab es auch heute Abend. Quasi Non-Stop. Im zweiten Block zwischen Rockklassikern wie "Buddy Joe" von "Golden Earring", "Whiskey In The Jar" von "Thin Lizzy" war dann auch eine Eigenkomposition der Band zu hören. Ein Wiederhören mit "The Travelin Band" gibt es spätestens am 29. Mai 2009 in Berlin-Biesdorf. Dann gemeinsam mit "Ohio-Express" oder aber am 31. Mai open air in Altlandsberg mit Dr. Kinski.

04.04.2009: Black Rosie
Nach Dr. Kinski und BON stand heute Abend eine weiteres Mal AC/DC auf dem Programm. Eine weibliche AC/DC-Coverband ist sicherlich ungewöhnlich. Aber ich wusste, die fünf Mädels von "Black Rosie" aus Braunschweig rocken mächtig ab. Erstmals sah ich sie im August 2008 auf der Berliner Biermeile. Inzwischen sind sie quasi Stammgast in der "Kiste" bzw. der Parkbühne Biesdorf. Und sie werden im September wieder nach Biesdorf kommen.
"Black Rosie" brachte auch an diesem Abend das Publikum in der "Kiste" zum Schwitzen. Wir hörten das volle Programm vor allem aus der Bon-Scott-Ära. "TNT", "Sin City", "War machine" und natürlich "whole lotta rosie" reihten sich an einander. Aber ich "alter" Blueser habe natürlich nur auf einen Song gewartet. Und der kam weit nach Mitternacht: "The Jack". Es blieb nicht die einzige Überraschung an diesem frühen Morgen. Gaby, die Gitarristin feierte auf der Bühne ihren Geburtstag. Übrigens, es war nicht nur beeindruckend wie Karo von der Bühne über die wackligen Biertische bis auf Freds Tresen sprang, sondern auch beängstigend.

01.04.09: Eric Sardinas&Big Motor
An diesem Abend führte mich der Weg ins "Wild At Heart" nach Kreuzberg. Auf dem Programm stand Eric Sardinas. Als ich meine Absicht im net bekannt gemacht hatte, erreichten mich etliche Nachrichten, die darauf hin deuteten, dass es ein ganz besonderes Erlebnis werden würden. Das veranlasste mich dazu, mich nicht vorab zu informieren. Ich fuhr also gewissermaßen "jungfräulich" nach Kreuzberg. Was ich dann erleben konnte, übertraf all meine Erwartungen.
Als ich eintraf, war die Vorband bereits zu Gange. Zumindest vor der Bühne war das Gedränge groß und das Publikum "bunt" gemischt. Das ist Kreuzberg. Pünktlich um 22:00 Uhr betraten die drei Musiker die Bühne, spielten ohne Unterbrechung durch und entfachten Bluesfeeling pur. Sardinas - eine Mischung aus Gallagher und Hendrix. Das war harter Blues, so wie ich ihn mag. Kraftblues, wie ich ihn von "Monokel" gewohnt bin. Zu den besten Nummer an diesem Abend zählten "Whisky" und "Can't Be Satisfied". Als gegen 01:00 h die letzte Zugabe verklungen war - der "roadhouse blues  - , stand für mich fest, der Mann hätte eine größere Bühne verdient gehabt.

28.03.2009:  Fuel to the fire/Rocknacht in der "Kiste"

Das "Boogiemobil" nimmt Fahrt auf und es wird auch höchste Zeit. Am 26.03.09 war ich in Pankow. Das „Garbaty“ ist vorerst im „Queens“ untergekommen. Und es gab eine Bluessession mit „Kuhle“ von „Monokel“. Gekommen waren sie alle: Michael Linke, Dicki Grimm und Ex-Bassist Christoph Frenz. Besonders hat mich gefreut auch das Gründungsmitglied von Engerling und Ex-Drummer von Monokel „Lello“ Hansen (Rainer Lojewski) wieder zu sehen.

Und heute gab es dann das volle Programm. Zuerst führte mich mein Weg nach Schöneweide ins "SpreelacArt".

Die Location konnte mich nicht überzeugen. Der Laden ist nicht nur klein, es fehlt auch jegliches Ambiente. Für mich als ehemaligen Funkwerker mutet es schon etwas seltsam an, das "SpreelacArt" ausgerechnet im ehemaligen Zentrum für Forschung und Technologie der Nachrichtenelektronik zu finden. Keine Zeit darüber nachzudenken.

Punkt 20:00 Uhr betritt die Band die Bühne. Wir haben doch keine Zeit! Sänger Thommy Ellwitz wird heute noch in der "Kiste" zur Rocknacht erwartet. Fuel to the fire - das ist vor allem Rory Gallagher aber auch Hendrix, Clapton und S.R. Vaughan. Der erste Block von "Follow me" bis "Moonchild" war Gallagher pur. Und das in guter Qualität. Dafür spricht die Besetzung der Band. Am Schlagzeug ein echtes "Rockurgestein" : Hajo Zoch. In den 1970er Jahren spielte er bei "Sinus", "Pharao", "Bison" und in der "Passat-Bluesband". In den 1980er Jahren gründete er dann die "Hajo-Bluesband", in der er zeitweilig mit den US-Amerikanern Tom Jordan und Mark Bell zusammen spielte. Er blieb dem Bluesrock bis heute treu. Die Gitarre spielt Ryk Boden (ehemals Frontmann der Ostberliner Bluesrockband "Passat") und die Bassgitarre bedient Rico Kästner. Weiter ging es mit einem Block "ZZ-Top". Es folgen "Cream", "Led Zeppelin", die "Allman Brothers" und wieder Gallagher. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei. Gegen 23:00 Uhr verlasse ich vorzeitig den Laden.

Ortswechsel: "Kiste" in Berlin-Hellersdorf. Die Rocknacht ist im vollem Gange. Zum Glück hängt man im Zeitplan eine gute Stunde hinterher. Gespielt wird abwechselnd in zwei Sälen, so dass lange Umbaupausen entfallen. Als ich ankam, gab es gerade Folkrock mit der "Folksvertretung". Es folgten "Die Halben", "Tony Jack" und dann stand endlich Thommy mit seiner Stammband "Strings like wings" auf der Bühne. Und das war "Deep Purple". Es ist weit nach 4:00 Uhr als ich endlich zu Hause bin und die "Kistenrocknacht" ist noch lange nicht zu Ende.

Bemerkenswert war die Berliner Band "Tony Jack". Sie wurde 2003 gegründet und spielt einen handgemachten, vor allem aber tanzbaren Rock'n Roll mit einem kräftigen Schuss Blues. Wen wundert es, wenn man weiß, dass Frontmann Michael Blochel schon gemeinsame musikalische Projekte mit den einheimischen Bluesrockbands "Engerling", "Monokel" und "Jonathan" gemacht hat.














20.März 2009: Kolophon

Nachlanger und unfreiwilliger Pause besteige ich mein „Boogiemobil“ um endlichwieder Livemusik zu konsumieren. Meine Wahl fällt an diesem Abend auf dieHardrockband „Kolophon“. Der Weg ist nicht weit, dennoch suche ich nach einer CD.Ohne Musik geht gar nichts. Dieses mal ist es „Blues vom Laurel Canyon“ vonAltmeister John Mayall aus dem Jahre 1968.

Vorder „Kiste“ treffe Ullrich Helmholz. Er spielt an diesem Abend den Bass.„Hauptamtlich“ spielt er jedoch Bratsche beim „Konzerthausorchester Berlin“.Ich stelle mich dazu und erfahre so das Neueste von der Band. In der „Kiste“treffe ich dann auf Thommy Ellwitz, dem neuen Sänger von „Kolophon“. Thommykenne ich bereits von „fuel to the fire“, wo er noch immer den Ton angibt. Außerdemhält er noch den Platz vorm Mikrofon bei „strings likes wings“. Bei „Kolophon“löste er den langjährigen Sänger „Monte“ ab. Auch einer aus der alten Garde:Sänger der Ostberliner Rockband „Setzei“.

ZurBand gehören weiter: Markolf Ehrig (violine), Uwe Emmrich (viola) und derDrummer Edwin Kaliga. Auch sie gehören dem „Konzerthausorchester“ an. DieGitarre bedient Bernd Kirstein.

Mit reichlicher Verspätung geht es endlich los. Und es erklingt "Deep Purple"; vor allem "Deep Purple", aber auch "Led Zeppelin" und "Thin Lizzy". Die "Thin Lizzy" - Nummern werden übrigens von Emmrich gesungen.

Ich denke, spätestens am 11.07.09 in Berlin-Biesdorf sieht man sich wieder.


14.02.2009: Engerling in der Kiste
Engerling in Berlin. Da kann man nicht zu Hause bleiben, noch dazu wo sie nächste Woche gemeinsam mit Mitch Ryder auf Deutschlandtournee gehen. Andere haben ähnlich gedacht und so fand man sich wieder. Ob in der Parkbühne, im frannz oder in der Kiste, es sind immer wieder bekannte Gesichter und die "Kiste" war auch an diesem Abend gut besucht. Los ging es mit den Stones: "Little Red Rooster". Es war nicht der einzige Stones-Song an diesem Abend. "Dead Flowers" durfte einfach nicht fehlen und schön mal wieder "Sittin' on a Fence" zu hören. Von den Beatles dann "I'am The Walrus" und natürlich die Doors. Aber mehrheitlich dann doch das Beste aus 33 Jahre Engerling. Nur seine "weiße Ziege" hatten Boddi an diesem Abend vergessen...

31.01.09: The Stormbirds
anstelle eines Berichtes ein Videobeitrag
The Stormbirds präsentieren einen ihnen eigenen "pirate blues music" - sound im Stile von J.J. Cale und den Black Crowes.
Besetzung:
Victor Schiel git, voc
Bob Beeman harm, voc
Tillman Holsten t
Christian Tech b
Eckhard Friedrich ts
Bert Schiel dr
10. Januar 2009: Engerling
Zwei malBodag in einer Woche ist immer noch nicht zu viel. Von Leipzig nach Torgau istes nur ein Katzensprung. Da ich gerade in der Heimat bin, nutze ich dieGelegenheit. Die Kulturbastion ist wie immer gut besucht. In der ersten Reihemacht sich Matthias mit seinem „Engerling–Fanklub“ aus Wurzen breit. ImPublikum entdecke ich Engerling-, Monokel-, und Freygang-Shirts. Ich fühle michwohl. Auch an diesem Abend im Programm „Mama Wilson“ und der „Blues vom RotenHahn.“ Es folgen „Die dünne Haut“ und der „Moll-Blues“. Alle Titel stammen von ihrer ersten Langspielplatte.Damals noch mit „Lello“ Lojewski am Schlagzeug, Bernd Kühnert, der später zu„Monokel“ wechselte, spielte die Gitarre und Jens Saleh bzw. Micha Arnold amBass. Natürlich sind auch der „Cadillac“, der „Narkoseblues“ und „Es kommenandere Zeiten“ an diesem Abend zu hören, gewürzt mit Jim Morrison, Bob Dylanund den Stones. Besonders freue ich mich seit langem mal wieder  „Auf der Flucht“ zuhören. Das Beste aus dem Album „Komm vor“, wie ich meine.

07. Januar 2009: Geburtstagsparty für „Cäsar“ im Leipziger "Anker"

Das Konzertjahr 2009 beginnt mit einem echten Hammer. Als ich den „Anker“ in Leipzig betrete, ist der schon bis auf den letzten Platz gefüllt. Zu dieser ungewöhnlichen Geburtstagsfeier fanden sich nicht nur die zahlreichen Fans von Peter „Cäsar“ Gläser  ein, sondern  auch eine nicht enden wollende Liste von Ostrockern. Angeführt von Angelika Mann, im Osten bekannt als „die Lütte“, die durch das Programm führte und in ihren frühen Jahren bei Klaus Lenz, Günter Fischer und Reinhard Lakomy zahlreiche gemeinsame Auftritte mit Cäsar hatte.

Es ist 20:00 Uhr als die Spieler die Bühne betreten und als sie die ersten Akkorde anschlagen wird Cäsar per Bild und Ton über Leinwand eingespielt. Es ist fantastisch. Im Saal hat man das Gefühl als würde er auf der Bühne stehen, mitten unter seinen ehemaligen Kollegen, Weggefährten und Freunden.  Die Spieler ist jene Band mit der er erstmals 1988 zusammen arbeitete. An diesem Abend steht die komplette Spieler Big Band auf der Bühne, unterstützt von Cäsars Söhnen Moritz, Benjamin und Robert. Ein emotional ganz stark berührender Moment war, als  Robert und Moritz gemeinsam "Besinnung" sangen.

Und immer wieder tauchen ehemalige Kollegen auf: Volkmar Große, Jürgen Schötz, Bernd Fleischer von Berluc und Burghard Kühn, der heute bei Blank spielt.

Cäsars Musik war wesentlich vom Blues beeinflusst. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch „Boddi“ Bodag von den Engerlingen und Big Joe Stolle  auf der Bühne stehen. Auch die Frage wer  Cäsars Blues singen wird, beantwortet  sich an diesem Abend. Es ist Dirk Zöllner. Zöllner bietet uns außerdem gemeinsam mit Stolle den "Baggerführer Willy" und den Karussell-Klassiker "Whisky". Karussell war jene Band, mit der Cäsar und Hohl nach dem Verbot der Klaus-Renft-Combo versuchten deren Traditionen fortzusetzen. Dann hören wir Karussell in der heutigen Besetzung mit „Oschek " und  Hans Graf. Es erklingen Hits, wie "Mac Donald" und "Lebe". Die aktuelle renft-Band setzt mit "Wandersmann" und "Zwischen Liebe und Zorn" noch eins drauf. Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass da noch etwas fehlen würde. Und es kam mit dem Finale. Die Bühne füllt sich. Alle gemeinsam singen sie den "Apfeltraum" und "Wer die Rose ehrt". Und der Saal singt mit.